Insgesamt laufen die Dinge im Jugendhaus recht zufriedenstellend. Das Jahr 2019 war geprägt von vielen Herausforderungen. Ein Ärgernis ist weiterhin die Vermüllung rund um das Jugendhaus und auch am Grillplatz. Stadtjugendpfleger Christoph Lauer gab am Donnerstag in der vergangenen Woche seinen Jahresbericht vor dem Verwaltungsausschuss ab.

  • Renovierung: Die Räume des Jugendhauses im Bohrturm wurden einer umfangreichen Renovierung unterzogen (wir berichteten). Unter anderem hatte ein Anfang 2019 durchgeführter E-Check gravierende Sicherheitsmängel ergeben. Verschiedentlich mussten aus Sicherheitsgründen Räume bis zum Abschluss der erforderlichen Arbeiten vorübergehend geschlossen werden.

Auch der von der Jugendkunstschule im Obergeschoss angemietete Raum, der gleichzeitig als Sitzungs- und Besprechungsraum dient, wurde gänzlich renoviert. Momentan fehlen noch Schränke und Verstauräume, wodurch der Raum vorerst nur eingeschränkt genutzt werden kann. Die hierfür beantragten 5000 Euro wurden im Zuge der Haushaltsplanungen 2020 gestrichen.

  • Personelle Maßnahmen: Das Jugendhaus erfreue sich immer großerer Beliebtheit, so Lauer, mit stetig steigenden Besucherzahlen. Zur Verkehrssicherheit würden auch personelle Maßnahmen zählen, der Gemeinderat stimmte 2019 einer Personalaufstockung zu.
  • Jugendhaus-Areal: Aufgrund zahlreicher Vorkommnisse auf dem Skaterplatz, dem Grillplatz und unmittelbar auf dem Jugendhausgelände wurde eine Strategie entwickelt, um die anhaltende Vermüllung – in erster Linie durch gefährliche, unzählige Glasscherben – sowie den Vandalismus einzudämmen. Die Situation verschärfte sich durch die Inbetriebnahme der Kindertagesstätte Stadtkäfer noch einmal. Durch die vermehrte Frequentierung des Areals durch externe Jugendliche und junge Erwachsene würden sich Besucher des Jugendhauses zudem teilweise nicht mehr sicher fühlen auf ihrem Weg nach Hause, so Lauer schon im vergangenen Jahr. Bemängelt wurde von den Leuten unter anderem auch eine fehlende beziehungsweise schlechte Ausleuchtung der Wege.

Zum seinerzeit vorgelegten Grobkonzept gehörte der Einsatz eines Sicherheitsdienstes mit unangemeldeten Kontrollgängen, wodurch zeitweise die Beschwerden eingedämmt werden konnten. Zurzeit sei allerdings wieder eine Zunahme der Vermüllung bei der Grillstelle zu verzeichnen, insbesondere eben durch Besucher von außerhalb. Eine Absperrung durch Poller könnte für Autos die Zufahrt zur Grillstelle verhindern. Das lässt sich jedoch momentan durch die Minara-Baustelle nicht umsetzen.

  • Jugendhausbesucher: Die Jugendhausbesucher setzen sich aus neuen und alten Besuchern zusammen, erklärt Jugendhausleiterin Nicole Grießhaber. Ältere, die bereits ihre Ausbildung abgeschlossen haben, hätten Vorbildfunktion für die Jüngeren. Das Jugendhaus konnte gute Besucherzahlen verzeichnen. Im Durchschnitt kommen 35 Jugendhausbesucher im Alter von 13 bis 21 Jahren. Die Zahl der weiblichen und männlichen Besucher liege in etwa gleich. Die Jugendlichen würden sich gegenseitig unterstützen.
  • Sozialstunden: Sechs Jugendliche leisteten im vergangenen Jahr insgesamt 190 Stunden gemeinnützige Arbeit im Jugendhaus. Dabei geht es um Arbeitsstunden, die gerichtlich durch ein Jugendstrafverfahren auferlegt wurden. Die Stadtjugendpflege nehme nur Personen an, die nicht wegen Drogen- oder Gewaltdelikten verurteilt wurden, verdeutlichte Lauer. In der Regel handele es sich um Straffällige wegen Diebstahls, Schwarzfahrens, Rollerfahrens ohne Führerschein oder um Schulschwänzer.
  • Vermietung: Die Vermietung des Jugendhauses Bohrturm stieg 2019 enorm an. Es wurde insgesamt 75 Mal vermietet. Auch Vereine wie die DLRG, der FC Bad Dürrheim und Schulen mieteten die Räume für ihre Veranstaltungen an.