Die Stadt kommt aktuell an zwei Millionen Euro Festgeld nicht heran und muss deren Verlust befürchten. Das gibt Bürgermeister Jonathan Berggötz in einer Pressemitteilung bekannt.

Schwierige Zeiten im Rathaus Bad Dürrheim. Nach der Greensill-Bank-Pleite sind jetzt viele Fragen offen.
Schwierige Zeiten im Rathaus Bad Dürrheim. Nach der Greensill-Bank-Pleite sind jetzt viele Fragen offen. | Bild: Naiemi, Sabine

Am vergangenen Mittwoch hat die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) der Bremer Greensill Bank den regulären Betrieb untersagt und damit die Bank geschlossen. Es drohe eine Überschuldung.

Von dieser Schließung ist, neben rund 50 anderen Kommunen, auch die Stadt Bad Dürrheim betroffen. Zwei Millionen Euro hat die Stadtverwaltung als Festgeld bei der Bremer Greensill Bank angelegt. „An das Geld kommen wir aktuell nicht mehr ran“, sagt Kämmerer Thomas Berninger. Die Finanzaufsicht BaFin hatte am Mittwoch ein so genanntes Moratorium über die Bank gelegt. Damit können die Bankkunden vorerst kein Geld mehr ein- und auszahlen. Während Privatkunden über Einlagensicherungsfonds abgesichert sind, könnte es Bad Dürrheim härter treffen. „Wir gelten nicht als privater Investor sondern werden wie ein Institutioneller Investor behandelt“, so Berninger. Damit sei die gesamte Einlage in Gefahr, sollte die Bank Insolvenz anmelden müssen. „Darüber sind wir geschockt. Wir hoffen auch im Fall einer Insolvenz auf einen Teilersatz, müssten aber von großen Verlusten ausgehen“, so Bürgermeister Jonathan Berggötz.

Solange die BaFin nicht die Insolvenz der Bank festgestellt hat, laufe die Festgeldanlage weiter, dennoch lässt sich die Stadt bereits parallel rechtlich beraten. Besonders bitter ist, dass die Stadtverwaltung die zwei Millionen Euro erst im Januar dieses Jahres bei der Greensill Bank angelegt hat. Dies war nötig, da für die bisherige Anlage ein Negativzins angedroht wurde. Hierbei ging es insgesamt um sechs Millionen Euro, die seit Januar nun in unterschiedlichen Festgeldkonten zu geringen positiven Zinssätzen angelegt wurden. „Uns ging es beider Differenzierung der Anlagen nicht um die Höhe des Zinses, wir wollten aber auch nicht, dass sich die Einlage verringert“, erklärt der Bürgermeister üer den Vorgang. „Die Einlage erfolgte in Abstimmung mit unserem langjährigen Finanzdienstleister und unter Berücksichtigung des Ratings der Bank“, so Berggötz weiter. Laut diverser Aussagen von Finanzmedien war für Kunden der Bremer Greensill Bank die aktuelle Situation nicht vorhersehbar, das bisherige Rating sei solide gewesen.

„Wir sprechen hier von zwei Millionen Euro an Steuergeldern der Bürger- und Unternehmerschaft Bad Dürrheims. Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, um unser Geld zurückzubekommen,“ sagt Bürgermeister Berggötz entschlossen.