„Das ist bei uns ein Anfang, wir werden sehen, was noch folgen kann“, so eröffnete Ortsvorsteherin Astrid Schweizer-Engesser bei der Ortschaftsratsitzung am vergangenen Mittwoch in Öfingen den Abend, wobei sie Bezug auf die anstehende Renaturierung des Talbachs auf Öfinger Gemarkung nahm, die dank ihrer Initiative umgesetzt werden wird.

Das Vorhaben stellte Stefany Lambotte vom Umweltbüro Donaueschingen den Anwesenden vor. Stefany Lambotte arbeitet seit März 2017 im Gewässerbereich. Sie ist Diplom-Biologin und Umweltpädagogin. Ihr Aufgabenschwerpunkt im Umweltbüro ist die Renaturierung der Bachläufe auf der Südbaar.

Bei dem Projekt „Mehr Natur im Talbach„ werde ein Teilstück des Baches renaturiert, erklärte Lambotte. Der Ortschaftsrat hatte sich schon in der vergangenen Woche bei einem Termin vor Ort über die anstehenden Maßnahmen informiert und sich dabei den bestehenden Bachlauf angesehen. So hatte das Gremium auch erfahren, dass im Anschluss an den Öfinger See ein richtiges Biotop entstanden ist, in welchem viel Leben herrscht. Dies übrigens auch bedingt durch die Arbeit des Bibers.

Mehr Lebensraum für Tiere

Im weiteren Verlauf des Talbaches soll jetzt die Renaturierung stattfinden, wobei das Gewässer durch Bäume und Sträucher beschattet werden wird, um so Lebensraum für Tiere und Pflanzen, eine Vernetzung von Lebensräumen und eine Verbesserung des Mikroklimas zu schaffen. „Gehölze schaffen Schatten im Gewässer. Wenn ein Gewässer nur besonnt ist, wird es zu warm für die Lebewesen darin“, erklärte Stefany Lambotte.

Das Ziel der Maßnahme ist eine naturnahe Entwicklung. Deshalb werde zukünftig im Randbereich von zwei Metern auch nicht mehr gemäht. Ein Randstreifen von fünf Metern wird nur noch einmal im Jahr gemäht und außerdem darf in diesem Bereich auch nicht gedüngt werden. Die Bewirtschafter der angrenzenden Äcker wurden beim Vororttermin über diese Maßnahmen informiert.

Der Verlauf des Talbachs ist momentan geradlinig und monoton, es mangelt an Strukturen im Bachbett und im Uferbereich und wie schon erwähnt fehlen die Gehölze. Teil der Maßnahmen ist auch das Setzen von Baumstubben (Baumstümpfe) und Buhnen (quasi ein Holzdamm zur Gewässermitte hin) in den Bachverlauf gesetzt werden, um für gewollte Störungen zu sorgen.

Projektstart noch dieses Jahr

Schon jetzt im Oktober soll das Projekt mit dem Einbau von Strukturhilfen und Neupflanzungen starten. Finanziert wird das Projekt zu 50 Prozent durch Mittel aus dem Förderprogramm Entwicklung ländlicher Raum. Die andere Hälfte übernimmt die Stadt und bekommt dafür Öko-Punkte gutgeschrieben. So könne das Projekt mit deutlich unter 10 000 Euro verwirklicht und schon eine ganze Menge erreicht werden, um ein schönes Naturerlebnis zu schaffen, meinte Lambotte.

Außer der Renaturierung stand noch ein Bauantrag für einen Carport mit Terrasse auf der Tagesordnung, dem einstimmig zugestimmt wurde. Weiter wurde der Platz für die gewünschten Rasengräber auf dem Friedhof festgelegt. Wichtig zu erwähnen ist dem Ortschaftsrat noch, dass bei dem Bauantrag für eine Pferdebewegungshalle, über den in der vorherigen Ortschaftsratssitzung entschieden wurde, nicht wie irrtümlich gesagt, das bestehende Wohnhaus abgerissen wird, sondern die Bewegungshalle direkt an das Wohnhaus angebaut wird.

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