Die Stadt steht vor einem tiefgreifenden Entwicklungsprozess. Aus diesem wird sie mit einem vollkommen veränderten Gesicht hervorgehen. Der nächste Schritt nach Zusammenfassung der Ergebnisse aus der Bürgerbefragung war das Erarbeiten der Grundlagen für den städtebaulichen Wettbewerb. Diese wurden von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH in Form eines sogenannten „Eckpunktepapiers“ erarbeitet. Hierin sind die genauen Rahmenbedingungen und Zielsetzungen festgelegt, welche der Stadt für die Ausschreibung des Wettbewerbs wichtig sind – die „Leitplanken für die genaue Formulierung der Aufgabenstellung des geplanten städtebaulichen Wettbewerbs“. Julia Schütz von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH stellte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung den 40 Seiten umfassenden Entwurf vor.

  • Inhalte: Kernelemente um die es geht, sind der Erhalt und die Stärkung der Identität des Tourismus- und Erholungsortes, die Steigerung und der Erhalt von Aufenthaltsqualität in Grün- und Parkanlagen, der Umgang mit Bebauung und der fahrende als auch ruhende Verkehr.
  • Betrachtungsraum: Das Papier konzentriert sich auf den Bereich südlich der Innenstadt. Das umfasst den Kreuzungsbereich von der Luisenstraße/Huberstraße/Waldstraße sowie die angrenzenden Entwicklungsbereiche mit den Projekten der Investorengruppe „B.E.S.T.“, die einen Um- und Anbau am Hotel Solegarten vorsehen, den Umbau und Umnutzung des ehemaligen Hotels „Soleo“ – jetzt „Sure Hotel by Best Western“ und den Neubau eines Hotels am Kurpark, bis hin zum Grundstück der ehemaligen Kurklinik Irma neben dem Hindenburgpark.
  • Anforderungen: Zu den beschriebenen Maßnahmen im oben genannten Bereich ist aufgeführt die Neugestaltung des Parkplatzes Stadtmitte mit derzeit 150 Stellplätzen, die Gestaltung der Huberstraße und Luisenstraße (Anpassung und Aufwertung der Verkehrsflächen), ein teilweiser Neubau von Fußwegen, Pflanzung von Straßenbäumen, die Ansiedlung eines Hotels im Bereich westlich des Kurhauses, die Renaturierung der Stillen Musel (Aufwertung der Wegeflächen, Schaffung von Wegeverbindungen zwischen Hindenburgpark und Kurpark), Gestaltung der Fußwege. Als Besonderheiten ist bei bestehenden Gebäuden der Denkmalschutz zu beachten sowie der Schutz bestehender Naturdenkmäler und der Gewässerschutz.
  • Das Wettbewerbsverfahren: Aktuell liegt der EU-Schwellenwert für die geplante Ausschreibung unterhalb von 214 000 Euro. Wird dieser Betrag überschritten, muss eine EU-weite Ausschreibung erfolgen. Die nächsten Verfahrensschritte bestehen in dem Erstellen der Auslobung mit den entsprechenden Bedingungen und der Wettbewerbsaufgabe (Ausgangssituation, Rahmenbedingungen, Aufgabe). Die eingereichten Arbeiten werden anonymisiert und von einer Fachjury vorbesprochen und bewertet. Danach erfolgt die Ausgabe der Auslobung. Wichtig war dem Gemeinderat noch festzuhalten, dass die eingehenden Entwürfe für die Stadt auch finanziell realisierbar sein müssen.
  • Bürgerwerkstatt: Der Beschluss des Gemeinderates zum Papier soll am 23. Juli 2020 erfolgen. Dem vorgeschaltet wird Ende Juni oder Anfang Juli eine Bürgerwerkstatt mit dem Ziel des Informationsaustausches und Diskussion. Eine digitale Beteiligung empfehle sich nicht, so Jürgen Mühlbacher von der LBBW. Aufgrund der aktuellen Situation kann nur eine begrenzte Anzahl Bürger, etwa 25 Personen, teilnehmen. Befürwortet wurde von Gemeinderäten und Bürgermeister, per Zufallsprinzip Bürger verschiedenen Alters und Geschlechts, sowohl aus der Kernstadt als auch aus den Ortsteilen, anzuschreiben und einzuladen, um ein breites Spektrum an Teilnehmern zu erreichen. Bei einer „offenen Anmeldung“ wurde befürchtet, dass sich wie gehabt Pro- und Contra-Lager bilden, was man vermeiden will.

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