Gemeinsam mit der Stadt möchten die Malteser in Bad Dürrheim das neue Projekt „Miteinander – Füreinander“ etablieren. Damit soll Seniorinnen und Senioren der Zugang zu lokalen Hilfsangeboten erleichtert werden und deren Selbstständigkeit und Freude im Alter stärken.

Ehrenamtliche schauen vorbei

Das Projekt: „Es geht das allererste Mal um einen Dienst, der aufsuchend ist“, erklärt Projektleiterin Simone Laux. Bis jetzt sei es so, dass ein Senior, der ehrenamtliche Hilfe in Anspruch nehmen möchte, zuerst selbst aktiv werden müsse. Doch viele hätten da eine Hemmschwelle, die sie nicht überwinden könnten. Laux: „Das soll jetzt ausgehebelt werden.“ Es soll so sein, dass Senioren zu Hause von Ehrenamtlichen besucht werden, die ihnen ein Portfolio von Diensten und Angeboten zeigen, aus dem sich die Senioren die Möglichkeiten heraussuchen können, die sie in Anspruch nehmen möchten. „Wir sind Vermittler der vorhandenen Sachen“, so Laux weiter.

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Dieser Besuchsdienst ist für die Senioren vollkommen kostenlos. Er wird vom Bundesfamilienministerium gefördert. „Es gibt 112 Standorte in Deutschland und auch noch andere Dienste, die das anbieten“, erklärt Simone Laux. Das nenne sich „präventive Hausbesuche“. Dieses Projekt habe jedoch nichts mit dem gleichnamigen Projekt „Miteinander – Füreinander“ vom Generationentreff Lebenswert zu tun, so der Hinweis von Laux, um Verwechslungen auszuschließen.

„Es ist echt krass, was es in Bad Dürrheim alles gibt.“
Simone Laux, Projektleiterin

„Bad Dürrheim ist die durchschnittlich älteste Stadt Baden-Württembergs“, erklärt Laux auf die Frage, warum die Malteser sich ausgerechnet die Kurstadt für das Projekt ausgesucht haben. Und die Stadt finde es richtig klasse. Es ginge ja auch nur mit der Stadt zusammen, die in Frage kommenden Senioren herauszusuchen, die per Brief angeschrieben werden sollen und man sei in sehr enger Zusammenarbeit. Das Portfolio wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt erstellt. „Es ist echt krass, was es in Bad Dürrheim alles gibt“, findet die studierte Volkswirtin.

Senioren werden angeschrieben

Zunächst wolle man die Senioren ab 85 Jahre anschreiben und schauen, wie viele es sind. Ziel sei jedoch, alle Bürgerinnen und Bürger ab 70 Jahre mindestens einmal zu besuchen. Und wenn ein 65-Jähriger besucht werden möchte, werde dieser natürlich nicht abgewiesen.

„Generell hat Corona ziemlich viel kaputt gemacht. Viele haben einerseits gemerkt wie schön es ist, Zeit zu haben. Aber man hat auch gemerkt, wie Einsamkeit sich anfühlt. Das betrifft uns alle irgendwann, alle werden älter.“
Simone Laux, Projektleiterin

Für das Angebot werden Menschen gesucht, die bereit sind, sich ehrenamtlich für die älteren Mitmenschen in ihrer Gemeinde zu engagieren. Die Ehrenamtlichen besuchen die Interessierten zuhause und informieren sie über bereits bestehende Hilfsangebote in Bad Dürrheim. Sie stellen Kontakte her und unterstützen beim Finden passender Hilfe oder eines Freizeitangebots. Gleichzeitig wird so erkannt, wo noch Angebote fehlen.

Helfer gesucht

Nach zwei Informationsabenden hat Simone Laux drei Personen gefunden, die mitmachen wollen. Fünf hätte sie gerne mindestens. Es sei recht schwierig, in Bad Dürrheim Leute zu finden, die sich noch nirgendwo engagieren, da die Bereitschaft für bürgerschaftliches Engagement hier grundsätzlich sehr hoch sei und sie wolle niemandem „die Leute wegnehmen“. Aber es ist ein Dienst, der keine Regelmäßigkeit hat, sondern der so eingeplant wird, wie es der Helfer einrichten kann.

„Ich finde es ein ganz tolles Projekt, die Senioren aktiv anzusprechen. Manche brauchen einfach einen Anstoß. Und man darf als Senior auch nicht immer zu stolz sein, auch mal Hilfe anzunehmen. Man darf es auch sagen, wenn man sich einsam fühlt.“
Simone Laux, Projektleiterin

Die Termine werden so gelegt, dass es für alle passt. Wenn sich noch jemand melden will, soll der- oder diejenige das gerne machen. Wenn sie fünf Ehrenamtliche hat, startet das Projekt.