Der Ort braucht Bauplätze, die Stadt braucht Einnahmen. Hierzu hat Diplomingenieur Peter Kühnle aus Bad Dürrheim, in seiner Eigenschaft als besorgter Bürger Unterbaldingens, privat einen Vorschlag erarbeitet, den er schriftlich vorlegt.

Unterbaldingen kann Bauanfragen mangels Bauplätzen nicht bedienen. Geplant ist die Erschließung des Neubaugebiets „Äußere Bündt“, was aber noch dauern wird. Bild: Hans-Jürgen Götz
Unterbaldingen kann Bauanfragen mangels Bauplätzen nicht bedienen. Geplant ist die Erschließung des Neubaugebiets „Äußere Bündt“, was aber noch dauern wird. Bild: Hans-Jürgen Götz
  • Allgemeines: „Seit der Teilnahme an den sehr erfolgreichen Melap- und Folgeprojekten, die vom Altortsvorsteher Erich Hasenfratz initiiert und vorangetrieben wurden und durch welche beispielhaft sehr viel Wohnraum im Bestand geschaffen werden konnte, hat sich in Unterbaldingen, was die Schaffung von Wohnbauplätzen anbelangt, nichts Wesentliches mehr ergeben“, so Kühnle. Die Klarstellungs- beziehungsweise Abrundungssatzung hätte seinem Empfinden nach deutlich großzügiger zum Wohle der Bürger und Bauwilligen ausfallen können.

„Das Baugebiet “Äußere Bündt“ ist zwar vorgesehen, bis zu einer Bebaubarkeit der privaten Grundstücke werden vermutlich noch zwei bis drei Jahre vergehen“, so Kühnle weiter.

Vor Jahren sei die Abstimmung mit dem damaligen Stadtbaumeister Hans Beirow das Baugebiet „Uchtweid“ relativ weit bearbeitet worden. Dies sei ein sehr attraktives Baugebiet, sonnig und ruhig gelegen, am westlichen Ortsrand, mit freier Sicht bis zum Feldberg. Dieses Thema sei dann aber von der Verwaltung im Zuge der Melap- und Folgeprojekte zurückgezogen und seither nicht wieder aufgenommen worden.

  • Drei Bauplätze: „Eine Möglichkeit, sehr schnell verfügbares Bauland im Eigentum und in der Verfügungsgewalt der Stadt Bad Dürrheim zu schaffen, wäre die Nutzung des Flurstückes 449/8 mit 1752 Quadratmetern“, erklärt der Planer. Hier befindet sich momentan der Brandweiher.
  • Der Brandweiher: Mit dem Neubau des Hochbehälters Unterbaldingen und der Schaffung von deutlich mehr Löschwasservolumen als vordem, sei der Brandweiher gemäß Argumentation der Verwaltung und der Planer für entbehrlich erachtet worden. „Die Feuerwehr der Stadt Bad Dürrheim, nebst Stadtteilen, verfügt über modernes, leistungsfähiges Fahrzeugmaterial, das Trink-/Löschwassernetz ist in den Ortslagen mit Anbindungen von Bad Dürrheim und aus den Brunnen und Quellen der Ostbaar gut ausgebaut und leistungsfähig. Die Löschwasserreserven in den Hochbehältern sind ausreichend“, argumentiert Peter Kühnle.

In den letzten drei trockenen Jahren habe sich zudem am Brandweiher verstärkt gezeigt, dass er neben allgemeinen und altersbedingten Schäden hohe Undichtigkeiten aufweist. Wenn der Pföhrenwiesgraben wenig bis keine Wasserführung hat, sinke der Wasserspiegel des Brandweihers und damit der Füllungsgrad konstant ab.

Kühnle: „Sollte also der Brandweiher für die Löschwasserversorgung von Unterbaldingen tatsächlich erforderlich sein, wäre eine umgehende Sanierung und Abdichtung für eine sichere und vollständige Funktionsweise erforderlich. Ist diese Erfordernis nicht gegeben, kann die Fläche leicht und schnell erschlossen werden.“ Drei Bauplätze mit etwa 500 bis 662 Quadratmetern würden hier auskömmlich Raum finden und die Ansiedlung beziehungsweise Bindung von drei Familien im Stadtteil Unterbaldingen ermöglichen.

  • Erschließung: Die Erschließung sei seines Erachtens denkbar einfach und könne kostensparend hausintern in Planung und Umsetzung vom Stadtbauamt, ohne Vergabe von Planungsleistungen an Dritte, umgesetzt werden, so der Fachmann. Als Kleinmaßnahme könnte sie durch das Stadtbauamt beschleunigt über eine beschränkte Ausschreibung angestoßen werden. Er habe beispielhaft mögliche Lösungen anhand Lageplänen untersucht und dargestellt.
  • Mögliches Vorgehen: Das Schmutzwasser wird zur vorhandenen Mischwasser-Kanalisation “In der Bündt“ geleitet, das Regenwasser könne dem Pföhrenwiesgraben zugeführt werden. Die Wasserversorgung nebst Strom und Medien könne “In der Bündt“ angebunden werden. Die Sicherung der Trassen könne auf den Grundstücken mittels Leitungsrechten und Grunddienstbarkeiten erfolgen. Straßenbaumaßnahmen seien für die Bebaubarmachung der drei Grundstücke grundsätzlich nicht erforderlich.
  • Vorteile: Durch die Lage des Flurstücks 449/8 innerhalb der Klarstellungssatzung Unterbaldingens befindet es sich im Innenbereich und könnte nach Paragraph 34 Baugesetzbuch sofort bebaut werden. Gewünschte Vorstellungen und Vorgaben des Ortschaftsrates, der Verwaltung, der Behörden, soweit im Rahmen der Landesbauordnung und des Baugesetzbuches möglich, wären mangels Baugebietssatzung in die Kaufverträge aufzunehmen. Der erforderliche Gewässerrandstreifen zum Pföhrenwiesgraben und Winterhaldengraben betrage im Innenbereich fünf Meter, die unschwer einzuhalten wären. Details wie eventuell Retention, Rückstau, Einleitung, wären mit dem Wasserwirtschaftsamt beim Landratsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises zu klären.
  • Naturschutz: Sollten sich Erschwernisse wegen des temporär vorkommenden Bestandes an Molchen im Brandweiher ergeben, könnte beispielsweise östlich, zwischen Pföhrenwiesgraben und Giebelweg (zur Unterführung A 81), auf den städtischen Flurstücken 1928 und 1929 ein Feuchtbiotop angelegt werden. Die fachlichen Aspekte zum Naturschutz könnten hausintern und kostensparend vom Umweltbeauftragten Gerhard Bronner, ohne Vergabe von Planungsleistungen an Dritte, begleitet werden. Möglicherweise könnte Bad Dürrheim in den Genuss einer entsprechenden Förderung aus Melap- und Folgeprogrammen kommen.
  • Finanzierung: „Den Erschließungs-, Neben- und Verwaltungskosten stehen Verkaufserlöse für die drei Baugrundstücke gegenüber“, erklärt Kühnle. Gemäß seiner Kostenschätzung könne sich ein Überschuss von 140 000 Euro ergeben bei einem angenommenen Verkaufspreis von 120 Euro pro Quadratmeter. „Dieser Betrag sollte selbstverständlich innerhalb der Gemarkung Unterbaldingen reinvestiert werden“, verdeutlicht Kühnle. Etwa bei der Sanierung der Kapellenstraße, der Sanierung von Feldwegen, für den Neubau der Speckbrücke über die Kötach. „Bedarf ist in Unterbaldingen mehr als genug vorhanden“, schließt Kühnle seine Ausführungen.