Die Freude ist noch etwas verhalten. Im Prinzip können es Investor Casim Ucucu und Architekt Michael Rebholz noch gar nicht so richtig fassen, dass sie zum Baubeginn für das Projekt „Wohnen am Park“ endlich den Spaten schwingen und ein insgesamt neunjähriges Tauziehen endet.

2012 ging die Reha-Klinik Irma in Insolvenz, dann passierte lange nichts, das Gelände verkam zum Schandfleck. 2014 erwarb Investor Casim Ucucu das Gelände. Es wurden Überlegungen über ein Hotel angestellt, ein Boardinghouse, ein Ärztehaus und anderes. 2016 erfolgte die Genehmigung für den Abriss der alten Rehaklinik und die die konkreten Planungen mit dem Architekturbüro Rebholz begannen. 2017 startete das Bebauungsplanverfahren. Im Januar 2020 wurde die Baugenehmigung erteilt, doch Investor Ucucu wartete erst noch das Ende des von der Interessengemeinschaft Pro Bad Dürrheim angestrengten Verfahrens beim Verwaltungsgericht ab. Michael Rebholz und danach Bürgermeister Jonathan Berggötz reflektierten kurz den Zeitablauf. Viele Steine wurden dem neuen Bauvorhaben in den Weg gelegt.

„Es ist wichtig, dass es endlich losgeht und dass es diesen symbolischen Spatenstich gibt“, erklärte Berggötz. „Es ist ein großer und schöner Tag heute.“ Ihm sei klar, dass viele das Projekt nach wie vor falsch finden würden, aber von ganz vielen werde der Baubeginn herbeigesehnt. Berggötz erinnerte daran, dass es sich der Gemeinderat in intensiven Beratungen und Diskussionen nicht leicht gemacht habe, um für die Stadt das Beste zu erreichen.

Bürgermeister Jonathan Berggötz ließ es sich nicht nehmen, mit dem Bagger ein paar Schaufeln Erde zu bewegen. Der große Bagger für die Erdarbeiten rollt demnächst an. Es wird zunächst mit den Bauarbeiten an Haus A begonnen. Die Stadt kann an der Öffnung der Stillen Musel erst arbeiten, wenn die Tiefgaragen der beiden Gebäude fertig sind.
Bürgermeister Jonathan Berggötz ließ es sich nicht nehmen, mit dem Bagger ein paar Schaufeln Erde zu bewegen. Der große Bagger für die Erdarbeiten rollt demnächst an. Es wird zunächst mit den Bauarbeiten an Haus A begonnen. Die Stadt kann an der Öffnung der Stillen Musel erst arbeiten, wenn die Tiefgaragen der beiden Gebäude fertig sind. | Bild: Sabine Naiemi

Er stehe nach wie vor voll und ganz hinter dem Projekt, ebenso habe der Gemeinderat in seiner Abstimmung zum gemeindlichen Einvernehmen bei vier Gegenstimmen ganz klar sein Einverständnis demonstriert. Berggötz weiter: „Das ist ein Bauvorhaben mit großer Bedeutung für Bad Dürrheim.“ Viele Handwerker und andere Unternehmen profitieren von der Wertschöpfung durch diese hohe Investition. 50 Prozent der Wohnungen seien bereits verkauft, berichtete Rebholz. Für die Gewerbeflächen in den Erdgeschossen laufen Verhandlungen.