In Anwesenheit von Landrat Sven Hinterseh und Bürgermeister Jonathan Berggötz verwies Hotelier Schrenk nicht ohne Stolz auf das privat organisierte Impfzentrum im Forsthaus direkt neben dem Hauptgebäude des Hotels. Der barrierefreie Zugang ermöglicht den direkten Zugang zur Anmeldung, dem Beratungsgespräch und den beiden Impfkabinen. Rüdiger Schrenk knüpfte an seinen Sanitätsdienst in Immendingen an, um den Hintergrund dieser Initiative zu unterstreichen. „Dort habe ich gesehen, wie man impft. So schwer dürfte das doch nicht sein“, sagt Schrenk mit dem Optimismus eines Unternehmers.

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Allein die Hürden, die sich ihm auf dem Weg zum Impfzentrum in den Weg stellten, haben ihn fast zur Aufgabe seines Vorhabens gezwungen. „Hier hat man schier das Scheitern am System wahrnehmen können“, so Schrenks Fazit zu seinem Hürdenlauf. Schiere 80 Prozent des gesamten Impfaufwandes seien der Verwaltung geschuldet. Dabei wies er darauf hin, dass der Flaschenhals bei der Corona-Impfaktion die Datenverarbeitung darstelle.

Johannes Korte aus Fischbach hat sich von Sabrina Hörmann den dritten Pieks setzen lassen. Binnen weniger Sekunden wurde so sein Impfschutz optimiert.
Johannes Korte aus Fischbach hat sich von Sabrina Hörmann den dritten Pieks setzen lassen. Binnen weniger Sekunden wurde so sein Impfschutz optimiert. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Die von seinem Hause zur Verfügung gestellte Hardware sei optimal ausgebaut, allein an der Software hapere es noch. Sowohl Bürgermeister Berggötz als auch Landrat Sven Hinterseh zeigten sich ausgesprochen dankbar hinsichtlich der privaten Initiative: „Die Arztpraxen arbeiten am Limit, sodass dieses Engagement der Waldeck-Klinik als mustergültig bezeichnet werden muss“, so Hinterseh.

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Dass in Bad Dürrheim nun ein Impfzentrum angeboten werden kann, ist nicht zuletzt seinem Eingreifen beim Sozialministerium in Stuttgart zu verdanken. Besonders hakte es beim Genehmigungsverfahren, was alle Beteiligten betonten. Normalerweise brauche die Corona-Taskforce, welche Baden-Württemberg eingerichtet hat, drei bis vier Wochen, bis Entscheidungen gefällt werden. Letztendlich haben Bürgermeister, Landrat und Hoteldirektorin Viola Kahl nach zahlreichen Gesprächen mit dem Ministerium die erhoffte Genehmigung zum 30. November erhalten.

Das offizielle Genehmigungsschreiben ziert die Eingangstüre zum Forsthaus, in welchem ab sofort gegen Corona geimpft wird.
Das offizielle Genehmigungsschreiben ziert die Eingangstüre zum Forsthaus, in welchem ab sofort gegen Corona geimpft wird.

„Allein das Ergebnis zählt“, sind sich Schrenk und Hinterseh einig. Bereits in der vergangenen Woche konnten in einem Probelauf gut 300 Personen geimpft werden. „Dieser war dringend notwendig, damit wir die Abläufe optimal gestalten konnten“, so Schrenk. „Wir haben die Infrastruktur, wir haben das Fachpersonal, wir haben die Ärzte. Wir sind stolz, das Impfzentrum anbieten zu können.“

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Der Landrat ergänzte hierzu: „Ich hoffe auf weitere Beispiele wie dieses hier im Waldeck.“ Bereits wenige Augenblicke nach der Eröffnung konnte das Personal die ersten Impfwilligen begrüßen. Johannes Korte aus Fischbach gehörte zu einem der ersten Impfwilligen, die sich im edlen Ambiente des Gästehauses den Pieks haben setzen lassen.

Regina Müller und Sabrina Hörmann bewältigen hardwaremäßig bestens ausgestattet das Anmeldeprozedere im Hotel Waldeck.
Regina Müller und Sabrina Hörmann bewältigen hardwaremäßig bestens ausgestattet das Anmeldeprozedere im Hotel Waldeck. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Impftermin buchen

Impftermine werden nur online unter www.klinik-waldeck.com vergeben. Wer einen Termin bekommen hat, muss unbedingt den gelben Impfpass, beziehungsweise den Impfnachweis mit Chargennummer, sowie den Personalausweis und die Versichertenkarte mitbringen. Geimpft wird derzeit vorwiegend mit Moderna und zwar von Montag bis Freitag. Angelieferte Biontech-Dosen werden für unter 30-Jährige vorgehalten. An allen Wochentagen werden Corona-Tests angeboten.

Sascha Bumb meldet sich zur Impfung bei Regina Müller an.
Sascha Bumb meldet sich zur Impfung bei Regina Müller an. | Bild: Jörg-Dieter Klatt