Jetzt geht es voran! Die Geschichte um das Hotel Parasol begann im Jahr 2011. Seinerzeit kamen der damalige Geschäftsführer des AWO-Kreisverbandes, Gerald Weiss, und der Projektentwickler/Projektmanager Günter Tarlatt bei der Umsetzung eines anderen Projektes überein, die Geschäftsidee eines behindertengecht gebauten Inklusionshotels anzugehen.

Das geplante Parasol-Hotel verfügt durch seine Konzeption über ganz besondere Alleinstellungsmerkmale.

So soll nach dem Willen der Planer die großzügig angelegte Anlage des Hotels Parasol einmal aussehen, mit viel Holz und Grün als Bezug zur umgebenden Natur.  Bild: Büro Rebholz
So soll nach dem Willen der Planer die großzügig angelegte Anlage des Hotels Parasol einmal aussehen, mit viel Holz und Grün als Bezug zur umgebenden Natur. Bild: Büro Rebholz | Bild: Tarlatt

Ziel des „Hotels Parasol“ ist, die Begegnung von Menschen mit und ohne Handicap zu fördern. Gäste sowohl mit als auch ohne Einschränkungen können dann ihren Urlaub hier verbringen. Die Mitarbeiter, ebenfalls sowohl mit als auch ohne Einschränkungen, arbeiten in dem Inklusionshotel zusammen. Das Hotel soll über 69 geräumige Zimmer, Gastronomie und Tagungsräume verfügen. In zwei Nebengebäuden werden 35 Ferienwohnungen untergebracht, auch ein „überschaubarer“ Wellnessbereich ist vorgesehen. Ebenso ist ein Tagungs- und Veranstaltungsbereich geplant.

Extra für spezielle Bedürfnisse

Das Inklusionsprojekt wird komplett barrierefrei und rollstuhlgerecht gebaut. Das ganze Haus – Zimmer, Garagen, Gemeinschaftsräume, Fahrstühle und so weiter – ist barrierefrei erreichbar, möbliert und besonders leicht bedienbar eingerichtet. Des Weiteren sind technische Hilfen für blinde, mobilitätseingeschränkte oder Menschen mit anderen Einschränkungen vorgesehen. In Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Karlsruhe (FZI) und der Hochschule Furtwangen (HFU) wird das Hotel mit modernsten technischen Hilfsmitteln ausgestattet. Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) unterstützt das Projekt im Bereich Sozialwirtschaft. Die Einrichtung mit technischen Hilfsmitteln für den individuellen Unterstützungsbedarf ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Hahn-Schickard-Gesellschaft IMIT und ein Projekt der Initiative Smart Home und Living der Landesregierung.

Hotelkomplex und Ferienwohnungen auf dem großen Grundstück neben dem Solemar sind getrennt voneinander. Die Grünanlagen sollen den Übergang vom und zum Kurpark schaffen und Wohlfühlatmosphäre erzeugen.  Bild: Büro Rebholz
Hotelkomplex und Ferienwohnungen auf dem großen Grundstück neben dem Solemar sind getrennt voneinander. Die Grünanlagen sollen den Übergang vom und zum Kurpark schaffen und Wohlfühlatmosphäre erzeugen. Bild: Büro Rebholz | Bild: Tarlatt

Das Besondere ist außerdem die Bereitstellung von 15 bis 18 Inklusionsarbeitsplätzen. Die Hotelanlage soll auf einer Fläche von 7000 Quadratmetern entstehen.

Als der Kauf des 10 000 Quadratmeter großen Grundstücks des Chrischona-Schwesternverbandes gesichert war, wurde 2014 der gemeinnützige Verein der Förderer und Freunde des Parasolhotels Bad Dürrheim gegründet. Aktuell hat der Verein 90 Mitglieder.

Als der Verein das Grundstück in der Huberstraße erwarb, stand da noch das alte Kinderheim, das später abgerissen wurde. Bild: SK-Archiv Klatt
Als der Verein das Grundstück in der Huberstraße erwarb, stand da noch das alte Kinderheim, das später abgerissen wurde. Bild: SK-Archiv Klatt | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Mittlerweile wurden weitere Modalitäten geklärt und Gesellschafterverträge geschlossen. Bereits bei der Planung und Konzeptionierung wirken fachlich kompente Berater mit. Die Mitgliederversammlung hat den Entwürfen und dem Umsetzungskonzept zugestimmt. Das Modellprojekt Hotel Parasol wird im Vier-Sterne-Bereich geführt.

Nach einem Jahr Planung und eineinhalb Jahren Bauzeit wird derzeit wird die Inbetriebnahme für das Frühjahr 2023 vorbereitet.

Das Projekt erfreut sich großer Akzeptanz und Aufmerksamkeit. Uneingeschränkte Unterstützung erfährt das Vorhaben durch den Schirmherrn, Minister Guido Wolf, Landrat Sven Hinterseh und nicht zuletzt Bürgermeister Jonathan Berggötz.

Als gemeinnütziges Unternehmen erhält die bereits gegründete Parasolhotel-Betriebs gGmbH Förderungen. So hätten sich der Kommunalverband Jugend und Sport und damit auch die „Aktion Mensch“ mit dem Projekt beschäftigt und die Bezuschussung der Investition und des Betriebes in Aussicht gestellt, erklärt Günter Tarlatt. Zusagen von monetären Starthilfen würden vorliegen. Erste Nachfragen nach dem Kauf von Ferienwohnungen, durch deren Erlös die Finanzierung mitgetragen wird, lägen ebenfalls vor.