Mit der Dreifach-Prädikatisierung als Sole-Heilbad, Heilklimatischer Kurort und Kneipp-Kurort hat Bad Dürrheim durch seine Gesundheitslandschaft ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal. Die Stadt ist weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Einen bedeutenden Anteil daran haben die acht in Bad Dürrheim angesiedelten Reha-Kliniken. Sie stellen in Summe den größten Anteil an Arbeitgebern und sind die größten Beherbergungsbetriebe in der Stadt mit den meisten Betten. Die Kliniken stellen den größten Anteil der Übernachtungszahlen Bad Dürrheims.

Die Waldeck-Klinik ist für drei Indikationen zugelassen. Klinik und Hotel verfügen zusammen über 183 Zimmer.
Die Waldeck-Klinik ist für drei Indikationen zugelassen. Klinik und Hotel verfügen zusammen über 183 Zimmer. | Bild: SK-Archiv Götz

Der SÜDKURIER stellt in einer losen Serie die Kliniken der Stadt vor. Heute: die Klinik Waldeck Bad Dürrheim.

  1. .Welche Fachrichtung hat die Klinik?

Die Waldeck-Klinik ist eine anerkannte Fachklinik für die Indikationen Kardiologie, Orthopädie und Pneumologie. Sie führt Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen sowie Anschlussheilbehandlungen durch.

  1. .Wie entstand die Klinik und was hat sich im Laufe der Zeit verändert?

1955 erbaute die Familie Schrenk das jetzige Gästehaus Ingeborg. 1965 erwarb sie dann die ehemalige Pension „Waldeck“ der Familie Messmer. So begann eine neue Zeit für das Waldeck. Der Umbau wurde gestartet und 1966 eröffnete das neue Waldeck seine Pforten mit 28 Zimmern und 40 Betten und einem 43 Quadratmeter großen Speisesaal. Danach begann eine immerwährende Erweiterung des Waldecks, getreu dem Motto „Wir bauen weiter“. Heute ist das Waldeck ein großer Hotel- und Klinikkomplex mit 183 Zimmern, zwei Restaurants, einer Wein- und Raclette-Stube, Bar, Sole-Hallenbad, Garten, einem 2000 Quadratmeter großen Spa- und Fitnessbereich und einem großen Medical-Bereich. „Das Waldeck bietet eine einzigartige Synergie aus Erholung, Gesundheit, Sport und Wellness“, erklärt Inhaber und Geschäftsführer Rüdiger Schrenk.

  1. .Wie viele Mitarbeiter sind in der Klinik beschäftigt und aus welchem Umkreis kommen diese?

Das Waldeck beschäftigt 130 Mitarbeiter aus dem nahen Umfeld.

  1. .Wie macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar?

„Heutzutage ist es schwierig, qualifiziertes Personal zu finden“, sagt Schrenk. Der Fachkräftemangel ziehe sich durch alle Bereiche. Insgesamt beeinflusse auch der demographische Wandel, das heißt die immer älter werdende Gesellschaft mit geringeren Geburtenraten, die Arbeitsmarktsituation auf negative Weise. Schrenk: „Das Personalmarketing nimmt heute einen großen Anteil der Unternehmenspolitik ein.“

  1. .Gibt es spezielle Fortbildungsangebote und Arbeitszeitmodelle der Klinik für ihre Mitarbeiter?

„Das Waldeck legt großen Wert darauf, die Mitarbeiter an das Unternehmen langfristig zu binden und die Vorzüge des Unternehmens als interessanter Arbeitgeber herauszuarbeiten“, erklärt Rüdiger Schrenk. Wichtig sei es, jede Zielgruppe einzeln zu berücksichtigen, um auf die individuellen Wünsche jedes Bewerbers und Mitarbeiters einzugehen. „Besonders junge Arbeitskräfte aus der „Generation Y“ stellen hier recht große Ansprüche, die mit den Ansätzen früherer Generationen nicht mehr vergleichbar sind“, weiß der Klinik- und Hotelgeschäftsführer zu berichten.

Das Spektrum der angebotenen Leistungen für Mitarbeiter reiche von sehr guten Aufstiegsmöglichkeiten über attraktive Verdienstchancen bis hin zu „freiwilligen“ Angeboten wie betrieblichen Sportkursen oder Team-Events. Flexible Arbeitszeiten sind ebenfalls sehr gefragt und dienen der Mitarbeitermotivation. Nicht zu unterschätzen ist ein angenehmes Betriebsklima unter den Kollegen.

Schrenk weiter: „Den Mitarbeitern werden zahlreiche Weiterbildungen angeboten und der Arbeitsplatz wird an den Mitarbeiter angepasst. Im Rahmen der Teambildung wird auch der hauseigene Pastor eingesetzt. Er unterstützt die Prozesse und kümmert sich um sämtliche Mitarbeiterbelange.“

  1. .Wie viele Patienten hat die Klinik pro Jahr und aus welchem Einzugsgebiet?

„Das Waldeck beherbergt über 2000 Patienten im Jahr. Das Einzugsgebiet der Patienten reicht bis zu 200 Kilometer im Umkreis, vereinzelt aber auch weltweit.“

  1. .Warum kommen diese Patienten extra nach Bad Dürrheim in die Klinik Wald-eck?

„Die hohe medizinische Kompetenz und die nachweislich erfolgreichen Therapieerfolge werden hier im Hause nach internationalen Standards gelebt und spiegeln sich in den drei Indikationen Kardiologie, Orthopädie und Pneumologie wider“, hebt Rüdiger Schrenk hervor. „Die umfangreichen Behandlungskonzepte werden gestützt und begleitet durch hohe medizinische Fachkompetenz und langjährige Erfahrung der Therapeuten, was auch für die Psychologen, Sozialpädagogen und Diätassistenten gilt“, betont er. Des Weiteren verfüge das Waldeck über einen eigenen Pastor, der die Patienten begleitet.

Durch die interdisziplinären Verknüpfungen in der Waldeck-Klinik werde den Patienten ein Gesamtportfolio geboten, das ihnen ermöglicht, durch Bewegung, Sport und Ernährung sowie auch fachübergreifende Informationsveranstaltungen aktiv zu genesen.

Durch das angeschlossene Hotel ergeben sich für die Waldeck-Klinik positive Synergien, welche den Patienten zugute kommen, wie etwa in der Ausstattung der Klinik, im Ambiente oder im Service-Bereich.

  1. .Wo sieht sich die Klinik in fünf Jahren, wie sehen die Pläne für die Zukunft aus?

„Wir investieren stetig in die Modernisierung, in die medizinisch-therapeutische Kompetenz sowie in den Komfort unseres Hauses. Nur so können wir das Haus weiterentwickeln und an die immer wieder neuesten Standards anpassen“, macht Schrenk den Wert der Zukunftsfähigkeit deutlich. Die nächste Generation stehe bereits in den Startlöchern. Außerdem: „Waldeck gets green“ – dies ist nicht nur ein Motto –, sondern wird auch gelebt. So war das Waldeck einer der ersten EMAS-zertifizierten Betriebe der Region. Alternative Energien und gleichzeitige Investitionen in energiesparende Maßnahmen sowie Nachhaltigkeit seien von jeher eine Managementaufgabe im Waldeck. Das Waldeck engagiere sich auch in vielen zahlreichen sozialen Projekten. So werden Kinderdörfer unterstützt, wie auch die Polizeistiftung Nordrhein-Westfalen (NRW) und Baden-Württemberg. Mit der Durchführung der Musicals der Dance-Company NRW konnten bisher weit über 90 000 Euro gespendet werden.

  1. .Wie hat sich der Corona-Lockdown auf Ihre Klinik ausgewirkt?

Seit März bestimmt das Coronavirus mehr oder weniger den Alltag. „Dies war natürlich eine Situation, für die es keinerlei Erfahrungswerte gab, und entsprechend lange haben wir überlegt, was und wie wir es machen“, sagt der Geschäftsführer.

„Wir haben uns entschlossen, die Zeit effektiv zu nutzen und das Waldeck auf Vordermann zu bringen.“ Zahlreichen Meetings und Besprechungen mit dem Team folgten Taten. Neben vielen kleinen Baustellen wurde viel Energie in die Planung der Küche gesteckt – die größte und aufwendigste Errungenschaft! „Für uns war von Anfang klar, nicht den Kopf in den Sand zu stecken und zu jammern, sondern etwas Positives zu schaffen, für unsere Gäste und unsere Mitarbeiter. „Wir starten nun mit neuem Knowhow in die Zukunft!“

Fragen: Sabine Naiemi