Das geplante Hotel „Parasol“ in der Huberstraße in Bad Dürrheim ist eine Geschichte, die schon recht lange dauert – seit 2012 – und die jetzt nach verschiedenen Änderungen konkrete Formen annehmen soll, wie es der erste Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Hotels, Günter Tarlatt, im Gespräch mit dem SÜDKURIER erläutert. Ein Schlag, den das Projekt wegstecken musste, war die Insolvenz des Arbeiterwohlfahrt-Kreisverbandes Schwarzwald-Baar und dessen Wegfall als Gesellschafter der Betreibergesellschaft. Man sei mit weiteren Wohlfahrtsverbänden in Kontakt, um die Betriebsgesellschaft auf eine breite Basis zu stellen und würde auch auf Interesse stoßen.

Dieser Planentwurf von 2014 für das barrierefreie „Parasol“-Hotel in Bad Dürrheim wird überarbeitet. Der Spatenstich soll Mitte 2021 erfolgen.
Dieser Planentwurf von 2014 für das barrierefreie „Parasol“-Hotel in Bad Dürrheim wird überarbeitet. Der Spatenstich soll Mitte 2021 erfolgen. | Bild: Hendrik Bayer/Förderverein Parasolhotel

Die ersten Änderungen

Verein und Geschäftsstelle sind zum Wochenbeginn vom bisherigen Sitz in Villingen-Schwenningen nach Bad Dürrheim umgezogen. Die Räume befinden sich im Gebäude des „Sure Hotels by Best Western“ in der Luisenstraße (rechter Seiteneingang), also ganz in der Nähe des Projektes. Die Geschäftsstellenleiterin Cornelia Kunkis ist zum 31. Mai aus ihrer Funktion ausgeschieden, ist aber weiterhin als Mitglied dem Förderverein verbunden. Der Förderverein hat derzeit 90 Mitglieder.

Unter anderem durch die Umstrukturierungen wurden finanzielle Mittel frei für das jetzt geplante weitere Vorgehen. „Jetzt ist es wichtig, die Planung in Schwung zu bringen“, sagt Günter Tarlatt. „Wir müssen uns jetzt platzieren!“

Der Vorsitzende des Fördervereins Parasol-Hotel, Günter Tarlatt, wirkt emsig hinter den Kulissen, um das Projekt nun weiter auf den Weg zu bringen. Die Geschäftsstelle des Vereins ist Anfang Juni nach Bad Dürrheim gezogen.
Der Vorsitzende des Fördervereins Parasol-Hotel, Günter Tarlatt, wirkt emsig hinter den Kulissen, um das Projekt nun weiter auf den Weg zu bringen. Die Geschäftsstelle des Vereins ist Anfang Juni nach Bad Dürrheim gezogen. | Bild: Naiemi, Sabine

So sei jetzt die Ausarbeitung einer Bauvoranfrage in Auftrag gegeben worden, die Ende Juni im Gemeinderat vorgestellt werden soll. Der externe Hotelberater Frank Klasen hat eine neue Evaluierung vorgenommen, fortgeschrieben und eingereicht. Im Juni findet ein weiteres Gespräch beim KVJS (Kommunalverband für Jugend und Soziales) zur Besprechung des aktuellen Konzeptes statt.

Man geht von 540 000 Euro Pachtzahlung pro Jahr aus. Die Gesamtkosten für das Projekt inklusive Grundstück und Vorleistungen werden „relativ verbindlich“ auf 14 Millionen Euro geschätzt. Das Grundstück ist für 1,1 Millionen Euro bereits gekauft. Es sei mit einer Begleitförderung über sechs Jahre hinweg zu rechnen, so Tarlatt, und Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer habe aus ELR-Mitteln 200 000 Euro Förderung in Aussicht gestellt.

Dieser Anblick ist schon lange Geschichte. Anstelle des seit Jahren abgerissenen Hauses in der Huberstraße in Bad Dürrheim weist eine Informationstafel auf das Parasol-Hotel hin, das dort bald entstehen soll.
Dieser Anblick ist schon lange Geschichte. Anstelle des seit Jahren abgerissenen Hauses in der Huberstraße in Bad Dürrheim weist eine Informationstafel auf das Parasol-Hotel hin, das dort bald entstehen soll. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Neuer Handlungsspielraum

Ein großer Schritt, der jetzt wesentlich den Weg zum benötigten Eigenkapital von zwei Millionen Euro ebnet, ist die Zusage des Chrischona Schwesternverbandes, komplett auf die Rückkaufssicherung zu verzichten.

Dieses Entgegenkommen ermöglicht neuen Handlungsspielraum. Und zwar dergestalt, dass in einem vom Hotel getrennten Gebäude 30 Ferienwohnungen mit jeweils etwa 53 Quadratmetern Größe entstehen sollen. Hierfür ist eine Fläche von 3000 Quadratmetern vorgesehen. Tarlatt: „Die Ferienwohnungen werden dann zu gegebener Zeit zum gängigen Richtwert als Kapitalanlage vermarktet.“

Das geplante Parasol-Hotel verfügt durch seine Konzeption über ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal. Das Inklusionsprojekt wird komplett barrierefrei und rollstuhlgerecht gebaut. Das Hotel soll über 60 Zimmer, eine Vollgastronomie, einen Tagungs- und Veranstaltungsbereich sowie über einen Wellness- und Life-Balance-Bereich verfügen.

Des Weiteren sind technische Hilfen für blinde, mobilitätseingeschränkte oder Menschen mit anderen Einschränkungen vorgesehen. Das Besondere ist außerdem die Bereitstellung von 15 bis 18 Inklusionsarbeitsplätzen. Die Hotelanlage soll auf einer Fläche von 7000 Quadratmetern entstehen.

Das Projekt erfreut sich großer Akzeptanz und Aufmerksamkeit. Uneingeschränkte Unterstützung erfährt das Vorhaben durch den Schirmherrn, Minister Guido Wolf, Landrat Sven Hinterseh und nicht zuletzt Bürgermeister Jonathan Berggötz.

Man kann bereits mit einem Jahresbeitrag von 25 Euro für Einzelpersonen und 100 Euro für Firmen ein Unterstützer werden.

Infos im Internet:
http://www.hotelparasol.de

Der bisherige Ablauf

2011 stand das 10.000 Quadratmeter große Grundstück mit Kinderkurheim des Chrischona Schwesternverbandes kurz vor der Umwidmung als Wohnbaufläche.

2014 wurde der gemeinnützige Verein der Freunde und Förderer des Hotels Parasol gegründet. Die Gruppe erhielt die Reservierung mit der Auflage, ein schlüssiges Konzeptes im Bereich der Gemeinnützigkeit vorzulegen.

2016 konnte der Verein das Grundstück kaufen.

2020 erhielt der Verein das uneingeschränkte Verwertungsrecht im Sinne der Gemeinnützigkeit und der Anerkennung der Marktnische der regionalen und überregionalen Aufgabenstellung im Kur- und Tourismusbereich.

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