Die Corona-Krise könnte weitere, finanzielle Folgekosten für die Musikvereine der Ortsteile nach sich ziehen. Diese Befürchtung war jetzt Thema bei der jüngsten Vereinsvertreterbesprechung.

Es geht um Strom und Heizung

Nach einer langen Durststrecke üben seit dem 7. Juli die Musikvereine der Ortsteile Ober- und Unterbaldingen, Sunthausen und Hochemmingen in der Ostbaarhalle. Hygieneverordnungen fordern eine geräumige Unterbringung für die Proben. Der intensive Probenbetrieb hat jedoch eine hohe Stromrechnung zur Folge, außerdem wird in der kühlen Jahreszeit die ehemalige Fliegerhalle beheizt werden müssen. Bisher trugen die Vereine bei Festivitäten die Nebenkosten für die Hallennutzung, Proben fanden hier bisher nicht statt. Sowohl für die Stadt als auch für die Vereine stellt dies in Sachen Abrechnung eine neue Situation dar.

„Werden Kosten nicht eins zu eins weitergeben“

„Wir werden eine Lösung prüfen und die Vereine dann informieren“, erklärte Ehrenamtskoordinatorin Maria Bucher. „Im Hintergrund laufen Gespräche, wie hoch die Ziffer für die Vereine ausfällt und wann oder in welcher Höhe sich diese beteiligen werden müssen“, so Stadtmusikdirektor Roland Manger. Hauptamtsleiter Markus Stein zeigte sich seitens der Stadt kulant: „Wenn vier Vereine an mehreren Wochentagen und am Wochenende die Halle nutzen, werden wir die Kosten nicht eins zu eins weitergeben können.“

Teils mit Hygienevorgaben überfordert

Zur Aufbesserung der wirtschaftlichen Situation suchen die Vereine nach Einnahmemöglichkeiten, sind jedoch bisweilen mit den rigiden Hygieneanforderungen bei Veranstaltungen überfordert. Bei Nichteinhalten drohen hohe Geldbußen. Hier erläuterte Stein, dass ein gemeinsames Hygienekonzept bereits im Juli im Sportausschuss präsentiert wurde. Für individuelle Zwecke könne das Papier entsprechend ausgestaltet werden. Bucher fügte hinzu: „Man kann sich grundsätzlich an den Hygieneverordnungen für Gastronomiebetriebe orientieren.“ Auch Bürgermeister Jonathan Berggötz meldete sich zu Wort: „Nutzen sie bei Problemen in diesem Bereich die Ansprechmöglichkeiten der Stadtverwaltung.“

Eventuell hilft Geld vom Land

Sollte die finanzielle Situation in der Vereinskasse prekär werden, so könnte Landesgeld zur Förderung beantragt werden. Laut Bucher ist dies möglich, wenn der Kontostand negativ ist oder einen positiven Betrag von 750 Euro unterschreitet. „Man kann hier eine Liquiditätsrechnung vorlegen, wir prüfen alles und werden dann informieren“, so Bucher weiter. Stein appellierte an die Vereine, sich um die jährliche Ausschüttung von Spendengeldern seitens der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen für Projekte aus dem sozialen oder am Gemeinwohl orientierten Bereich zu bewerben, dies sei noch bis zum 30. September möglich. Bei der Auswahl der Bewerberunterlagen sollen die Mineralbrunnen in den kommenden Jahren verstärkt zu Projekten mit am Umweltschutz und Nachhaltigkeit orientierten Charakter tendieren.

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