Das Potential der Innenentwicklung bei Immobilien voll auszuschöpfen, genießt durch den großen Mangel an Bauplätzen auch in Hochemmingen höchste Priorität. So versammelten sich etwa 20 Besucher zur jüngsten Ortschaftsratsitzung, denn das Thema Vogtshof und die Bebauung des Areals standen auf der Tagesordnung.

Ortsvorsteher Helmut Bertsche musste sein Publikum jedoch vertrösten, konkrete Informationen werden erst auf dem Forum Innenentwicklung im nicht-öffentlichen Sitzungsteil bekannt gegeben.

Investorin kauft das Areal 2012

Viel Gesprächsstoff gab es in Hochemmingen um den Vogtshof, seit eine Investorin das Grundstück 2012 erwarb. Die Rede war etwa von zwei dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern, die hier entstehen sollten. Für die Anrainer entsprechend ein sensibles Thema. Junge Familien hingegen hofften, dass mehr Wohnraum zur Verfügung stehen könnte.

Bertsche stellte nochmal klar, dass es für das Gelände keinen Bebauungsplan gebe. Nach wie vor könne nur ein Teil des Areals bebaut werden. Ein Teil des Geländes unterliegt dem Vogelschutz. Der Vogtshof an sich ist demnach ohnehin denkmalgeschützt und kann nicht abgerissen werden. Auch die Punkte des Winterdienstes, Zufahrt für die Müllabfuhr und Beleuchtung für eventuell ausgewiesene Bauplätze müssten geregelt werden.

Passt das zum Ortsbild?

Die größten Ansprüche sind jedoch bei der Optik zu erfüllen, wonach sich Immobilien in das herrschende Ortsbild einfügen sollten. „Die Frage, ob wir direkt in Hochemmingens Mitte sowas überhaupt haben wollen, besteht immer noch. Aber grundsätzlich kann gesagt werden: Ja, auf dem Areal kann was gemacht werden“, so Bertsche.

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Was ferner genau auf dem Forum Innenentwicklung diskutiert werde, wollte Bertsche vorerst für sich behalten. Klar ist, dass Planungen für eine Bebauung im Hintergrund laufen. Die Bevölkerung solle nach Bekanntwerden von Konkretem schnellstmöglich informiert werden.

Änderungen auf dem Friedhof

Bertsche gab in einem weiteren Tagesordnungspunkt bekannt, dass auf dem Friedhof Hochemmingen fünf bis sechs Plätze für Rasengräber mit Sargbestattungen ausgewiesen werden können. Mehrere Anfragen seitens der Bürger seien hierzu bei ihm eingegangen. Erst 2021 wurde eine Erweiterung an Grabplätzen auf dem Friedhof verwirklicht.

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Die neuen Rasengräber ohne Grabsteine könnten in Nähe der Zuwegung zur Toilette der Aussegnungshalle oder in direkter Nachbarschaft zu den Baumgräbern ausgewiesen werden. Einstimmig fasste der Rat den Beschluss, wonach im Gemeinderat Mittel hierfür in 2022 oder 2023 einzustellen seien.

Und das ewige Ärgernis ...

Bereits zu Beginn der Sitzung sorgte Karl Fehrenbacher bei den Bürgerfragen mit seiner Entrüstung zum für die Hochemminger ewig leidigen Thema der Gemeindeverbindungsstraße zur Hirschhalde und Sunthausen für Wirbel. Frostschäden und anhaltender Starkregen hätten den Zustand des ohnehin ruinierten Asphalts weiter verschlechtert.

„Hier geht es nicht um die geplante Sanierung, selbst die notwendigsten Unterhaltsmaßnahmen werden vernachlässigt“, so Fehrenbacher. Bertsche verwies auf die Tatsache, dass die Sanierung bei den Prioritäten der Mittelanmeldungen seit Jahren die vorderen Ränge belege.

Eine abschließende Entscheidung im Gemeinderat sei nicht gefallen. Bürgermeister Jonathan Berggötz soll sich bei der nächsten Ortschaftsratssitzung in Hochemmingen hierzu erklären. „Wenn du da fährst, haut‘s dir die Karre zusammen“, monierte Fehrenbacher deutlich.