„Im August sind wir endlich wieder mit Live-Konzerten bei Ihnen“, so prangt es auf der Homepage der Konzertreihe „Weltklassik am Klavier„, die bundesweit mit Auftritten glänzt. Zahlreiche Absagen geplanter Auftritte sind im Terminkalender der Konzertreihe angesichts Corona zu finden, auch für den Künstler des Abends. In Bad Dürrheim dagegen konnte Nikita Volov unter dem Titel „Weltklassik am Klavier – Appassionata – Sonate von Beethoven, übersinnliche Etüden von Liszt!“ nun 18 Hörer verzaubern.

Damit endet eine viermonatige Abstinenz der Konzertreihe in Bad Dürrheim, dies mit einem Pianisten, der sich seit seinem fünften Lebensjahr gänzlich seiner Leidenschaft für das Tasteninstrument hingegeben hat. Der konzentrierten Körperhaltung und Mimik nach, könnte man Volov fast autistische Züge nachsagen. Wohl das Resultat seiner Ausbildung, die er unter anderem an der zentralen Musikschule für hochbegabte Kinder in Moskau absolvierte. Schnell ist dem Auditorium im Haus des Gastes klar: hier gastiert ein Nerd des Klaviers. Heute in Berlin lebend, brachte Volov den Kurstädtern ein extrem anspruchsvolles, musikalisches Sujet mit.

Eröffnet wurde der Konzertnachmittag mit einem der bekanntesten Werke von Ludwig van Beethoven, seiner Klaviersonate mit dem Beinamen Appassionata. Programmatisch folgten Einschübe aus dem Werk des österreichischen Klaviervirtuosen Carl Czerny. Der künstlerischen Genealogie folgend, landete Volov schließlich bei Franz Liszt, einem der bekanntesten Schüler von Czerny und zentrales Wunderkind des Klavierspiels im 19. Jahrhundert. Aus dessen Werken kredenzte Volov einige Etüden als auch eine der Ungarischen Rhapsodien.

Begeisterten Beifall spendeten die Hörer Volov in seinen Pausen, wobei sich das Programm mit einem Eintrittspreis von 25 Euro auf 90 Minuten an konzertantem Hochgenuss erstreckte. Beim nächsten Konzert, am 5. September, um 17 Uhr, gastiert Mikhail Mordvinov in Bad Dürrheim. Er präsentiert zum Jubiläumsjahr Beethovens aus dessen Werken die „Pathétique und c-Moll-Variationen“.

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