Das erste Konzert der Stunde der Kirchenmusik in der evangelischen Johanneskirche seit Februar 2020 bringt die Kapazitäten des Gotteshauses an seine Grenzen. An die erfolgreichsten Konzerte mit 300 Hörern war nicht anzuknüpfen, denn durch die Abstandsregeln waren die Sitzbänke mit 70 Hörern nahezu vollständig ausgelastet. „Viel mehr hätten es auch nicht sein dürfen“, freut sich das Organisationsduo Gaby und Walter Fürniß. So nahm die Konzertreihe nach einer über sechsmonatigen Durststrecke mit dem Duett von Cristina Haigis (Sopran) und Peter Hastedt einen erfolgreichen Anlauf.

Zunächst hielt der ehemalige Religionslehrer Fürniß nach dem jetzigen Auftakt noch offen, welchem nächsten Konzerttermin sein Stammpublikum entgegensehen könne. Mittlerweile hat sich das geklärt. Am 27. September könnte ein Orchester aufspielen. Angesichts der mitunter skurrilen Blüten der Corona-Verordnungen, ist der Konjunktiv weise gewählt. Offenbar ist das Orchester so opulent besetzt, dass im Altarraum unter Umständen der Mindestabstand für die Musiker nicht gewährleistet werden kann. Erst eine Probe in dieser Woche wird diesbezüglich Klarheit schaffen. „Um den 20. September können wir mit Sicherheit sagen, ob es stattfindet“, sagt Fürniß. So bleiben den Anhängern der Konzertreihe vorerst die bekannten Pfade der Information mit der Homepage der evangelischen Gemeinde und dem Schaukasten gegenüber der Konditorei Röder in der Luisenstraße.

Offiziell sind für 2020 noch drei Konzerte geplant, ansonsten freuen sich die Organisatoren, so weit die Umstände es zulassen, im Frühjahr regulär in die nächste Saison starten zu können. Erste Anfragen seitens der Künstler für 2021 gebe es bereits. Die Stunde der Kirchenmusik ist mittlerweile anscheinend so populär, dass Künstlerakquise kaum mehr vonnöten ist.

Auch verfiel das Organisationsduo im vergangenen Halbjahr keineswegs in einen Dornröschenschlaf. Hinter den Kulissen herrsche bisweilen hektische Kommunikation mit den Künstlern, im Ringen um Auftritte trotz Regelungen. Die teils prekäre Wirtschaftslage für die von Auftritten abhängigen Akteure ist kein Geheimnis. Das vielfach ehrenamtlich engagierte Ehepaar genoss während der Corona-Zeit aber auch, „in der Tat mal ganz privat“ sein zu können.

Das Konzert mit Haigis und Hastedt stand unter dem Titel „Magnificat – Eine Hommage an Maria“. Die erlesensten Lieder in Orgelbegleitung hinsichtlich der biblischen Maria, etwa von Hildegard von Bingen oder Vertonungen von Bach und Mozart standen auf dem Programm. Konzertiert wurde von der Empore aus. Für die Hörer ein bekannt klangliches Wunscherlebnis.

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