Coronabedingt haben sich die Renovierungsarbeiten am Beachvolleyball-Platz des Sunthauser Campingplatzes zwar etwas verzögert, doch nun kommen sowohl die Ferienanlage als auch der Ort wieder in den Genuss des sportlichen Kleinods. In kompletter Eigenleistung hat die Volleyball-Abteilung des Turnvereins Sunthausen den Arbeitsaufwand gestemmt. Ab jetzt trainiert die Abteilung auch wieder auf dem Platz. Ob die Camping-Gäste bei der aktuellen Lage den Platz auch nutzen dürfen, ist allerdings noch offen, wie bei der Einweihung deutlich wurde.

Anstrengende Bauarbeiten: Generell war viel Sand und Erde zu bewegen.
Anstrengende Bauarbeiten: Generell war viel Sand und Erde zu bewegen.
  • Die Vorgeschichte: Diese war wenig rühmlich. Anfang August vergangenen Jahres hatten auch die Sunthauser unter dem kuriosen Mannschaftsnamen „Wurstsalatbären“ am Beachvolleyball-Cup zur Einweihung des seinerzeit soeben errichteten Beachvolleyball-Platzes in Hochemmingen teilgenommen. Ein Teil der Turnierspiele wurde auch in Sunthausen ausgerichtet. Während des Spielbetriebs knickte ein Sunthauser Spieler in einer Mulde aus einer verhärteten Sandschicht ein, ein schmerzhafter Bänderriss war die Folge. Dieser Vorfall brachte bei den Spielern aus Sunthausen das Fass zum überlaufen. „Nun war endgültig klar, dass was gemacht werden musste. Mit dem Gedanken zur Erneuerung des Sandes und Platzes spielten wir ohnehin schon länger“, erinnert sich Vorstandsmitglied Thiemo Schöllhorn. Etwas Neid auf den tadellosen Zustand des Volleyball-Platzes in Hochemmingen habe auch zur Entscheidung beigetragen, so Schöllhorn freimütig. Allerdings war die Frage der Finanzierung vollkommen offen.
Da war noch viel zu tun: Der Platz bei den Arbeiten im Rohzustand.
Da war noch viel zu tun: Der Platz bei den Arbeiten im Rohzustand.
  • Finanzierung: Glücklicherweise erinnerte sich Brigitte Stein vom Vorstandsteam des Turnvereins noch an die jährliche Ausschüttung des Bad Dürrheimer Mineralbrunnens in Höhe von rund 10 000 Euro für am Gemeinwohl orientierte und soziale Projekte der hiesigen Vereine. Eine erfolgreiche Bewerbung brachte den ersten Finanzschub von 1500 Euro. Ddie restliche Summe von etwa 1500 Euro teilten sich der TV und der Naturcampingplatz Sunthausen.
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  • Renovierung: Die Arbeiten begannen im März mit dem ersten Abtragen der alten Sandschicht, ab Mitte Juli krempelten die Volleyballer die Ärmel richtig hoch. Die ursprüngliche Umrandung aus bereits leicht angemoderten Holzbalken war zu entfernen. Der Aushub der alten Sandschicht hatte ein Volumen von 90 bis 100 Kubikmeter. In sieben LKW-Ladungen wurde 118 Tonnen feinsten neuen Sandes für eine 40 Zentimeter hohe Schicht angeliefert. Doch zunächst verlegten die Volleyballer noch ein Bodenvlies zum Schutz vor Wurzelwuchs. Nun war noch die Umrandung zu schottern und samt einer darüber liegenden, feinen Kiesschicht mit der Rüttelplatte zu ebnen. Wie Puzzlestücke ineinander verkeilte Bodenmatten bilden die neue Umrandung. Die Arbeiten zogen sich hin, allein die Wartezeit auf die Bodenmatten betrug neun Wochen. Durch Corona waren auf der Baustelle jeweils nur zwei bis vier Volleyballer anwesend, auch mussten sie auf die Ruhezeiten auf dem Campingplatz zur Mittags- und Abendstunde achten. Einige Spieler opferten Teile ihrer Sommerferien für die Renovierung.
  • Aktuelle Lage: Seit der Gründung vor etwa fünf Jahren trainierten die Volleyballer des TV zunächst in der Turn- und Festhalle Sunthausen, wo die niedrige Deckenhöhe jedoch ein Störfaktor war. Seit dem Beachvolleyball-Cup 2019 existiert eine Vereinbarung zur Nutzung des Beachvolleyball-Platzes auf dem Campingplatz als Trainingsgelände.
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  • Ein Mehrwert: „Der Platz ist auch eine Begegnungsstätte für viele regionale Gäste.“ Das sagte die Vorsitzende Brigitte Stein bereits bei der offiziellen Übergabe der Finanzspritze durch die Mineralbrunnen Mitte Juli. „Er ist eine große Bereicherung für den Ort, den Campingplatz und den TV“, fügte Schöllhorn nun hinzu. Auch Ortsvorsteher Albert Scherer beteuerte bei zahlreichen Gelegenheiten die Vorzüge des Platzes als Ergänzung für das sportliche Freizeitangebot vor Ort. Das Ambiente mit direkter Seelage nebst angrenzenden Umkleidekabinen und Sanitäranlagen sowie Möglichkeit zur Einkehr und Verpflegung im Camperstüble und Kiosk bieten optimale Voraussetzungen. Gewittert haben diese Umstände offenbar auch die Volleyballvereine aus Trossingen und Schwenningen, Anfragen zur Nutzung des Platzes als Trainingsort sollen bereits erfolgt sein. „Wer Spaß am Volleyball-Spiel hat und mittrainieren möchte, der kann uns gerne spontan zu unseren Trainingszeiten besuchen“, sagt Schöllhorn noch.

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