Es sollte eine Festveranstaltung im Juli dieses Jahres werden, der Rückblick auf zehn Jahre aktives Miteinander der Generationen im Mehrgenerationenhaus Generationentreff Lebenswert. Leider fiel das Geburtstagsfest wie so vieles in dieser Zeit, dem Coronavirus zum Opfer. Am 7. Juli 2021 soll dann gebührend nachgefeiert werden, so die Vorstandschaft in ihrer schriftlichen Mitteilung.

Die aktuellen Vorstandsmitglieder des Generationentreffs (von links): Jonathan Hauser, Julia Strecker, Wolfgang Götz, Angelika Strittmatter, Günter Bickelhaupt, Julia Kern, Gerhard Hagmann, Wolfgang Kaiser.
Die aktuellen Vorstandsmitglieder des Generationentreffs (von links): Jonathan Hauser, Julia Strecker, Wolfgang Götz, Angelika Strittmatter, Günter Bickelhaupt, Julia Kern, Gerhard Hagmann, Wolfgang Kaiser. | Bild: Generationentreff

Der Vereinsgründung des Generationentreffs ging eine langjährige intensive Vorbereitungsarbeit im Rahmen einer Projektschmiede voraus. Bürgerinnen und Bürger setzten Bedarfe in der Kommune fest, entwickelten gemeinschaftliche Ideen, dachten darüber nach, wie Generationen zielgerichtet zusammengeführt werden können. Von Beginn an war den Verantwortlichen wichtig, das bürgerschaftliche Engagement zu fördern. Das Ganze mündete in der Präambel, als Richtschnur für das zukünftige Schaffen und Wirken: Der Verein möchte freiwillig Engagierte aller Generationen in seine vielfältigen Angebote mit einbeziehen im Sinne eines neuen bürgerschaftlichen Miteinanders.

Der Verein gedieh schnell zum Herzstück des bürgerschaftlichen Engagements in Bad Dürrheim. Der Name des Vereins war und ist Programm: Generationentreff Lebenswert. Er entwickelte sich zur zentralen Begegnungsstätte, in dem das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird. Von Beginn an waren verschiedene Gruppen aktiv.

Einen weiteren Schub erfuhr der Verein ab 2017 im Rahmen der Weiterentwicklung zum Mehrgenerationenhaus. Die in diesem Zusammenhang gezahlten Fördermittel setzten eine intensive Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung insbesondere bei der Steuerung des demografischen Wandels voraus. In der Folge wurde eine Geschäftsstelle eingerichtet, die auch aufgrund der gestiegenen Angebote erforderlich wurde. Das Mehrgenerationenhaus bot nun noch mehr Gelegenheit für gemeinsame Aktivitäten und schuf ein nachbarschaftliches Miteinander in der Kommune.

„Jung und Alt können hier voneinander lernen und so zum gegenseitigen Verstehen der Generationenen beitragen“, so Angelika Strittmatter vom Vorstandsteam. Aber nicht nur das: „Wir bieten Hilfe und Beratung an, beispielsweise in Demenz-Gruppen, Sozialberatungen und einem Teilhabekreis“, ergänzt Vorstandsmitglied Wolfgang Götz. Lernlotsen erteilen Nachhilfe für Schülerinnen und Schüler. Es bestehen eine Strick- und Spielgruppe und ein Musikkreis. Einen besonderen Schwerpunkt setzt seit vielen Jahren die Aus- und Weiterbildung an digitalen Geräten wie Smartphon, Tablet oder Laptop.

Immer wieder neue Projekte

Das Bestreben des Generationentreffs ging in den vergangenen zehn Jahren stets dahin, neue Projekte ins Leben zu rufen, die das Ziel hatten, das Alltagsleben der Menschen in der Kommune zu verbessern. Seit 2016 beschäftigt sich der Verein mit dem Thema „neue Wohnformen“, mit dem Ziel, generationenübergreifende Wohnprojekte zu fördern. Bei der Teilnahme an verschiedenen bundesweit ausgeschriebenen Innovationswettbewerben war der Verein immer wieder erfolgreich. Zwei Hauptpreise zum Thema „gemeinsam statt einsam“ konnten gewonnen werden.

Die Idee einer Bürgerplattform als Instrument der Information, Kommunikation und der Steuerung von Angebot und Nachfrage überzeugte sowohl die Jury als auch das abstimmungsberechtigte Publikum. Mit dem Preisgeld und weiteren Fördermitteln trieb das Mehrgenerationenhaus in Zusammenarbeit mit der Hochschule Furtwangen und der Stadtverwaltung die Entwicklung voran. Die Bürger-App wird nun Mitte Dezember realisiert.

Nicht nur in Zeiten der Pandemie sei es wichtig, mit Hilfe der digitalen Geräte zu kommunizieren, Informationen abzurufen oder zu konsumieren, so das Mehrgenerationenhaus. Es empfehle sich ausdrücklich, diese Möglichkeit zu nutzen und sich auf der Plattform anzumelden. Das geschieht durch einen Klick auf www.crossiety.app oder durch das Herunterladen der Crossiety-App. Wer Hilfe bei der Registrierung oder der späteren Nutzung benötigt, könne sich per Mail an info@generationentreff-lebenswert.de“ oder über 07726/3 89 03 37 bei der Geschäftsstelle melden.

Wie sieht die Zukunft des Generationentreffs Lebenswert aus? „Wir haben die Pandemie-Zeit mit den Schließungen gut überstanden und sind auch in dieser schwierigen Zeit aktuell mit verschiedenen Angeboten präsent“, so Strittmatter. Der Vorstand wolle noch einige Projekte in Angriff nehmen. Im Moment konzentriere man sich auf die Einführung der Bürger-App. Das Mehrgenerationenhaus wolle sich dem Megathema „Digitalisierung des Alltags“ widmen und insbesondere seine Kursangebote für die Ausbildung an Smartphones, Tablets oder Laptops deutlich erhöhen. „Ziel ist es, dass gerade ältere Menschen mithilfe von digitalen Geräten ihre Lebensqualität im Hinblick auf eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessern“, erklärt Wolfgang Götz. Solche Kurse werden seit 2013 angeboten. „Wir sehen uns für die Zukunft gut aufgestellt,“, erklären die beiden Vorstandsmitglieder, ganz gemäß dem Motto der Mehrgenerationenhäuser: „Miteinander – Füreinander“.