Der Stadt fehlen die Touristen, der Einzelhandel leidet dadurch unter den fehlenden Einnahmen. Mit verkaufsoffenen Sonntagen kann aufgrund der Corona-Situation dieses Jahr auch nicht mehr gerechnet werden. Also stellt sich die Frage, wie man allem ein wenig auf die Sprünge helfen kann: die Innenstadt beleben, die Einnahmen ein bisschen ankurbeln.

Die Idee dazu ist ein langer Einkaufsabend kombiniert mit einem kleinen bisschen Eventcharakter. Das Motto lautet: „Sole, Luft und Mehr“. „Mehr“ im Sinne von Mehrwert. Man will die Leute in die Innenstadt locken. Sie sollen in Ruhe länger stöbern können, die Gastronomie nutzen und dabei auch ein wenig Unterhaltung haben.

Wirtschaftsförderer Alexander Stengelin von der Stadt Bad Dürrheim freut sich darüber, dass die Einzelhändler ein Zeichen setzen. „Der Einzelhandel hat immer noch große Herausforderungen zu bewältigen“, erklärt Stengelin. Dieser lange Einkaufsabend motiviere hoffentlich die Leute. Er sei in dieser Sache eher unterstützend tätig, erklärt Stengelin weiter. Er als Wirtschaftsförderer unterstütze dieses Vorhaben natürlich gerne.

Der Eventcharakter resultiere daraus, dass an verschiedenen Punkten in den Außenbereichen musikalische Unterhaltung in kleinem Rahmen angeboten wird. So habe sich Ingrid Limberger vom Café Walz sofort dazu bereiterklärt, eine musikalische Unterhaltung vor dem Café zu organisieren, berichtet Tamara Pfaff, die erste Vorsitzende des Gewerbevereins. Im Außenbereich des Bistros „Matisse“ werden Isolde und Frieder Wezel aufspielen.

„Wir sind abhängig von den Kurgästen“, erklärt Tamara Pfaff nachdrücklich. Vor zwei bis drei Wochen sei man die Einzelhändler abgegangen und habe nachgefragt, wie es geht. Die Rückmeldung von vielen sei gewesen, dass der Tourismus stark fehle. Das Resultat der Befragung sei jedenfalls gewesen: Wir müssen irgendetwas machen, besonders da dieses Jahr nicht mit verkaufsoffenen Sonntagen gerechnet werden könne. Pfaff: „Wir sind da und wir sind präsent!“

Ein langer Einkaufsabend sei insofern praktisch und leicht durchführbar, als dass es dafür keiner besonderen Genehmigung bedürfe. Dies, weil die Märkte im Gewerbegebiet sowieso Öffnungszeiten bis 21 oder 22 Uhr haben und die Gewerbetreibenden in der Innenstadt könnten dies auch in Anspruch nehmen. Ein verkaufsoffener Sonntag hingegen könne nur begleitend zu einer Hauptveranstaltung veranstaltet werden, ergänzt Alexander Stengelin. Gegenwärtig sehe die Landesverordnung aufgrund der Corona-Situation keine verkaufsoffenen Sonntage vor, was sich voraussichtlich auch nicht so schnell ändern wird.

Die teilnehmenden Geschäfte haben sich Verschiedenes überlegt: Bei Heike‘s Wollstüble in der Luisenstraße kann man Wolle färben. Die Nachfrage danach sei stark, so Heike Groß. Eine Anmeldung sei nicht erforderlich, denn die Aktion finde draußen in der Luisenpassage statt und sei außerdem überdacht.

Mit dem Sommerschlussverkauf und der Präsentation der neuen Kollektion beteiligt sich der Schwarzwald-Pavillon, ebenso das Geschäft „Feine Wäsche“ in der Friedrichstraße. In der Wohnpark-Kreuz-Passage beteiligt sich das Geschäft „Schöne Schuhe“ mit Rabattaktionen, die Boutique Sophie ebenfalls mit Rabattaktionen, das Hörstudio Eichenlaub wird geöffnet haben, ebenso die Artmovie Medienagentur. Vom Bistro „Matisse“ werden in der Passage ein Cremant und Canapes angeboten, Black Forest Hippokrates stellt sich vor und bietet einen Detox-Smoothie an, bei Sabines Schreibstube in der Friedrichstraße gibt es ein Erfrischungsgetränk.