Nicht nur dass das Zentrum der schwäbisch-alemannischen Fastnacht – das Museum Narrenschopf – sein 50-jähriges Bestehen am vergangenen Wochenende feierte, war es mit dem 25. Mal auch das erste Jubiläum der Narrenbörse im Haus des Bürgers. Es war ein in jeder Hinsicht gelungenes Wochenende, wozu auch der Flohmarkt auf dem Rathausplatz und in der Luisenstraße gehörte. Bei schönem Wetter konnten auch hier die Schnäppchenjäger an zahlreichen Ständen nach Herzenslust stöbern.

Mit einem großen Hallo wurde beim Empfang der geladenen Gäste die diesjährige Narrenbörse mit Museumsnacht eröffnet. Nachdem das von der Bundesregierung geförderte Projekt „Museum 4punkt0“ erfolgreich beendet worden war und die Digitalisierung im Narrenschopf dadurch Einzug gehalten hatte, gilt es nun nach Auslaufen der Förderung, all das Erreichte zu erhalten. Dazu braucht es wie immer entsprechende finanzielle Mittel. So ist es kein Wunder, dass Roland Wehrle, VSAN-Präsident (Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte) die Gelegenheit nutzte, sein Ansinnen bei den anwesenden Politikern und Gemeindevertretern vorzubringen. Also gab Narrenschopf-Streiter Wehrle im Sinne der Nachhaltigkeit dem Bad Dürrheimer Bürgermeister, der dieser Tage einen Termin im Regierungspräsidium haben wird, gleich den entsprechenden Auftrag mit auf den Weg. Unter anderem wünscht sich Wehrle ein Hinweisschild auf den Narrenschopf an der Autobahn. Immerhin stellt der Narrenschopf als Museum ja quasi das Herzstück der schwäbisch-alemannischen Fastnachtskultur dar.

Was die Narrenbörse anging, wurden auch hier wieder alle Wünsche erfüllt, die ein Narrenherz wohl hegen mag. Häser, Masken, Broschen, Buttons, Becher, Tierfelle – alles war zu finden. Unter fast 30 Ausstellern waren auch verschiedene Vereine, die sich vorstellten. Am Stand des Narrenschopfs konnten VR-Brillen getestet werden und der Film zum Ambraser Teller angeschaut werden. Mit der Digitalisierung und der 360-Grad-Kuppel hat der Narrenschopf das „angestaubte“ Image eines Museums auf besonders spannende Weise weit hinter sich gelassen. Drei der Aussteller waren von Anfang an bei der Narrenbörse dabei – die Narrenzunft Bad Dürrheim zum Beispiel – und feierten in diesem Zusammenhang das 25-Jährige der Narrenbörse mit.

Bei der Museumsnacht ging es im ganzen Narrenschopf rund. Fanfarenzüge und Musikgruppen gaben sich die musikalische Klinke in die Hand; die Stimmung war hervorragend, auch in der Bar. Und dann erst noch die Verpflegung: Maultaschen mit geschmelzten Zwiebeln und Kartoffelsalat – lecker.

Auch im Festzelt auf dem Großraumparkplatz war für Unterhaltung bestens gesorgt. Ein Höhepunkt gegen Sonntagabend war die Verlosung der insgesamt 66 Tombolapreise. Unter den ersten 14 Preisen waren allein sieben Brauerei-Führungen für Gruppen unterschiedlicher Personenzahl zu haben, ein Schlachtplatten-Essen für acht Personen, zwei VIP-Karten für das Narrengericht Stockach, zwei VIP-Karten mit Übernachtung zum Narrentreffen in Weingarten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der VSAN und zwei Mal zwei Ehrenkarten für den Europapark Rust. Der Hauptpreis war eine originale Holzmaske des Fridinger Ma.