Wenn es um die Fasnet 2021 geht, ist es sicher, dass nichts sicher ist. Ziemlich sicher ist aber wohl, dass keine großen Bälle stattfinden werden. Und davon gibt es in Bad Dürrheim und den Ortsteilen viele.

Einträchtig tanzen Salzgeist (Mitte) und rechts daneben Urviecher-Zunftmeister Matthias Nann 2019 beim 40. Geburtsgag der Urviecher auf dem Rathausplatz den Hansel-Tanz. Wie die Fasnet 2021 aussehen wird, kann derzeit noch niemand sagen. Bild: SK-Archiv Naiemi
Einträchtig tanzen Salzgeist (Mitte) und rechts daneben Urviecher-Zunftmeister Matthias Nann 2019 beim 40. Geburtsgag der Urviecher auf dem Rathausplatz den Hansel-Tanz. Wie die Fasnet 2021 aussehen wird, kann derzeit noch niemand sagen. Bild: SK-Archiv Naiemi | Bild: Naiemi, Sabine

Da wären die Bälle der Urviecher und der Narrenzunft sowie der Turnerball in der Kernstadt. In Oberbaldingen muss der Turn- und Sportverein auf seinen „Ball in de Hall“ verzichten, ebenso die Narren und Vereine auf ihren Ball in der Ostbaarhalle in Unterbaldingen.

Auch der Rahmen für alle anderen Veranstaltungen wie das Häsabstauben, Narrenbaumstellen und Umzüge in Bad Dürrheim zumindest, steht noch nicht fest. Alles hängt von der weiteren Entwicklung der Corona-Situation und den dann der Situation angepassten geltenden Hygienevorschriften ab.

Alle Mitglieder der „ARGE“ (Arbeitsgemeinschaft der Vereine) im Raum Baden-Württemberg, so auch die Schwarzwälder Narrenvereinigung (SNV) und die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN), würden eine gemeinsame Schiene fahren wollen, erklärt Daniela Schwarz, die Schriftführerin der Urviecherzunft Bad Dürrheim. Jeder überlege, was man für die kommende Fastnacht den Vereinen mitgeben wolle. Beschlossen worden sei bereits, dass es 2021 keine großen Umzüge geben wird, keine Partys, keine Bälle. „Das ist unter den aktuellen Auflagen auch gar nicht kompatibel, nicht umsetzbar“, so Schwarz weiter. Das sei die Marschrichtung, und das betreffe natürlich auch die Urviecher.

Urviecher und Muselmannä sind beim Kinderumzug richtig gut rauf
Urviecher und Muselmannä sind beim Kinderumzug richtig gut rauf | Bild: Naiemi, Sabine

„Man muss sich immer fragen, was ist das Ziel der Veranstaltung. Bei der Fastnacht ist es die Brauchtumspflege, aber auch die Geselligkeit. Unter den geltenden Corona-Auflagen mit begrenzten Teilnehmerzahlen und begrenzten Räumlichkeiten sei die Frage, wie überhaupt Geselligkeit hergestellt werden könne“, erklärt Schwarz.

Jetzt stehen die Vereine vor der Frage, was sich umsetzen lässt. „Wir hatten eine Sitzung mit ,wilden‘ Ideen“, sagt Schwarz, die für dieses Gespräch den sich im Urlaub befindlichen Zunftmeister Matthias „Bottel“ Nann vertritt. Wenn schon nicht so viel Geselligkeit möglich ist, wolle man jedenfalls die Brauchtumspflege weitertreiben. Schwarz: „Es ist noch nichts konkret.“ Die Überlegungen gingen etwa auch dahin, das Häsabstauben im Freien zu veranstalten, oder die eine oder andere Veranstaltung vor dem Kuhstall. Zu bedenken seien vor allem die Hygieneauflagen, besonders für die Zubereitung von Essen. Da stelle sich dann die Frage, wie hoch der Aufwand und was machbar ist? Keiner will begreiflicherweise unter diesem Druck den Hut aufhaben.

Unter diesen Gesichtspunkten fällt zum Beispiel auch das Schlachtplatten-Essen im Vereinsheim aus. Für eine „Schlachtplatte to go“ seien die Auflagen extrem hoch, selbst im Freien.

Das Rübenschnitzen an der Kilbig wird als „Kilbig to go“ angeboten, um wenigstens den Kindern etwas zu bieten, nachdem alles mehr oder weniger eingeschlafen ist. Die Eltern können dann Bilder von ihren Aktionen schicken, die auf die Homepage der Zunft eingestellt werden sollen.

Aktuell wird noch geklärt, wo die Jahreshauptversammlung stattfinden könnte, da das Vereinsheim der Urviecher unter Corona-Gesichtspunkten der Größe wegen als Veranstaltungsort ausfällt. Andererseits sei die Miete für den Siedersaal extrem hoch. Wenn die Stadt den Vereinen da entgegenkommen würde, wäre das eine große Hilfe.

Aktuell stehen weitere Besprechungen und Überlegungen an. Man will sich zusammensetzen und gemeinsam nachdenken – „hirnen“. „Es gibt viele Möglichkeiten, und wir wollen das als Chance sehen, über den Tellerrand hinauszublicken, und vielleicht so auch die Routine der letzten Jahre durchbrechen – die Gelegenheit in positiver Weise zur Rückbesinnung nutzen“, erklärt Daniela Schwarz.

Aktuell ist das „Rübenschnitzen to go“ zur Kilbig zwar nur für Vereinsmitglieder gedacht, aber man werde Leute von außerhalb trotzdem nicht wegschicken. Anhand der begrenzten Rübenzahl müsse man sich vorher anmelden. Information zum Ablauf der Aktion und eine Anleitung zum Schnitzen stehen zum Herunterladen auf der Urviecher-Homepage unter www.urviecher.de/aktuell/. Es wird gebeten, sich bis spätestens Mittwoch, 14. Oktober, anzumelden unter jugend@urviecher.de mit Angabe des Namens, Adresse und Telefonnummer. Zur Abholung am Samstag, 17. Oktober, 10 bis 11 Uhr, ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

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