Zu den Knotenpunkten beziehungsweise Engstellen, die erhebliche Rückstaus bei der Einfahrt nach Bad Dürrheim von Villingen her verursachen, zählt auch die Einmündung der Kreisstraße 5734 in die Bundesstraße 33. Gebraucht wird an dieser Stelle laut dem Straßenbetriebsdienst (Straßenmeisterei Hüfingen) eine Wendeplattform für die großen Schneeräumfahrzeuge. Dieses Ansinnen wurde jedoch zunächst vom Gemeinderat abgelehnt. Daraufhin sprach Gerold Günzer, Amtsleiter des Straßenbauamtes Schwarzwald-Baar Donaueschingen, bei der jüngsten Gemeinderatssitzung vor.

Zur Vorgeschichte: Seit mehr als 15 Jahren verschärft sich im Kreuzungsbereich der B27/B33 bei Bad Dürrheim die Verkehrssituation, die Abbiegespur von Villingen her Richtung Schwenningen/Deißlingen ist zu kurz, die Verkehrsbelastung mit 50 000 Fahrzeugen und 4000 Lkws täglich extrem. Die Folge: Zu Stoßzeiten und besonders auch an Einkaufstagen am Wochenende staut sich der Verkehr von und zu allen Seiten hin oft kilometerweit (wir berichteten).

Das Vorhaben war, diesen Knotenpunkt mit einer weiteren Linksabbiegespur von Villingen her Richtung Schwenningen/Autobahn/Gewerbegebiet auszubauen, um die Situation zu entschärfen. Von der Scheffelstraße aus Richtung Rottweil/Gewerbegebiet soll ein weiterer Fahrstreifen bis zum Knotenpunkt an der Robert-Bosch-Straße (Gewerbegebiet) eine bessere Entflechtung der Verkehrsströme generieren.

Doch schon im März 2019 war klar, dass es allein mit dem Ausbau der Kreuzung nicht getan sein würde, da hierbei nicht die Entschärfung der Verkehrssituation an besagter Einmündung berücksichtigt wurde. Es soll daher an dieser Stelle eine Einfädelungsspur für Rechtseinbieger eingerichtet werden.

Zunächst war auch eine Wendeanlage für den Winterdienst der Straßenbauverwaltung vorgesehen, da sich an der Anschlussstelle in der Vergangenheit bereits viele Gefahrensituationen mit wendenden Winterdienstfahrzeugen ereignet haben und die Winterdienstfahrzeuge aus betrieblichen Gründen hier wenden müssen. Die Fahrzeuge, die von Hüfingen her kommen, müssen an dieser Stelle wenden und umkehren, ebenso die Fahrzeuge, die aus Richtung Villingen/Marbach her kommen.

Die vorgeschlagene Lösung einer Wendeplatte, die genau neben der Kreuzungseinmündung ihren Platz finden soll, wurde wegen des Flächenverbrauchs und der daraus resultierenden Ausgleichsmaßnahmen zunächst vom Gemeinderat abgelehnt.

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In seiner Präsentation erklärte Amtsleiter Günzer dem Gemeinderat die Gründe für den Bedarf der Wendeplattform oder auch sogenannten Schleppkurve. Die Einmündung an der B 33 stellt die Grenze der Zuständigkeitsbereiche der zwischen den Räumfahrzeugen, die aus Hüfingen kommend bis dorthin den Winterdienst versehen, und denen, die aus Richtung Villingen/Marbach kommen. Die Fahrzeuge könnten von der Größe her mit dreiachsigen Müllfahrzeugen verglichen werden, nur dass sie vorn zusätzlich mit Schneeräumschilden ausgerüstet seien. Dadurch, dass die Fahrzeuge an dieser Kreuzung halten und zurücksetzen müssen, hätten sich in der Vergangenheit schon einige gefährliche Verkehrssituationen ergeben, argumentierte Günzer.

Man habe die Größe der Plattform noch einmal überplant und optimiert, so Günzer weiter. Bei der überarbeiteten Vorplanung der Straßenbauverwaltung mit Stand Dezember 2020 wurde die Wendeschleife in ihren Abmessungen und dem Flächenverbrauch von ursprünglich 32 auf 29 Metern auf 26 mal 28 Metern reduziert. Nach alter Planung betrug die Fläche der Plattform 555 Quadratmeter. Die neue Fläche sei nun mit 420 Quadratmetern veranschlagt, was eine Reduzierung um rund 22 Prozent bedeute.

Mit einer Gegenstimme revidierte der Gemeinderat seinen Beschluss vom September 2020 und stimmte der geplanten Wendeschleife zu. Nach wie vor sollen die Ausgleichsmaßnahmen auf Bad Dürrheimer Gemarkung erfolgen. Die Naturschutzbehörde hat hierzu zwei in Frage kommende Flurstücke vorgeschlagen. Einmal geht es um die Nutzungsextensivierung und Entwicklung einer artenreichen mageren Flachlandmähwiese, bei dem anderen Vorschlag um die Auflichtung und Wiedervernässung eines Waldgrundstückes mit Umbau des Fichtenwaldes zum Roterienwald.