Seit Mitte November zeigt sich der Talbach nördlich des Öfinger Sees auf einer Strecke von etwa 450 Metern in einer sanft renaturierten Weise.

Mit vorsichtigen Eingriffen wird die Renaturierung des Talbachs unterhalb des Öfinger Sees auf 450 Metern Länge angeregt. Der Natur wird Zeit und Raum gegeben, sich zu erholen.  Bild: Umweltbüro
Mit vorsichtigen Eingriffen wird die Renaturierung des Talbachs unterhalb des Öfinger Sees auf 450 Metern Länge angeregt. Der Natur wird Zeit und Raum gegeben, sich zu erholen. Bild: Umweltbüro | Bild: Umweltbüro Donaueschingen

Die Firma Lukas Binninger hat nach einer Planung des Umweltbüros Donaueschingen und in Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde an verschiedenen Stellen entlang des Bachbettes Strukturhilfen in Form von Baumstubben (Baumstümpfe) und Pfahl-Buhnen (quasi ein Holzdamm zur Gewässermitte hin) die in den Bachverlauf gesetzt werden, eingebaut. Diese Strukturhilfen sollen eine eigendynamische Entwicklung des begradigten Baches fördern.

Entwicklung dauert noch Jahre

Da nur sehr sanfte Eingriffe durchgeführt wurden, ist bei der Entwicklung des Baches in Richtung eines naturnahen Gewässers Geduld angesagt. Der Bach wird aber sicher schon nach wenigen Jahren erste kleinere naturnahe Verschwenkungen und ein strukturreicheres Bachbett entwickelt haben. Dies ist wichtig und förderlich für die Tier- und Pflanzenarten, die im Bach und seiner näheren Umgebung leben.

Weiterhin wurden bachbegleitend beidseitig des Gewässers mehrere kleinere Gehölzgruppen gepflanzt sowie Stecklinge von Hasel und Weiden gesetzt. Gehölze gehören zur natürlichen Begleitvegetation eines Gewässers. Sie dienen unter anderem der Beschattung des Gewässers und schützen damit vor dessen Überhitzung.

Auch eine naturnähere Entwicklung der Gewässerrandstreifen ist Teil des Konzeptes für eine naturnahe Gewässerentwicklung. So sollen die Ufer und die ufernahen Abschnitte aus der regelmäßigen Mahd herausgenommen und ein weiterer angrenzender Streifen beidseitig des Baches künftig nur noch extensiv bewirtschaftet werden. Der Talbach werde in diesem Bereich sicher künftig auch eine optische Bereicherung für alle, die in diesem Gebiet Erholung suchen oder einfach dort vorbeikommen, so Stefany Lambotte vom Umweltbüro Donaueschingen.

Fließgewässer sind sehr wichtige verbindende, natürliche Elemente in einer ansonsten zumeist ausgeräumten, monotonen und artenarmen Landschaft. Daher kommt der Wiederherstellung eines naturnahen Zustandes von Bächen und Flüssen eine besonders große Bedeutung zu.

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Die Idee und Initiative zu dem Projekt hatte Öfingens Ortsvorsteherin Astrid Schweizer-Engesser. Sie sprach Ende 2019 das Umweltbüro des Gemeindeverwaltungsverbandes Donaueschingen an und fragte, ob in diesem naturfernen Abschnitt des Talbaches, der sich auf städtischem Grund Bad Dürrheims befindet, eine kleinere Renaturierungsmaßnahme durchgeführt werden könne. Das Projekt war mit nicht einmal 10 000 Euro veranschlagt und wurde zu 50 Prozent finanziert aus Mitteln des Entwicklungsprogrammes Ländlichen Raumes (ELR).

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