Bekanntermaßen geht der Realschule am Salinensee (RSAS) aufgrund der großen Nachfrage der Platz aus, die Aufwärtsbewegung weiter. Schon 2019 mussten 21 Klassen unterrichtet werden, doch standen nur 18 Klassenzimmer zur Verfügung. Im Schuljahr 2020/21 wurden nicht weniger als 620 Schüler erwartet.

Die Realschule am Salinensee in Bad Dürrheim platzt schon kurz nach der Erweiterung 2012 aus allen Nähten. Die Nachfrage nach Plätzen an der beliebten Schule ist groß, auch aus dem Umland. Eine neue Planung tut Not. Bild: SK-Archiv Götz
Die Realschule am Salinensee in Bad Dürrheim platzt schon kurz nach der Erweiterung 2012 aus allen Nähten. Die Nachfrage nach Plätzen an der beliebten Schule ist groß, auch aus dem Umland. Eine neue Planung tut Not. Bild: SK-Archiv Götz

Diese Entwicklung ist nicht neu und nahm schnell nach der Erweiterung der RSAS im Jahre 2012 Fahrt auf. Vielfach wurde in der Vergangenheit bereits neben der Schulerweiterung und im Hinblick auf die Sanierungsbedürftigkeit der Grund- und Werkrealschule ein Schulverbund zur Sprache gebracht. Die Situation wurde nun im Rahmen der Haushaltsberatungen wieder Thema.

So führte die CDU-Fraktion in ihrem Antrag zum Haushalt 2021 aus: Derzeit bearbeite das zuständige Regierungspräsidium im Rahmen eines Schulentwicklungsplans die Frage, ob die Dreizügigkeit aufgestockt werden muss. Dies würde einerseits zu einer Aufstockung der Zuweisungen vom Land führen, andererseits wäre es auch Grundlage für eine räumliche Erweiterung der Realschule Bad Dürrheim. Das Ergebnis der Untersuchung des Regierungspräsidiums wird im ersten/zweiten Quartal 2021 erwartet. Bis dahin soll schon jetzt eine Planungsrate von 50 000 Euro eingestellt werden, die in Abhängigkeit von der Entscheidung des Regierungspräsidiums im Nachtragshaushalt mit weiteren 50 000 Euro aufzustocken ist und mit einer entsprechenden Verpflichtungsermächtigung zu versehen ist.

In ihrer Stellungnahme führt die Stadtverwaltung aus, dass das Regierungspräsidium (RP) Freiburg nach Prüfung der aktuellen Schülerzahlen auf Vorlage der Stadt zwischenzeitlich die Erweiterung der Realschule auf eine 3,5-zügige Einrichtung für sinnvoll erachte und die hierzu aus Sicht der Schulbauförderung notwendige Programmfläche zur Erstellung einer Entwurfsplanung einschließlich einer Kostenschätzung ermittele. Diese soll dann dem Gemeinderat im ersten Halbjahr 2021 zur Entscheidung über einen Planungsauftrag vorgelegt werden.

  • Beschlussantrag: Der Beschlussantrag der Verwaltung lautete dahingehend, dass eine Planungsrate zur baulichen Erweiterung entsprechend den Hinweisen des RPs Freiburg in Höhe von 50 000 Euro in den Haushaltsplan aufzunehmen sei. Darüber hinaus werde eine Verpflichtungsermächtigung über weitere 50 000 Euro in den Haushalt aufgenommen, die nach Abstimmung mit der Bewilligungsstelle des RPs in einen Planansatz im Nachtragshaushalt 2021 umgewandelt wird.

„Wir brauchen erst einmal einen Grundsatzbeschluss“, erklärte Bürgermeister Berggötz. Man habe just am Tag der Gemeinderatssitzung eine Besprechung mit Schulleiterin Stephanie Martin gehabt. Diese habe ergeben, dass eine 3,5-Zügigkeit, wie sie das Regierungspräsidium für sinnvoll erachtet, nicht ausreichend sei. Bei einer 3,5-Zügigkeit könnten gerade Rückläufer der Gymnasien, die in der siebten Klasse zurückkommen und aus Bad Dürrheim stammen, nicht berücksichtigt werden.

Bevor jedoch aber weitere Entscheidungen gefällt werden könnten, wäre eine schulpolitische Gesamtkonzeption notwendig, so Berggötz. Alles andere mache derzeit keinen Sinn. Ursprünglich war eine Diskussion darüber während der Klausurtagung des Gemeinderates im vergangenen Herbst geplant, konnte jedoch aufgrund der Fülle der Themen und der Kürze der Zeit nicht umgesetzt werden.

  • Klaus Götz, Freie Wähler: „Die Diskussion um die Realschule kommt ja nun nicht überraschend.“ Und er finde: Die Grund- und Werkrealschule komme im Vergleich zu kurz. Deren Situation habe sich nach dem Brand sogar noch verschärft. Wenn man mal sämtliche Kosten für die Sanierung der Grund- und Werkrealschule auflisten würde – und dabei nur mal alleine die marode Oskar-Grießhaber-Turnhalle betrachte, deren Sanierung seit Jahren hinausgeschoben werde – und unter Berücksichtigung des Zukunftsthemas der städtebaulichen Maßnahmen eine Umnutzung des Geländes in Betracht ziehen würde, wäre ein Schulzentrum durchaus ein Thema. Im Hinblick auf die Überschneidung mit dem CDU-Antrag zogen die freien Wähler ihren Antrag zurück.
  • Barbara Fink, CDU: Die 3,5-Zügigkeit der Ralschule komme ja nun nicht überraschend. Es fehlen Klassenzimmer, der Pavillon der Realschule sei überaltet. Die CDU wolle sich nicht auf eine Begrenzung der Schülerzahlen einlassen, denn besonders die Rückläufer aus Bad Dürrheimer von den umliegenden Gymnasien seien dann benachteiligt, und das dürfe nicht sein.
  • Wolfgang Kaiser, LBU: „Die Diskussion eines Schulzentrums war ja schon unter Altbürgermeister Otto Weissenberger Thema“, so Kaiser. Die Realschule braucht mehr Klassenräume. Ansonsten werde sich die Situation nicht wesentlich bessern.