Ein großes, bereits laufendes Bauvorhaben in der Straße „Am Waldrain“ in Bad Dürrheim erregt aufgrund seiner Massivität seit Monaten die Gemüter, vor allem der Anlieger. Der Bauherr wünscht im Vergleich zum bereits bewilligten Bauantrag, das bestehende Gebäude aufzustocken, es zu erweitern um ein Penthouse und einen Anbau. Die Anlieger dagegen treibt es auf die Barrikaden.

Die Straße (eine Sackgasse) ist sehr eng, die Platzverhältnisse im Prinzip jetzt schon prekär. Der vom Gemeinderat im März bewilligte Bauantrag über fünf Wohneinheiten wurde vom Bauherrn erweitert. Demnach sollen bei dem Umbau des bestehenden Gebäudes sieben Wohneinheiten entstehen. Während der Bauzeit schob der Bauherr den Antrag über die Aufstockung mit einem Penthouse, einen Anbau und einen Aufzug nach. Mehrere Termine vor Ort fanden statt.

Anlieger protestieren

Zwar lehnten der Technische Ausschuss und der Gemeinderat eben aufgrund seiner Massivität im September den vorliegenden Bauantrag ab, haben jedoch nicht wirklich eine rechtliche Handhabe aufgrund eines fehlenden Bebauungsplanes. Nach dem in diesem Gebiet geltenden Paragraphen 34 hätte immer noch die untere Baurechtsbehörde – also das Landratsamt – dem Bauantrag stattgeben können. Das kann durchaus bedeuten, dass Angrenzer in negativer Weise betroffen sein können. Das hat der Gemeinderat nun mit der Veränderungssperre und dem vorgesehenen Bebauungsplan Löchle geändert.

Für den Planungsraum Löchle wurde 1978 ein Bebauungsplan aufgestellt, der jedoch aufgrund von Verfahrungsmängeln nicht genehmigt und seitens der Stadt nicht weiterverfolgt wurde. Das Problem ist also, dass es für dieses Gebiet Löchle keinen geltenden Bebauungsplan gibt, sondern der sogenannte Paragraph 34 gilt. Nun gibt es im genannten Gebiet mehrere freie Bauplätze beziehungsweise Baulücken, weshalb nach dem Willen der Stadt durch einen Bebauungsplan eine geordnete Planung gesichert werden soll.

Stadtplaner Henner Lamm vom Büro Kommunal-Plan erläuterte dem Gemeinderat vor Beschlussfassung noch einmal Hintergründe und Grundlagen. Die Veränderungssperre der Stadt Bad Dürrheim für den Geltungsbereich des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans Löchle tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung in Kraft, das heißt mit der Bekanntmachung in den Dürrheimer Nachrichten und das heißt wiederum, dass damit auf das aktuell laufende Bauvorhaben Einfluss genommen werden kann. Verhindert werden soll im Hinblick auf künftige Bauvorhaben außerdem die Schaffung eines Präzedenzfalles.

Eines der Ziele des Bebauungsplanes ist die Schaffung eines städtebaulichen Rahmens zur Sicherung und Weiterentwicklung eines gewachsenen Wohnquartiers, um eben „Wildwüchse“ zu verhindern. Im Detail vorgesehen ist: eine maximal zweigeschossige Bebauung mit Höhenbegrenzungen der maximalen Gebäudehöhe an der Straße Am Waldrain auf 737,85 Meter über Normal Null; ein Baufenster für die offene Bebauung mit Begrenzung der Wohnungsanzahl für Gebäude, eine Grundflächenzahl von maximal 0,30 bis 0,35 GRZ (Grundflächenzahl, die nach Paragraph 19 Bau-Nutzungsverordnung den Flächenanteil eines Baugrundstückes angibt, der überbaut werden darf) die Ausweisung öffentlicher Stellplätze und Zufahrtsbeschränkungen und die Festsetzung eines Stellplatzschlüssels.

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