Die Corona-Krise schlägt bei den Heilbädern und Kurorten im Land voll durch. Da stellt das Solemar in Bad Dürrheim keine Ausnahme dar. Deshalb unterstützt Kur- und Bäder-Geschäftsführer Markus Spettel die Forderungen des Heilbäderverbandes Baden-Württemberg nach finanziellen Hilfen.

Die baden-württembergischen Erholungs- und Gesundheitsstandorte verzeichneten im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr insgesamt ein Minus von 52,3 Prozent bei den Ankünften und 43,6 Prozent weniger Übernachtungen, heißt es in einem Schreiben des Heilbäderverbandes Baden-Württemberg durch dessen Präsidenten Fritz Link aus Königsfeld. Durch diesen massiven, anhaltenden Einbruch leidet auch die Thermenlandschaft Baden-Württembergs massiv unter finanziellen Einbußen.

„Noch ist Baden-Württemberg mit seinen 56 höher prädikatisierten Heilbädern und Kurorten das Bäderland Nummer eins in Deutschland und konnte mit den 35 dort verorteten Thermal- und Mineralbädern bisher einen zentralen und wichtigen Beitrag sowohl in der Naherholung als auch zum touristischen Gästeaufkommen des Bundeslandes leisten“, so Fritz Link, Präsident des Heilbäderverbandes Baden-Württemberg.

Das Aufgabenspektrum der baden-württembergischen Thermal- und Mineralbäder in den Heilbädern und Kurorten lässt sich dabei in zwei Schwerpunkte untergliedern: Medizinisch-therapeutische Behandlungen sowie Erholungs- und Entspannungsangebote zur Stressreduktion und für das Wohlbefinden. Thermal- und Mineralbäder sind dabei, bedingt durch die medizinisch-therapeutische sowie präventive Ausrichtung, von reinen Spaß- und Freizeitbädern zu unterscheiden.

Gemäß einer Abfrage des Heilbäderverbandes besuchten vor der Pandemie durchschnittlich etwa 180 000 Gäste pro Woche die Thermen in Baden-Württemberg. Mit Beginn der Corona-Krise und den mit dem Lockdown einhergehenden Thermenschließungen bis zum 6. Juni 2020 veränderte sich diese Situation dramatisch. So hätten sich die Besuchszahlen der geöffneten Thermen im Juli 2020, verglichen mit Juli 2019, etwa halbiert. „Diese Umsatzverluste wurden weder durch die zur Verfügung gestellten Kreditprogramme der KfW noch durch direkte Finanzhilfen ausgeglichen“, so Link weiter.

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In Anbetracht akut drohender Insolvenzen besteht aus Sicht des Verbandes und seinen Mitgliedern daher dringender Bedarf an effektiven Finanzhilfen für die Mineral- und Thermalbäder. Ausgehend von den existenzbedrohenden Umsatzverlusten der Thermen, benötigen diese finanzielle Soforthilfen in Höhe von mindestens 35 Millionen Euro. Neben diesen finanziellen Soforthilfen fordern der Heilbäderverband und seine Mitglieder auch neue Einlassbedingungen für den kommenden Herbst und Winter. Der laufende Betrieb habe eindrücklich gezeigt, dass die Thermen mit den aktuellen Besucherzahlen nicht über die Runden kämen und neue, höhere Einlasszahlen dringend ermöglicht werden müssten.

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Die Einnahmeausfälle, die sich seit Krisenbeginn auf durchschnittlich 1,2 Millionen Euro pro Therme summieren, müssten aktuell durch Eigenkapital der Thermen oder durch die Kommunen aufgefangen werden.

Ohne finanzielle Unterstützung durch das Land, neue Einlassregelungen sowie mehr Besucher, werde die Thermenlandschaft Baden-Württembergs mit einem bis dato ungekannten Ausmaß an Insolvenzen sowie Thermenschließungen konfrontiert sein, was unter anderem auch massive Auswirkungen auf Arbeitsplätze und Tourismus haben werde, verdeutlicht Link und appelliert eindringlich im Namen aller Mitglieder um schnellstmögliche Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2020

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