Mit der Lockerung der Ladenöffnungen seit dem 20. April ist auch in der Bad Dürrheimer Innenstadt gleich wieder mehr los. Die Leute freuen sich nach der vierwöchigen Zwangspause, mal wieder rauszukommen und auch mal wieder soziale Kontakte zu pflegen. Das fehlt nicht nur älteren Menschen, auch von jüngeren Leuten hört man immer wieder, wie schwer es ihnen falle, dass sie auf Freunde und Familie verzichten müssen.

In der Innenstadt Bad Dürrheims bietet sich nach den Ladenöffnungen fast wieder das gewohnte, geschäftige Bild.
In der Innenstadt Bad Dürrheims bietet sich nach den Ladenöffnungen fast wieder das gewohnte, geschäftige Bild. | Bild: Naiemi, Sabine

Wie alles haben auch die Ladenöffnungen ihre Kehrseite. Seit dem gestrigen Montag gilt in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln die Mundschutzpflicht. „Das ist zwar lästig, aber eben notwendig“, sagt Margret Wagner dazu, die Inhaberin der ältesten und größten Modeboutique in Bad Dürrheim. Die Boutique Modelia hat eine Größe von rund 200 Quadratmetern und ist seit über 40 Jahren am Lindenplatz 1 zu finden.

Margret Wagner (rechts), Inhaberin der Boutique Modelia und ihre Mitarbeiterin Carmen Rudlof, freuen sich, dass sie wieder Kunden begrüßen können.
Margret Wagner (rechts), Inhaberin der Boutique Modelia und ihre Mitarbeiterin Carmen Rudlof, freuen sich, dass sie wieder Kunden begrüßen können. | Bild: Naiemi, Sabine

Sie habe sofort nach dem Lockdown begonnen, sich zu überlegen, wie sie die Zeit der Schließung am besten überbrücken könne, so die Modefachfrau weiter. So habe sie sofort einen Auswahl- und Lieferservice initiiert und auf den Kanälen der sozialen Netzwerke Modeschauen gezeigt. Auch Kurzarbeit habe sie angemeldet. „Das ist bei meinen Kunden wirklich gut angekommen“, erklärt die Geschäftsinhaberin. Die Kunden hätten ihr die Stange gehalten und darüber sei sie ganz, ganz dankbar. Auch bei ihr ging es nach der Wiederöffnung überraschend gut los.

Die Schutzmaskenpflicht und Abstandsregelungen würden alle Kunden ohne Probleme einhalten und auch akzeptieren, wenn sie mal eine Weile vor dem Geschäft warten müssten. Im Geschäft werde alles genau nach den Vorgaben gehandhabt. Und das Gewerbeamt geht auch in den Bad Dürrheimer Geschäften regelmäßig auf Kontrollgänge. Wagner: „Die Verordnungen bestehen ja nicht aus Boshaftigkeit, sondern zum Schutz der Menschen.“

Zu bemängeln hat Margret Wagner aber doch etwas: Sie gehe gar nicht mehr gerne einkaufen, erklärt sie, nur noch wenn es unbedingt notwendig sei. Denn immer wieder erlebe sie, dass gerade in den Supermärkten sich viele nicht nach den Abstandsregelungen und Vorschriften richten. Und was sie im Kontakt auch immer wieder bemerken würde ist, dass gerade die alten Menschen derzeit sehr ängstlich seien und sich sehr einsam fühlen.