Die Begeisterung der Beteiligten hallt auch nach Ende der Aktion spürbar nach, die Zusammenarbeit zwischen Generationentreff, Stadtverwaltung und Näherinnen funktionierte reibungslos. Rund 55 ehrenamtliche Näherinnen fertigten in den vergangenen Monaten über 1500 Mund-Nase-Masken. Die Aktion ist inzwischen beendet und alle sind sich einig – es war eine wirklich gute Geschichte.

Das Organisationsteam der Masken-Aktion ist begeistert vom Erfolg der Sache. Vorne (von links) Wolfgang Götz, Sabine Armborst, Angelika Strittmatter, Luzia Gerritsen, Maria Bucher, Bürgermeister Jonathan Berggötz, Uwe Hüls. Dahinter Michael Hauser und Jutta Ring. Nicht auf dem Bild Hedwig Baur. Bild: Sabine Naiemi
Das Organisationsteam der Masken-Aktion ist begeistert vom Erfolg der Sache. Vorne (von links) Wolfgang Götz, Sabine Armborst, Angelika Strittmatter, Luzia Gerritsen, Maria Bucher, Bürgermeister Jonathan Berggötz, Uwe Hüls. Dahinter Michael Hauser und Jutta Ring. Nicht auf dem Bild Hedwig Baur. Bild: Sabine Naiemi | Bild: Naiemi, Sabine

„Bad Dürrheim ist nicht nur eine Stadt, in der täglich neue Kräfte wachsen, sondern auch tolle Ideen“, lobt Bürgermeister Jonathan Berggötz das bürgerschaftliche Engagement in den höchsten Tönen. Was da auf die Beine gestellt werden konnte, sei beachtlich. „Die Helden sind die Näherinnen“, so der Bürgermeister.

Das Projekt startete zu einem Zeitpunkt kurz bevor das Tragen von Masken zwingend wurde und viele gar nicht wussten, wie sie überhaupt an Masken herankommen können. Als Angelika Strittmatter vom Vorstandsteam des Generationentreffs bei Hedwig Baur vom Näh- und Strickkörble des Generationentreffs anrief und um Unterstützung fragte, sei das für sie überhaupt kein Problem gewesen, erklärt Hedwig Baur, denn sie nähe bereits Mund-Nase-Masken für krebskranke Kinder und verfügte bereits über eine Nähanleitung. Das war die Basis, auf der man aufbauen konnte und so war der erste Schritt schnell getan.

„Das Ehrenamt ist ein wichtiger Faktor, um eine Krise zu meistern. Das hat sich in Bad Dürrheim schon viele Male gezeigt“, erklärt Angelika Strittmatter. Ein wichtiger Punkt, dass dies alles so geschehen konnte, sei allerdings gewesen, dass die Stadt die entsprechenden Rahmenbedingungen schuf.

Hier kam Uwe Hüls, der Sachgebietsleiter Soziales, ins Spiel. Die Stadt stellte das Geld, um die Stoffe zu kaufen. Hüls koordinierte die Lieferungen, das Bestellen von Material und die Abholung der Masken bei den Näherinnen, zu denen sich auch ein Mann gesellte. „Täglich kamen neue Näherinnen dazu“, erinnert sich Hüls, der von einem „Maskenball“ träumt, wie er sagt. Denn der „Nudelexperte“ kenne leider nur die Adressen der Näherinnen, aber nicht die Personen selbst und das würde er wahnsinnig gerne nachholen. Tatkräftig unterstützt wurde Uwe Hüls bei den ganzen anfallenden Transporten von Michael Hauser und Jutta Ring.

Nudelexperte ist Uwe Hüls deshalb, weil nirgendwo mehr Gummiband für die Masken erhältlich war und dringend eine Alternative her musste. Also wurde mit Rollenschneidern Jerseystoff in dünne Streifen geschnitten, die sich dann automatisch einrollen – die Nudeln, welche dann zum Binden in die Masken eingefädelt wurden.

Eine erfahrene Näherin braucht pro Maske mindestens eine halbe Stunde, rechnete Koordinatorin Luzia Gerritsen auf Nachfrage von Bürgermeister Berggötz aus. Das macht dann bei über 1500 Masken rund 1000 Stunden Arbeit aus. Luzia Gerritsen, die unter anderem für die katholischen Fasnetswieber näht, wies noch darauf hin, dass sich allein zehn der Fasnetswieber an der Maskenaktion beteiligten.

Die Leute seien dankbar dafür gewesen, Masken zu bekommen und hätten kaum glauben können, dass diese im Fall auch kostenlos ausgegeben werden, berichtet die Ehrenamtskoordinatorin Maria Bucher. Nichtsdestotrotz sei das Spendenkässle gut gefüllt worden.

Um jedoch jeder Näherin das Dankeschön überreichen zu können – bestehend aus Nudeln, einem Kochlöffel, einem Glas Tomatensoße, einer Gerbera und einem Gutschein des örtlich ansässigen Stoffgeschäftes – stockte der Generationentreff den Betrag ordentlich auf.

Bildunterschrift
Bildunterschrift | Bild: Naiemi, Sabine

Abschließend versprach Bürgermeister Berggötz, dass es mit Sicherheit nachdem Corona vorbei ist, noch eine Veranstaltung der Stadt für alle Beteiligten geben werde.

Es gibt noch Masken

Es stehen noch Masken zur Verfügung. Diese können jeweils Montag und Mittwoch, 14 bis 16 Uhr, im Mehrgenerationenhaus Generationentreff Lebenswert, Viktoriastraße 7, in Bad Dürrheim, abgeholt werden. Die kostenlose Ausgabe ist auf die Zahl der im Haushalt lebenden Personen begrenzt. Spenden sind willkommen.