Nicht gerade leise geht es derzeit im Kirchenschiff der Oberbaldinger Kirche zu. Nachdem der Innenraum praktisch völlig entkernt wurde, die alte Kanzel entfernt und die Zimmermannsarbeiten für die neue Empore erledigt sind, hat nun die Firma Waldmann aus Schwenningen mit den Elektroinstallationsarbeiten begonnen.

Ein Blick vom deckenhohen Gerüst in der evangelischen Kirche Oberbaldingen zeigt die eingehauste Orgel und das fehlende Kirchengestühl.
Ein Blick vom deckenhohen Gerüst in der evangelischen Kirche Oberbaldingen zeigt die eingehauste Orgel und das fehlende Kirchengestühl. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Hierzu müssen die Wände aufgeschlitzt werden, um Leerrohre für Beleuchtung, Fensterbeheizung, Bankheizung und die Lautsprecherleitungen zu verlegen. Hinzu kommen noch Datenkabel, denn die Gottesdienste sollen in Zukunft mit zwei Beamern medial unterstützt werden. Damit alle Kirchenbesucher von allen Plätzen das Beamerbild sehen können, werden zwei dieser Bildprojektoren installiert. Umfangreiche Berechnungen zur Raumakustik waren notwendig, um die richtige Platzierung der Lautsprecher festzulegen. Wenn alle Leerrohre verlegt sind, können die Kabel eingezogen werden.

Inzwischen hat der Bauausschuss unter der Leitung von Martin Kalisch auch die neuen Kirchenbänke ausgewählt. War zunächst geplant, dass die alten Bänke erhalten bleiben, zeigte sich bei deren Abbau, dass die Feuchtigkeit dem Holz über die vielen Jahre doch so zugesetzt hat, dass eine Aufarbeitung der Bänke nicht mehr möglich war.

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Auch der alte Kirchenboden wurde komplett entfernt. Bald wir auch ein neuer Boden, der gegen die Erdfeuchte abgedichtet ist, eingebaut. Nach dem Verlegen der Leerrohre beginnen Gipser und Maler ihre Gewerke. Hierzu wurde eine umfangreiche Gerüstkonstruktion bis unter die Kirchendecke installiert, welche derzeit dem Kirchenschiff eine eigenartig technische Atmosphäre verleiht. Auch die Orgel ist vollkommen staubdicht eingehaust und bedarf nach Abschluss der Innenrenovierung einer Aufarbeitung. Ein deutlich kleineres Windwerk wird zukünftig die Pfeifen zum Erklingen bringen.

Ziemlich laut, aber praktisch staubfrei setzt Michael Diederich die Schlitze in den Kirchenwänden.
Ziemlich laut, aber praktisch staubfrei setzt Michael Diederich die Schlitze in den Kirchenwänden. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Wie in einer Mitarbeiterversammlung bekanntgegeben wurde, hofft die Gemeindeleitung, dass zum Weihnachtsfest 2020 ein erster Gottesdienst in der renovierten Kirche gefeiert werden kann. Sicherlich wird der Kirchenraum dann noch nicht in Gänze in neuem Glanz erstrahlen, aber mit Sitzbänken, Beleuchtung und einem provisorischen Altar lässt sich doch schon ein Gottesdienst feiern.

Viele versteckte Schäden

Kopfzerbrechen bereiteten auch die versteckten Schäden, die im Laufe der Arbeiten zu Tage traten. Aus statischen Gründen musste die gesamte Empore erneuert werden und auch bei der elektrischen Infrastruktur zeigten sich eklatante Mängel, wodurch eine komplette Elektroneuinstallation notwendig wurde. Am Mauerwerk des Kirchenschiffs hatte aufsteigende Feuchtigkeit Putz und Farben deutlich zugesetzt. Die Isolierung schlug sich ebenfalls in nicht geplanten Kosten nieder.

Matthias Mauz schlitzt mit einem Bohrhammer für die Leerrohre die Kirchenwand auf.
Matthias Mauz schlitzt mit einem Bohrhammer für die Leerrohre die Kirchenwand auf. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Ein abermaliger Spendenaufruf seitens der Gemeindeleitung ließ Anfang August binnen Kurzem den ursprünglichen Spendenstand von 110 000 Euro auf 146 000 Euro ansteigen. Dieses ermutigende Ergebnis nährt die Hoffnung, dass nach Abschluss der Arbeiten kein allzu großes Defizit an der Kirchengemeinde hängen bleibt.

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Finanzlücke

Noch klafft eine Finanzierungslücke. Um letztendlich das gesamte Renovierungsprojekt zu einem runden Abschluss zu bringen, bedarf es noch einiger Euros.

Wer die Kirchenrenovierung unterstützen möchte, kann auf das Konto: DE 54 6945 0065 0000 0029 23 einen Betrag überweisen.

Stichwort: Kirchenrenovierung

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