Bei routinemäßigen Beprobungen wurden mit dem Darmbakterium Enterococcus verunreinigtes Trinkwasser im Stadtgebiet von Bad Dürrheim festgestellt. Stadtverwaltung und städtisches Wasserwerk haben daraufhin sofort reagiert und entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Bereits eine Stunde später haben Feuerwehr und DRK Durchsagen im gesamten Stadtgebiet durchgeführt, dass das Leitungswasser abgekocht werden muss. Weiterhin stehe die Stadtverwaltung in engem Austausch mit dem Gesundheitsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises, erklärt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung.

Da der Erreger nicht harmlos ist und besonders bei älteren und kranken Menschen sowie Kleinkindern schwere Erkrankungen hervorrufen kann, wird die Situation vom Gesundheitsamt und der Stadt sehr ernst genommen. Deshalb wird dem Trinkwasser wird Chlor bis zur gesetzlich erlaubten Menge beigemischt. Dies tötet alle Bakterien, auch die festgestellten Enterokokken, ab.

Während diese Maßnahmen laufen, betreiben die Mitarbeiter des städtischen Wasserwerks weiterhin Ursachenforschung, wie das Bakterium in das städtische Trinkwassernetz gelangen konnte. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es hierzu noch keine Erkenntnisse, so die Verwaltung weiter.

Naturparkmarkt und Feste finden statt

Hat die Wasserverunreinigung Auswirkung auf den am Sonntag stattfindenden Naturparkmarkt? „Keine Auswirkungen. Alle Gläser der Ausschankwagen werden im Haus des Gastes mit einer Gastro-Spülmaschine gespült“, erklärt Pressesprecher Alexander Stengelin auf Anfrage unserer Redaktion.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Hochemmingen teilt mit, dass ihr Schlachtfest am kommenden Sonntag wie geplant stattfindet. „Trotz der aktuell sich auf das Trinkwasser beziehenden Umstände wird unser traditionelles Schachtfest am morgigen Sonntag, 9. Oktober, in der Hochemminger Bergweghalle stattfinden! Der Verein ist sich der Verantwortung gegenüber seiner Gäste sowie den eigenen Mitgliedern sehr bewusst und wird die vom Gesundheitsamt erlassenen Vorgaben zum Umgang mit Trinkwasser ordnungsgemäß und selbstverständlich einhalten“, erklären die Organisatoren.

Was passiert im Gesundheits- und Wellness-Center Solemar?

Auf die Frage, inwiefern das Solemar betroffen ist und welche Schritte da eingeleitet wurden, erklärt die Kur- und Bäder-Geschäftsführung: „Wie bei anderen Einrichtungen und Haushalten auch. Der grundsätzliche Betrieb des Solemars ist davon allerdings nicht betroffen. In enger und direkter Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wurden alle notwendigen Schritte und Maßnahmen eingeleitet.“

Und weiter: „Mit Hilfe von Hinweisschildern weisen wir unsere Gäste auf die Trinkwasserverunreinigung hin. Händewaschen und Duschen ist weiterhin ohne Bedenken möglich. Das Dampfbad und das Sole-Geysir wurden vorsorglich außer Betrieb genommen. Ansonsten sind keine weiteren Einschränkungen vorhanden.“

Zunächst laufen die Maßnahmen weiter

Ab sofort würden täglich Proben genommen, bis der Erreger über mindestens an drei aufeinanderfolgenden Tagen nicht mehr festgestellt wird, teilt die Stadt mit. Mindestens bis kommenden Mittwoch, 12. Oktober, müsse jedoch weiterhin das Trinkwasser abgekocht werden, bevor man es zu sich nimmt. Die Stadtverwaltung wird darüber informieren, sobald das Leitungswasser wieder normal genutzt werden kann und weist darauf hin, dass durch den Einsatz von Chlor sich Geruch und Farbe des Wassers leicht verändern können, was jedoch gesundheitlich unbedenklich sei.