Die Ergebnisse und wesentlichen Erkenntnisse des kommunalen Energiemanagements des Jahres 2019 hat das Institut für Sozial- und Umweltforschung Dr. Kleinmann GmbH (Isuf), das bereits seit 2009 für die Stadt tätig ist und 33 städtische Gebäude betreut, dem Gemeinderat im jährlichen Energiebericht dargestellt.

Der von Arne Peitsch verfasste Energiebericht zeigt, dass das kommunale Energiemanagement und die damit verbundene Zusammenarbeit mit Isuf nach wie vor von grundlegender Bedeutung für den kommunalen Klimaschutz und die städtische CO2-Bilanz ist. Ziel des Energiemanagements ist die Nutzungsoptimierung der vorhandenen technischen Einrichtungen, aber auch das rechtzeitige Erkennen notwendiger Sanierungsmaßnahmen, woraus im besten Falle Einsparungen resultieren sollen.

  • Besonderheiten: Im Berichtsjahr 2019 ist erstmals die neue Kita Stadtkäfer mit vollständigen Jahresverbräuchen aufgeführt. Doch aufgrund unzureichender Betriebsweise seien diese noch nicht belastbar, erläutert Peitsch in seinem schriftlichen Bericht. Auch für das Service-Center Ostbaar könnten im aktuellen Energiebericht noch keine belastbaren Werte dargestellt werden. Das sei erst im nächsten Energiebericht möglich.

Das Blockheizkraftwerk für die Werkrealschule ist mittlerweile im Betrieb, lief zwischenzeitlich jedoch nicht, was zu erhöhtem Wärme- und Stromverbrauch geführt habe.

Das in der Salinensporthalle installierte Blockheizkraftwerk laufe noch nicht zufriedenstellend.

  • Höhere Verbräuche: Im Ergebnis ist festgehalten, dass für die 33 untersuchten Objekte gegenüber 2018 der gemessene Wärmeverbrauch um acht Prozent stieg, nach der Witterungsbereinigung der Wärmeverbrauch gegenüber 2018 jedoch unverändert blieb. Der Stromverbrauch stieg insgesamt um vier Prozent und der Wasserverbrauch um sechs Prozent.
Mit der Inbetriebnahme der Kindertagesstätte Stadtkäfer steigen natürlich auch die Energiekosten der Stadt. Bild: SK-Archiv Naiemi
Mit der Inbetriebnahme der Kindertagesstätte Stadtkäfer steigen natürlich auch die Energiekosten der Stadt. Bild: SK-Archiv Naiemi | Bild: Naiemi, Sabine

Die gestiegenen Verbrauchsveränderungen seien größtenteils auf die neu hinzugekommenen Objekte Service-Center Ostbaar und die Kindertagesstätte Stadtkäfer zurückzuführen, so der Bericht. Es könnten noch keine belastbaren Schlüsse zum Verbrauch gezogen werden, da diese erst Ende 2018 aufgenommen wurden. Die meisten Verbrauchserhöhungen der anderen Objekte seien normale, vernachlässigbar geringe Schwankungen.

Das Service-Center Ostbaar gehört zu den 33 Liegenschaften, die sich im Besitz der Stadt befinden.  Bild: SK-Archiv Adam
Das Service-Center Ostbaar gehört zu den 33 Liegenschaften, die sich im Besitz der Stadt befinden. Bild: SK-Archiv Adam

Ein erhöhter Wasserverbrauch in der Realschule am Salinensee wurde durch zwei defekte Dichtungen in den Spülkästen verursacht. Der erhöhte Verbrauch im Rathaus/Feuerwehr Sunthausen liege am Umbau und an der vermehrten Nutzung der Räumlichkeiten. Die Steigerung im Jugendhaus war dadurch bedingt, dass wegen der defekten Heizkreisregelung bis zum Einbau des eigenen Heizkessels zeitweise nur elektrisch geheizt werden konnte.

Gegenüber 2007, dem ersten Jahr mit vollständigen Verbrauchsdaten, ging der bereinigte Wärmeverbrauch um zehn Prozent zurück, jedoch erhöhte sich der Stromverbrauch um zwei Prozent, der Wasserverbrauch ebenfalls. 2019 sind im Energiebericht 31 Objekte in städtischem Besitz aufgeführt, mit einer Gesamtfläche von 38 803 Quadratmetern. Hierin sind das Service-Center Ostbaar und die Kita Stadtkäfer noch nicht enthalten.

  • Verbrauchskosten 2019: Die verbrauchsgebundenen Kosten für die 31 untersuchten Objekte schlüsseln sich wie folgt auf: Strom 106 260 Euro (Veränderung gegenüber 2018: Null Prozent). Wärme 165 327 Euro (13 Prozent weniger als 2018). Wasser 18 082 Euro (acht Prozent mehr als 2018), also insgesamt 289 669 Euro. Verbrauch und Kosten im Bereich der Straßenbeleuchtung sind im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls weiter gesunken.
  • Emissionen: Die Kohlendioxidemissionen stiegen um 51 Tonnen auf insgesamt 776 Tonnen. Dies sei noch im guten Bereich und durch die Aufnahme der beiden neuen Objekte bedingt, die anfangs unzureichend liefen, beziehungsweise immer noch unzureichend in Betrieb sind, führt Peitsch aus. Strombedingte Kohlendioxidemissionen würden im Bericht nicht ausgewiesen aufgrund der vorbildlichen Versorgung mit Strom aus regenerativen Energien. Würden die Klimaauswirkungen des Stromverbrauchs auf Basis der Emissionen aus dem bundesdeutschen Strom-Mix bewertet, ergäbe sich für Bad Dürrheim im Vergleich zum Bundesdurchschnitt eine Reduzierung der CO2-Emissionen von rund 31,5 Tonnen gegenüber 2018 im Bereich der Gebäude und von 48,9 Tonnen im Bereich der Straßenbeleuchtung.