Nach fast genau zwei Jahren zeichnet sich am Horizont das Ende der Umbauarbeiten in der evangelischen Kirche Oberbaldingen ab. Am vergangenen Freitag, 7. Mai, begann die Möblierung des Kirchenschiffs. Die bei der Firma Gebrüder Hauser gefertigten Kirchenbänke wurden bei strömendem Regen in den, in strahlendem Weiß gehaltenen Gottesdienstraum getragen.

Firmenchef Martin Hauser bugsiert zusammen mit Giuseppe Russo die schweren Eichenbänke in die Oberbaldinger Kirche.
Firmenchef Martin Hauser bugsiert zusammen mit Giuseppe Russo die schweren Eichenbänke in die Oberbaldinger Kirche.

Beste europäische Eiche verleiht den neuen Kirchenbänken nicht nur exzellente Stabilität, sondern auch gediegene Wertigkeit. „Diese Bänke können sicherlich 500 Jahre halten“, so Martin Kalisch vom Bauausschuss der Kirchengemeinde. Eigentlich war geplant, dass die alten Kirchenbänke erhalten bleiben. Doch nach dem Ausbau des Gestühls stellten die Verantwortlichen fest, dass die Feuchtigkeit in der Kirche nebst manchem Holzwurm dem Holz so zugesetzt hatte, dass nur eine Entsorgung infrage kam.

Karsten Fink und Ralf Silbermann sorgen für frische Farbe an der Orgel und Empore. Bilder: Jörg-Dieter Klatt
Karsten Fink und Ralf Silbermann sorgen für frische Farbe an der Orgel und Empore. Bilder: Jörg-Dieter Klatt

Dies war nicht die einzige Überraschung, die sich im Laufe der Renovierungsarbeiten auftat. Auch der Kirchenboden selbst war derart marode, dass ein völlig neuer Grundaufbau notwendig wurde. Die neuen Bänke und Stühle passen nun farblich nicht nur zum neuen Stäbchenparkettboden.

Auch Emporengeländer und der neue Altar sind in hellem Eichenholz ausgeführt. Unter den Bänken, die von der auf die Herstellung von Kirchenbänken spezialisierten Tischlerei in Spaichingen gefertigt wurden, montiert die Firma Waldmann aus VS-Schwenningen in den kommenden Tagen die Heizkörper. Der Kirchengemeinderat hat sich für die Beibehaltung der elektrisch betriebenen Heizung entschieden, da seit Jahren das Kirchendach eine erkleckliche Anzahl von Photovoltaikelementen ziert, welche somit letztendlich nahezu klimaunschädlich für einen warmen Kirchenraum sorgen. Gepolsterte Sitzflächen sorgen fürderhin für ein angenehmes Sitzgefühl. Da der lange Emporenflügel aus der Kirche entfernt wurde, wirkt jetzt alles deutlich heller. Mit der aufsteigenden Emporenbestuhlung sorgte der Architekt dafür, dass von allen Plätzen rechts und links der Orgel Chorraum und Altar einsehbar sind. Die Platzierung der Kirchenbänke im Kirchenschiff ist so gestaltet, dass nun auch Raum für Rollstuhlfahrende vorhanden ist und diese nicht in den Fluchtweg ragend den Gottesdiensten folgen müssen.

Martin Hauser, Giuseppe Russo, Tobias Zigaitis und Waldemar Schell wuchten die schweren Eichenbänke vom Transportwägelchen an ihren künftigen Platz im Kirchenschiff. Bild: Jörg-Dieter Klatt
Martin Hauser, Giuseppe Russo, Tobias Zigaitis und Waldemar Schell wuchten die schweren Eichenbänke vom Transportwägelchen an ihren künftigen Platz im Kirchenschiff. Bild: Jörg-Dieter Klatt
  • Neues Licht: War es vor der Renovierung bisweilen schwierig aufgrund der dürftigen Beleuchtung im Gesangbuch lesen zu können, haben die Planer nun ein besonderes Augenmerk auf eine perfekte Ausleuchtung des Kirchenschiffs und des Chorraumes gelegt. Das von einer Beleuchtungsfachfirma entwickelte Lichtkonzept wird allen Anforderungen an eine zeitgemäße Nutzung des Kirchenraums gerecht. Die dimmbaren LED-Leuchtkörper fügen sich harmonisch in das Kirchenschiff.
  • Einweihungstermin: Nach Abschluss der Arbeiten möchte die Kirchengemeinde am 27. Juni 2021 einen – wegen der Pandemie mit eingeschränkter Personenzahl – einfachen Eröffnungsgottesdienst feiern. Ein großes Gemeindefest soll nach Beendigung der Corona-Beschränkungen den Abschluss der Sanierung krönen.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Kosten: Die Gesamtkosten der Renovierung haben sich inzwischen auf 900 000 Euro summiert. Davon konnte die Kirchengemeinde durch Spenden 180 000 Euro beitragen. Auf 60 000 Euro belaufen sich die eingebrachten Eigenleistungen durch die Gemeindeglieder. Der Hauptteil der Kosten setzt sich aus Zuschüssen von der Landeskirche, angesparten Eigenmitteln und Krediten zusammen. Da derzeit noch 30 000 Euro ungedeckt im Raum stehen, würde sich die die Kirchengemeinde über weitere Spenden freuen: IBAN DE54 6945 0065 0000 0029 23, Verwendungszweck: Kirchenrenovierung.
Ein historischer Moment: Die erste der neuen Kirchenbänke wird aufgestellt. Waldemar Schell und Firmenchef Martin Hauser platzieren die Eichenbank an ihrem künftigen Platz. Bild: Jörg-Dieter Klatt
Ein historischer Moment: Die erste der neuen Kirchenbänke wird aufgestellt. Waldemar Schell und Firmenchef Martin Hauser platzieren die Eichenbank an ihrem künftigen Platz. Bild: Jörg-Dieter Klatt