Das Unternehmen Belenus, ein Fachbetrieb für Blech-, Schweiß- und Montagetechnik in Bad Dürrheim sieht nach eigenen Angaben „Licht am Ende des Tunnels“. Die Corona-Pandemie habe die sich 2019 bereits abzeichnende Konjunkturflaute beschleunigt, erklärte Firmenchef Alexander Theinert. Doch er sei Optimist und sehe Licht am Ende des Tunnels: „Das Tal der Tränen ist durchschritten. Es geht aufwärts.“ Da einige der acht Beschäftigten noch in Kurzarbeit sind, mussten aktuelle Aufträge nun von Sohn Fabian, Theinerts Frau und dem Chef selbst abgearbeitet werden. Und nach langem Warten ist bei dem Unternehmen auch endlich die Corona-Überbrückungshilfe II eingegangen. Dies erklärte Theinert bei einem Besuch des CDU-Abgeordneten Thorsten Frei und Bürgermeister Jonathan Berggötz.

Firmenchef Alexander Theinert (rechts) zeigt Bürgermeister Jonathan Berggötz das Ergebnis eines CNC-gebogenen Blechsteils.
Firmenchef Alexander Theinert (rechts) zeigt Bürgermeister Jonathan Berggötz das Ergebnis eines CNC-gebogenen Blechsteils.

Der Unternehmer nutzte den Besuch, um auch über sein Energiemanagement zu informieren. Hierauf ist der Firmenchef besonders stolz, beweist es doch, dass sich auf lange Sicht selbst hohe Investitionskosten bezahlt machen. So werde der gesamte Betrieb ohne einen Tropfen fossilen Brennstoffs beheizt. Eine 6,5 Kilometer lange Rohrschlange entnimmt der umgebenden Erde in 1,5 Meter Tiefe Wärmeenergie, die mit Hilfe zweier Wärmepumpen die Heizenergie für die Firmenhalle und das Verwaltungsgebäude liefert. Das Dach des Firmengebäudes zieren zahlreiche Photovoltaikelemente, welche die notwendige elektrische Energie bereitstellen. Selbst der firmeneigene Fuhrpark fährt entweder vollelektrisch oder mit Hybridantrieb.

Überraschend klein sind die Wärmepumpen, welche Firmen- und Verwaltungsgebäude mit Heizenergie versorgen. Von links: Abgeordneter Thorsten Frei, Bürgermeister Jonathan Berggötz und Firmenchef Alexander Theinert. Bild: Klatt
Überraschend klein sind die Wärmepumpen, welche Firmen- und Verwaltungsgebäude mit Heizenergie versorgen. Von links: Abgeordneter Thorsten Frei, Bürgermeister Jonathan Berggötz und Firmenchef Alexander Theinert. Bild: Klatt

Dass Alexander Theinert privat das derzeit einzig lieferbare wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeug nutzt, setze der ökologischen Ausrichtung des Betriebes die Krone auf. Im Betrieb werden mit einem hochmodernen, voll digitalisierten Maschinenpark Bleche geschweißt und Metallstücke gebogen. Seit 2019 voll vernetzt, werden die Konstruktionszeichnungen per Datentransfer an die Maschinen übertragen und Firmensohn Fabian Theinert zeigte nicht ohne Stolz, wie in kürzester Zeit auch komplizierte Strukturen aus den Blechen geschnitten werden können. Dabei ist die Produktionshalle nahezu klinisch sauber und bestens beleuchtet.

„Unsere Stärke ist das extrem flexible Reagieren auf Kundenwünsche. Zeitgenaue Lieferung selbst von Einzelstücken schätzen unsere Kunden“, so der Firmenchef. Der keltische Sonnengott Belenus stand Pate für den Firmennamen und bedeutet „hell und glänzend“, Eigenschaften, die man gemeinhin Metallen zuspricht.

Die Firma ist seit 2013 in Bad Dürrheim ansässig, zuvor war der Firmensitz Schwenningen. Schon seit 2007 hegte Geschäftsführer Alexander Theinert Pläne, die Firma an einem neuen Standort in modernen Räumen unterzubringen. Doch einer zügigen Umsetzung kam damals die Wirtschaftskrise dazwischen. Als die Pläne dann erneut aus der Schublade gezogen worden sind, seien auch Standorte auf Herdenen und im Industriegebiet beim Flugplatz Schwenningen im Gespräch gewesen. Schließlich aber richtete Theinert den Blick nach Bad Dürrheim, erfuhr dort große Unterstützung seitens der Stadtverwaltung und siedelte sich schließlich im Gewerbegebiet „Auf Stocken“ an. Gegründet wurde die Firma 1993, seit 1994 war die Produktion in der Bären­straße in Schwenningen beheimatet, 1997 erfolgte dann die Verlagerung ins Gebiet Rammelswiesen, wo Belenus eine Halle angemietet hat. Im Oktober 2013 zog das Unternehmen dann nach Bad Dürrheim.