„Das gibt‘s doch schon zehntausendfach. Soll ich das wirklich schreiben oder nicht?“ Das war für Thomas Bank die Gretchenfrage, bevor er sich daran machte, das – sein – Buch zu schreiben, das demnächst veröffentlicht wird. Andererseits hatte er schon jahrelang Notizen zu seinem Thema gesammelt, und schließlich stand das Verfassen eines Buches auf seiner persönlichen „To-Do-Liste“ – der Löffelliste, wie er sie nennt.

Thomas Bank ist in Bad Dürrheim wohlbekannt. Der gebürtige Riedböhringer war vom 1. Oktober 2004 bis 30. Juni 2014 Geschäftsführer der Kur- und Bäder GmbH, bis 2009 zusammen mit dem jetzigen Blumberger Bürgermeister Markus Keller, von 2010 bis 2014 alleine.

Heute managt der ursprüngliche Krankengymnast das Gesundheitszentrum Salinea am Salinensee, die Physiotherapiepraxis seines Bruders Joachim Bank am Salinensee und er ist selbständiger Business-Coach, erstellt im Rahmen dessen etwa Konzepte für andere Kurorte.

Dem Aufbruch in dieses neues Leben ging ein Zusammenbruch voraus. Damit geht Thomas Bank offen um. Sein Leitspruch war immer „Ich brenne für Bad Dürrheim“, doch irgendwann ging nichts mehr, er war selbst ausgebrannt: Burnout. Etliche Jahre wollte er es immer allen recht machen, irgendwann merkte er, dass es nicht mehr funktioniert. Der Weg aus der Krise eigentlich typisch: Beruf aufgeben, Jakobsweg, die Bewältigung schwerer Krankheit undsoweiter. Und ja – auch ein Buch schreiben.

Thomas Bank mit seinem Hund.
Thomas Bank mit seinem Hund. | Bild: Sinja Scheuble/Verlag Edition Forsbach

„Das erste, was man halt machen muss, ist die Krise zu akzeptieren“, sagt Bank im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Das habe er damals schon gemacht und nach kürzester Zeit auch nach außen kommuniziert. Dann habe er angefangen dazuzulernen, sich fortgebildet in Unternehmensberatung und Business-Coaching, Konzepte geschrieben für andere Kurorte. Bis irgendwann die Geschäftsführer dieser Orte fragten: „Wie hast du deine Probleme gelöst?“ Diese Fragen waren der Anreiz, mehr daraus zu machen. Der Gesundheitscoach kam dazu. Bank: „Zeit- und Selbstmanagement funktionieren im privaten Bereich genauso wie im Business. Ich kann erfolgreich sein, aber trotzdem auch gesund und gelassen.“ Bis heute sei es für ihn eine Herausforderung, nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. „In jeder Krise steckt eine Chance“, sagt Bank aus eigener Erfahrung. Krisen können sehr vielfältig sein. Es komme darauf an, wie man damit umgeht, was man daraus macht. „Man kann jammern oder es als Chance sehen und etwas ändern.“ So habe er etwa die Zeit der Ausgangssperre in Riedböhringen dazu genutzt, einfach noch ein Kapitel an das bereits im Verlag liegende Manuskript anzuhängen.

Auflage nicht Definition für Erfolg

Viele würden wahrscheinlich denken – jetzt kommt schon wieder so einer mit so einem Buch, sinniert Thomas Bank weiter. Er habe in den vergangenen Jahren mit Sicherheit über 100 Bücher zum Thema gelesen, sagt er. Aus jedem lasse sich etwas herausziehen. Viele Techniken und Tipps habe er so erlernt. Und für ihn stehe das Lernen für den Leser im Mittelpunkt.

„Es gibt keinen Guru, der das Allheilmittel für alles kennt“, so Bank. Er wolle nicht missionieren, sondern informieren und Möglichkeiten aufzeigen. Jeder müsse selbst herausfinden, welcher Weg für ihn passt. Deshalb gebe es in seinem Buch viele „Learnings“. Und deshalb definiere sich für ihn der Erfolg seines Buches auch nicht über die Auflage. Diesen Perfektionismus, es allen recht machen zu wollen, habe er sich abgeschminkt und den früher fehlenden Mut zur Lücke. Auch wenn der Perfektionismus früher zu seinem Erfolg beigetragen habe. Aber: „Die Dosis macht das Gift!“ Ziel ist, alles so zu tun, dass man es gesund überlebt.

Also tue er zum Beispiel Dinge, die ihm früher nie in den Sinn gekommen wären: An einem schönen Tag früher aufstehen und früher arbeiten, dafür dann aber auch früher Feierabend machen und mit der Familie zum Beispiel Zeit am Bodensee genießen. Heute merke er Fehler schneller und korrigiere dann. Die Lösung sei aus seiner Sicht, das Leben genauso professionell zu managen wie Beruf oder Geschäft. Management-Techniken für Gäste und Mitarbeiter ließen sich gut auf das eigene Leben ummünzen. In diesem Sinne sehe er den Erfolg seines Buches weniger in monetärer Art. „Wenn jemand etwas Neues für sich entdeckt und davon profitiert, dann ist das doch schon klasse!“

„Ich bin zufrieden und dankbar. Der erste Weg, ein Problem zu bewältigen, ist, es zu akzeptieren“, weiß Bank. Am Buch arbeitete er ein Jahr und drei Monate. Auf seiner Liste – das Buch ist ja nun abgehakt – hat die Gesundheitspunkte oberste Priorität. „Ich bin und bleibe Gesundheitsmanager. Und das macht Spaß“, sagt Bank, und man merkt ihm die Begeisterung an – dafür brennt er. Also wolle er gemeinsam mit Frau und Familie schöne Dinge unternehmen, er fing gemeinsam mit seiner Frau ein Lauftraining an, will Gewicht verlieren, meditiert, geht spazieren.

„Erfolgreich Krisen meistern“ erscheint am 20. Juli beim Verlag Edition Forsbach.