„Das Problem war, dass der Turnerbund am Anfang ziemlich hart getroffen wurde, weil der komplette Betrieb, einfach alles, eingestellt werden musste“, erklärt Reiner Günther vom Turnerbund Bad Dürrheim zur Lage des großen Vereins während der Corona-Zeit. Günther ist der erste stellvertretende Vorsitzende und stellt zusammen mit der zweiten stellvertretenden Vorsitzenden, Yvonne Springmann, mangels eines ersten Vorsitzenden, die Vereinsspitze.

Mit alles ist gemeint: die Kurse im Rehasport, die verschiedenen Trainingsangebote, das Mutter-Kind-Turnen, Vorschulturnen, Rope-Skipping, Volleyball. Alles musste eingestellt werden, von jetzt auf gleich. Die Volleyball-Saison wurde drei Spieltage vor Saisonende abgebrochen. Die Auf- und Abstiege seien nach einem komplizierten Rechenspiel ermittelt worden, durch welches die Bad Dürrheimer Volleyballerinnen auf den vierten Platz kamen.

„Dann war zwei Monate Stillstand, in denen gar nichts mehr ging“, erinnert sich Günther im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Die Vereine wurden im Wochenrhythmus von der Stadtverwaltung informiert, die Mitglieder wären sehr verständnisvoll gewesen, als sie darüber in Kenntnis gesetzt wurden, dass der Turnerbund aufgrund der Situation nichts mehr anbieten konnte.

Anfang Juli konnte schließlich in begrenztem Rahmen der Sportbetrieb wieder starten. Maximal sieben Personen wegen des Abstands, in der großen Turnhalle der Realschule am Salinensee (400 Quadratmeter) 20 Leute inklusive Trainer. Im erlaubten Rahmen fanden die Kurse im Turnerheim wieder statt. Zuvor erstellten Reiner Günther und Yvonne Springmann ein entsprechendes Hygienekonzept. Günther: „Das Problem war, dass die Oskar-Grießhaber-Turnhalle für den Schulunterricht verwendet wurde und die Salinensporthalle immer noch durch die Sanierung nicht zur Verfügung steht.“ Die Gruppen TB-Jumpers und Rope-Skipping verlegten das Training ins Freie, die Volleyballerinnen nutzten das Beachfeld. Seit dem 14. September wird – wenn auch teilweise geteilt – das ganze Programm wieder angeboten.

„Finanziell sind wir mit einem dunkelblauen Auge davongekommen“, so Günther. „Wir hatten Glück, dass die Mieten weggefallen sind und die verschiedenen Kurse schon vorher bezahlt waren, so dass die Trainer ihr Geld bekommen konnten.“

Aufgrund der neuen Situation seien alle nun wieder in „Habachtstellung“, weil aktuell keiner genau weiß, wie es weitergeht. Bis jetzt (Stand 17. Oktober) gebe es keine Einschränkungen.
Ein Problem ist die Fasnet. Die Mitglieder sind noch nicht informiert, doch in der September-Sitzung habe der Sport-rat letztendlich entschieden, den Turnerball abzusagen. Theoretisch dürften maximal 100 Leute eingelassen werden, offene Getränke dürften nicht verkauft werden – „alles Umstände, unter denen ein Fasnetsball wirklich nicht Spaß macht“, so Günther.

Am 6. Dezember hätte das Familien-Winter-Turnen stattgefunden. Auch das ist abgesagt, weil die Salinensporthalle noch nicht fertig ist. Die Turnhalle der Realschule am Salinensee ist zu klein für so viele Leute und das Gewusel an Kindern. Die Hauptversammlung, normalerweise Anfang April, hätte am 4. November stattfinden sollen in der Schützenhalle des Schützenhauses Bad Dürrheim als Ausweichquartier. Aufgrund der neuen Situation hängt alles nun wieder in der Schwebe. Auch Alternativprogramme für Unternehmungen mit den Kindern oder das Kürbisschnitzen etwa fielen inzwischen wieder den Umständen zum Opfer.

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