Beim Kindergarten Funkelstein in Hochemmingen geht es ans Eingemachte. Stadtbaumeister Holger Kurz stellte dem Gemeinderat bei der jüngsten Sitzung den aktuellen Planungsstand vor. Die Realisierung des Vorhabens ist für 2021 vorgesehen, die Bauzeit ist mit rund neun Monaten veranschlagt. In dieser Zeit müssen die Kinder anderweitig untergebracht werden.

Eine erste Grundkonzeption für die Erweiterung des Kindergartens erläuterte Kurz Anfang dieses Jahres im Ortschaftsrat Hochemmingen und kurz darauf ebenso im Gemeinderat. Der Kindergarten ist teilweise in Räumen des Rathauses untergebracht, das früher eine Schule war. die letzten räumen und Teilen des Rathauses untergebracht. Der Umbau von Schule zu Kindergarten erfolgte vor 40 Jahren. Dementsprechend sind die Strukturen überaltert und nicht mehr den heutigen pädagogischen Konzepten und Erfordernissen entsprechend. Durch die jetzige Raumaufteilung resultieren vielfache Überschneidungen.

Die Hochemminger Erweiterung mit Ganztagsbetreuung und Schlafbereich soll außerdem einen Mangel an Betreuungsplätzen in der Kernstadt auffangen, indem Platz zusätzlich für eine dritte Gruppe geschaffen wird.

„Es war ein sehr komplexer Planungsprozess“, erklärte Holger Kurz. Die erste Konzeption sei in vielen Bereichen modifiziert worden, die jetzige Planung mit dem Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) abgestimmt worden. Die Abklärung mit dem Gesundheitsamt stehe noch aus. Die Schwierigkeiten beim Umbau lägen in der Statik und Tragwerkplanung als Kostentreiber, da eine tragende Wand entfernt werden müsse, führte Kurz weiter aus. Daran lasse sich auch nichts ändern, erklärte Kurz auf die Frage von Stadtrat Jürgen Schwarz nach einer Alternative.

Angesichts der Höhe der Bausumme von 619 000 Euro habe er lange mit sich gerungen, ob er nicht den Totalabriss und Neubau empfehlen solle, gab er zu. Denn egal wie man es drehe und wende, das Gebäude ist und bleibt ein Altbau, daran ändert auch eine Sanierung nichts. Doch leider lasse sich ein Neubau nicht zu diesem Preis realisieren.

Hochemmingens Ortsvorsteher und Gemeinderat Helmut Bertsche (CDU) erinnerte in der sich anschließenden Diskussion an die Erfordernisse und daran, dass die Fraktionen sich ja vor Ort ein Bild von der Situation im Kindergarten gemacht haben. Barbara Fink, CDU, erklärte, dass das Vorhaben aufgrund der Kostensituation natürlich gut abzuwägen sei. Nichtsdestotrotz sei der Kindergarten total veraltet und man habe eine Fürsorgepflicht für die Kinder und auch gegenüber den Mitarbeitern. Wichtig sei, wo die Kinder während der Bauphase untergebracht werden. Wolfgang Kaiser, LBU, erklärte, dass es nachweislich wichtig ist, dort etwas zu tun, aber es müsse sich in den Gesamtkontext einordnen. Man könne sich weiter darüber unterhalten, wenn die Entwicklung der Kinderzahlen vorliege, was zur Klausurtagung am Ende dieser Woche der Fall sein soll.

Solidarität mit Spotorno

Zum Ende der Gemeinderatssitzung reichte die LBU-Fraktion (Liste für Bürgerbeteiligung und Umweltschutz) den Antrag ein, durch verschiedene Aktionen ein Zeichen der Solidarität für die italienischen Partnerstadt Spotorno zu setzen, die wie Italien insgesamt durch die Pandemie stark betroffen ist. Man könnte etwa überlegen, ob es möglich wäre, geheilte Corona-Patienten zu einer Nachsorgebehandlung einzuladen, oder eine virtuelle Musikveranstaltung, oder die Planung gemeinsamer Projekte für eine Wiederankurbelung des Tourismus. Die LBU regte an, mit dem deutsch-italienischen Freundeskreis über solche Zeichen nachzudenken und rasch erste Schritte umzusetzen.