Bad Dürrheim – Der Campingplatz am Sunthauser See und der Reisemobilhafen in Bad Dürrheim haben wieder geöffnet. Eigentlich ein Grund zur Freude, aber: Die Einschränkungen auf dem Campingplatz sind massiv beeinträchtigend, und in Bad Dürrheim ist die große Frage, wann das Solemar wieder aufmachen darf.

Der weitläufige Naturcampingplatz am Sunthauser See mit Seestüble (links im Bild) und Liegefläche sowie Spielplatz ist mit Einschränkungen wieder geöffnet. Bilder: Hans-Jürgen Götz
Der weitläufige Naturcampingplatz am Sunthauser See mit Seestüble (links im Bild) und Liegefläche sowie Spielplatz ist mit Einschränkungen wieder geöffnet. Bilder: Hans-Jürgen Götz

Wie sind die ersten Tage angelaufen? „Es sind ja erst ein paar Tage“, erklärt Campingplatzbetreiber Marc Tietböhl. Da lasse sich noch nicht so viel sagen. „Die Dauercamper sind zum Teil wieder da. Die Dauercamper aus der Schweiz fehlen noch.“ Massiv habe sich für ihn auch der Wegfall der Südwest-Messe ausgewirkt.

Massive Einschränkungen

Besonders schlimm sei für ihn die Einschränkung, dass gegenwärtig nur auf den Campingplatz darf, wer „autark“ ist. Das heißt, im Wohnwagen oder Wohnmobil etwa über eine eigene Toilette und Dusche verfügt. Tietböhl darf also keine Zelt-Camper aufnehmen und keine Fahrradfahrer für die Übernachtungen in den Fässern. Und das obwohl die sanitären Anlagen auf dem Platz so großzügig bemessen seien, dass die Einhaltung von Hygienevorschriften kein Problem darstellen würde, so der Campingplatzbetreiber.

„Das Schlimme ist halt auch, dass man das alles erst immer relativ spät erfährt“, sagt Tietböhl gegenüber dem SÜDKURIER am Telefon. „Ich musste kurzfristig die Belegung der Zeltwiese komplett stornieren und auch die Fass-Übernachter“, klagt er. „Auf den Zeltplatz gehen Leute oder Familien, die kleine Wohnungen haben und mit ihren Kindern mal raus aus der Stadt wollen, die mit dem Zelten den Kindern mal etwas anderes bieten wollen. Und gerade solche Familien, die es aufgrund der Situation jetzt vielleicht gut brauchen würden, können das nicht machen, weil sie ja nicht zelten dürfen.“

Es lasse sich schwer sagen, doch vom Tourismus her habe er 80 bis 90 Prozent weniger Auslastung als im Vergleich zu letztem Jahr. Staatliche Hilfe habe er später beantragt, warte jedoch seit Wochen auf eine Rückmeldung. Er kenne einige, die seit Wochen warten würden. „Das ist doch keine Soforthilfe.“ Was er kriegen würde, reiche außerdem nicht mal, um die monatlichen Ausgaben vollständig zu decken.

Man hört den Frust in seiner Stimme, als er sagt: „Er wird gesagt, man macht auf, dann sind die Auflagen aber so hoch, dass dies verhindert, dass man tatsächlich aufmachen kann.“ Außerdem findet er, dass überall eine einheitliche Linie gefahren werden sollte, und nicht dass es überall anders ist.

Auch im Reisemobilhafen in Bad Dürrheim sind jetzt wieder Reisende mit ihren Wohnmobilen zu Besuch.
Auch im Reisemobilhafen in Bad Dürrheim sind jetzt wieder Reisende mit ihren Wohnmobilen zu Besuch.

Wohnmobile treffen wieder ein

Zeitgleich mit dem Solemar musste auch Andreas Bertsch den Wohnmobilhafen schließen. Er habe sogar von heute auf morgen Gäste wegschicken müssen, die noch auf dem Platz waren. Während der Zeit der Schließung war der Betrieb komplett auf Null runtergefahren.

„Wir haben natürlich die Zeit genutzt, um den Platz zu erneuern und auf Vordermann zu bringen“, sagt Bertsch. Zum Beispiel wurden im Bereich „P2“ über 220 Tonnen Schotter verteilt, um den Platz wieder herzurichten. Auch die Homepepage wurde erneuert und geht demnächst online. Die Beschilderung sei erneuert worden, sonstige Instandhaltungsarbeiten erledigt, das Wlan für die Gäste verbessert und eine Camper-Clean-Anlage installiert. In dieser werden die Toiletten-Cassetten automatisch geleert und gereinigt.

Andreas Bertsch freut sich, dass sein Reisemobilhafen wieder geöffnet ist.
Andreas Bertsch freut sich, dass sein Reisemobilhafen wieder geöffnet ist. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Zwischendurch habe es zwar auch einen Zeitraum gegeben, in dem gar nichts gemacht wurde. Seine Mitarbeiter habe er, ohne Kurzarbeit anmelden zu müssen, durch diese Zeit gekriegt, sagt Bertsch. „Wir konnten das durch den Abbau von Überstunden und Resturlaub kompensieren.“

Nun ist seit dem 18. Mai der Reisemobilhafen wieder geöffnet, natürlich auch unter Auflagen. Markierungen auf dem Boden zeigen die Abstände an. Es werde auf die Einhaltung der Maskenpflicht geachtet. Die Sicherheitsabstände stellen aufgrund der Platzgröße kein Problem dar. Bertsch: „Wir konnten den Platz früh belegen.“ Natürlich auch hier unter der Auflage, dass nur autarke Fahrzeuge zugelassen sind, was aber in der Regel bei Wohnmobilen sowieso der Fall sei. Die Stromzufuhr und Frischwasserversorgung beziehungsweise Entsorgung sind gewährleistet. Die Regelung wegen der Toiletten betreffe ihn nicht, aber „da sollte man schon was machen“.

Rechtzeitig vor den Feiertagen

„Wir sind froh, dass wir aufmachen durften, weil gerade die Feiertage und Pfingstferien bevorstehen“, sagt Bertsch. „Die Leute wollen fahren, sie sitzen zu Hause quasi wie auf heißen Kohlen und können nicht weg. Die Gäste die kommen, sind froh, wegfahren zu können, mal wieder rauszukommen. Das ist momentan der erste Aspekt“, weiß er zu berichten.

Da sei es momentan auch noch egal, dass die Therme noch geschlossen sei. Die Leute würden einfach nur raus wollen. Aber wie sich alles weiterentwickelt, lasse sich nicht voraussagen. Mit Stand heute habe er durch das verlängerte Wochenende Auslastung um die 70 Prozent. „Das ist gut. Darüber bin ich froh.“ Ein besonderer Vorteil sei, dass man immer kommen kann, ohne Anmeldung. Das schätzen die Leute auf dem Platz.

Er persönlich rechne damit, dass die Leute im Nachhinein zur Krise mehr in Deutschland Urlaub machen. Und vor allem hoffe er, dass das Solemar bald wieder öffnet. Bald werde die Zeit kommen, dass die Leute wieder etwas erleben wollen. Der Platz funktioniere nur so gut wegen der Therme. Nicht zuletzt hängt die ganze Stadt da dran. „Das würde allen gut tun.“

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