Hofen darf nicht zerstört werden

Thomas Schalk, Experte und Vorsitzender des Naturschutzbundes (NABU), hat es kürzlich nach einer Begehung des Hofen-Parks in unmittelbarer Nähe des Hindenburg- und Kurparks deutlich gesagt: Diese Bad Dürrheimer Grünanlage (Hofen II) ist eine wertvolle Oase und Brutstätte für mindestens 18 Vogelarten und viele schützenswerten Insekten. Der NABU-Experte machte darauf aufmerksam, dass unter anderem der Gartenrotschwanz, der in diesem Park brütet, in Bad Dürrheim und Villingen bereits als ausgestorben gilt. Auch die zum Teil über 50 Jahre alten Bäume und Sträucher in diesem Hofen-Park sind wertvoll und müssen gerettet werden. Es handelt sich hier um einen Teil der Park- und Grünanlage, die als sogenannte „grüne Zunge“ mitten in die Dürrheimer Innenstadt hineinragt. Diese Grünschneise – konzipiert vor über 100 Jahren vom damaligen Medizinalrat und Ehrenbürger Dr. Georg Huber – sollte direkt mit dem Zentrum verbunden werden und ist bis heute eine der Besonderheiten von Bad Dürrheim. Eine solche grüne Wald-, Wiesen- und Grünflächenschneise direkt in die Innenstadt hat fast keine Kurstadt aufzubieten und das macht den besonderen Reiz Bad Dürrheims aus. Sowohl Kurgäste als auch Einheimische sind von diesen Grünflächen entlang der Sackgasse „Auf Hofen“ über den Johanniterweg bis in die Stadt hinein begeistert und profitieren von diesen grünen Lungen. Deshalb darf auch keinesfalls der kleine Fußgängerweg zwischen „Auf Hofen“ und Johanniterweg zugebaut werden, da es sich um die grüne Fußgängerhauptachse vom Kurgebiet in die Stadt handelt. Wohl auch deshalb haben unglaublich viele Bürger bei der letztjährigen Bürgerbefragung auf den Erhalt der Hofen-Parkanlagen gepocht. Es waren über 100 Beiträge und Kommentare (sowie über 1200 Zustimmungen als „likes“), die für den Erhalt dieser Hofen-Grünanlagen votierten. Die neuen Eigentümer Limberger und Rebholz wollen nun diese zentrale und wertvolle Parkanlage mit Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie Tiefgaragen profitträchtig zupflastern und den Hofen-Park damit für immer zerstören. Bislang ist nämlich diese gesamte Parkanlage als Park- und Grünfläche im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Wir möchten daher alle Gemeinderatsmitglieder im Sinne des Natur- und Gemeinwohls nachdrücklich darum bitten, dass sie sich nicht unter Druck setzen lassen, und dass sie einer Umnutzung dieser Parkanlagen als Baugebiet niemals zustimmen. Auch als Faustpfand für ein irgend- oder nirgendwann zu realisierendes Hotelprojekt am Solemar darf die Zerstörung dieses Parks nicht dienen. Liebe Mitglieder des Gemeinderats, wir hoffen, dass Sie diese Hofen-Grünanlagen als Grünflächen belassen und nicht als bebaubare Fläche in den städtebaulichen Wettbewerb einbringen. Die Natur, die Bürger und Kurgäste werden es Ihnen danken.

Die Erstunterzeichner für die vielen weiteren Unterstützer der grünen Hofen-Parkanlagen aus Bad Dürrheim, Gabriele und Ingo vom Berg, Tanja Bühler, Martina Engesser, Stefanie und Frank Geiger, Anna Luise Grießhaber, Hannelore Hagmann, Andrea und Thomas Janson, Gabriela Kroll, Hans und Gerda Luschin, Andreas Putz, Volker Reinhardt, Ingrid und Siegfried Riegger, Swantje Tietböhl-Blessing, Elke und Rainer Waldmann