Seit dem vergangenen Donnerstag hat der Schwarzwald-Baar-Kreis den Grenzwert der Sieben-Tage-Quote von 50 Corona-Infizierten pro 100 000 Einwohner (Inzidenz) überschritten. Aktuell liegt der Schwarzwald-Baar-Kreis bei einer Sieben-Tages-Inzidenz von 56 pro 100 000 Einwohnern. In Bad Dürrheim sind aktuell 37 an Covid 19 erkrankte Personen gemeldet, 33 davon sind genesen. Anfang Juni lag die Zahl der erkrankten Personen bei 22.

Mit der Überschreitung dieses Grenzwertes ist das Landratsamt dafür zuständig, weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu ergreifen. Das Gesundheitsamt sieht laut einer Mitteilung in seiner Prognose einen weiteren Anstieg der Zahlen über das Wochenende (wir berichteten).

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Daher ruhen die am Mittwoch, 14. Oktober, durch die Städte und Gemeinden erlassenen Allgemeinverfügungen (Überschreitung der Inzidenzzahl von 35 auf 100 000 Einwohner), bis der Wert über einen Zeitraum von sieben Tagen in Folge wieder unter die 50er-Inzidenz-Grenze sinkt.

Was bedeutet das nun genau? In der seit Freitag, 16. Oktober, ab 0 Uhr geltenden Allgemeinverfügung wird eine Höchstteilnehmerzahl für Feierlichkeiten in öffentlichen oder angemieteten Räumen von bis zu zehn Personen und in privaten Räumen von maximal zehn Personen aus höchstens zwei Hausständen festgelegt. Feiern mit mehr Teilnehmern, beziehungsweise mehr Hausständen, sind untersagt. Zudem wird die Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen aller Art (insbesondere Sportveranstaltungen) auf 100 Personen begrenzt.

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Masken auf den Märkten

Bei Veranstaltungen muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, außer an fest zugewiesenen Sitzplätzen mit 1,5 Metern Abstand. Auch sogenannte Ansammlungen im öffentlichen Raum werden auf zehn Personen beschränkt. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung wurde erweitert. Auf allen Wochenmärkten und sonstigen Märkten sowie an Außenverkaufsständen muss eine Maske getragen werden. Zudem wird verbindlich eine Sperrstunde um 23 Uhr für Gastronomiebetriebe erlassen.

KuBä sagt Veranstaltungen ab

„Nachdem über einen längeren Zeitraum Veranstaltungen aller Art in Bad Dürrheim angeboten werden konnten, muss nun aufgrund der steigenden Infektionszahlen wieder der „Resetknopf“ gedrückt werden“, teilt die Kur- und Bäder GmbH (KuBä) schrifltich mit.

„Daher können die für die nächsten Wochen geplanten Veranstaltungen nicht stattfinden“, heißt es weiter. Die Kur- und Bäder GmbH sehe sich aufgrund der steigenden Infektionszahlen im Kreis in der Pflicht, die Veranstaltungen zum Schutz der Besucher und der Künstler und zur weiteren Eindämmung und Bekämpfung des Corona-Virus abzusagen.

Abgesagt sind folgende Veranstaltungen: die Stadtführung mit Fräulein Schmidt am heutigen Samstag, 17. Oktober; das Konzert mit Martin Münch am Dienstag, 20. Oktober; das Konzert mit Baar-Blech am Donnerstag, 29. Oktober und mit Peter Adamek am Dienstag, 3. November sowie die Veranstaltungen mit den Bajan-Virtuosen am 6. November. Auch das Weltklassik-am-Klavier-Konzert am Samstag, 7. November fällt aus. Ebenso fällt der Vortrag von Volker Paul über die Steinbalance am 07.11. aus. Für alle Veranstaltungen sollen im kommenden Jahr Ersatztermine gefunden werden.

Solemar aktuell nicht betroffen

Das Solemar sei aktuell von der geänderten Situation nicht betroffen, hieß es auf telefonische Nachfrage gegenüber dieser Redaktion. Die Öffnungszeiten in der Therme sind weiterhin wie folgt: Montag bis Sonntag von 9 bis 12 Uhr, 12 bis 15 Uhr, 15 bis 18 Uhr und 18 bis 21 Uhr. Die einstündigen Pausen zwischen den Zeitfenstern sind aufgehoben.

Hygienekonzepte auf dem Prüfstand

„Jetzt ist der Ernstfall, jetzt werden wir sehen, ob die in intensiver Zusammenarbeit gemeinsam mit den Vereinen ausgearbeiteten Hygienekonzepte funktionieren und standhalten“, erklärt Alexander Stengelin, Pressereferent der Stadt Bad Dürrheim. die Hygienekonzepte. Jeder habe jetzt auch selbst durch sein Verhalten in der Hand wie es weitergeht. „Ein normales Leben wird nur dann möglich sein, wenn jeder sich auch an die Konzepte hält, um Ansteckungen zu vermeiden. Denn genau um die Vermeidung von Ansteckung geht es“, so Stengelin weiter.

Bei den – mit den Bürgermeistern des Kreises abgestimmten – Verordnungen des Landratsamtes gehe es maßgeblich um private Veranstaltungen in privat angemieteten Räumen, denn hier sei oft die Quelle von Ansteckungen zu finden gewesen. Es wäre absurd, gleich alles stillzulegen, nachdem so viel Zeit und Energie in aufwendig ausgearbeitete Hygienekonzepte gesteckt wurde. Die Hygienekonzepte seien ja der Kernpunkt des Schutzes.

Was Absagen von Vereinsversammlungen zum Beispiel angehe, handle es sich um Empfehlungen. Jeder ist aufgefordert, selbst zu schauen, was ist vertretbar und was nicht. Schließungspläne offizieller Stellen und Kitas oder Schulen bestünden jedenfalls momentan nicht.

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