Die Kurtaxesatzung und die Fremdenverkehrssatzung der Stadt sind veraltet und müssen aufgrund der gesetzlichen Lage neu kalkuliert werden. 40 der rund 300 eingeladenen Betriebe waren zu den beiden Informationsrunden gekommen.

Die Kurtaxe und der Fremdenverkehrsbeitrag dienen zur teilweisen Deckung der Aufwendungen, welche die Stadt und somit auch die Kur- und Bäder GmbH haben, um Angebote und Infrastruktur für Touristen und Gäste, wie aber auch für die Einwohner, vorzuhalten. Die Kurtaxe muss jeder Gast bezahlen, den Fremdenverkehrsbeitrag muss jedes Unternehmen entrichten, das vom Tourismus wirtschaftlich profitiert.

Nicht alle sehen die Erhöhung positiv. Andreas Bertsch vom Reisemobilhafen sprach an, dass er den Zeitpunkt der Erhöhung für schlecht gewählt halte. Ferner wies er darauf hin, dass aus seiner Sicht eine Kurtaxe in Höhe von drei Euro (sofern der Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss fällt), im Vergleich zu 2,60 Euro in Titisee und 2,80 Euro in Bad Krozingen, für recht hoch halte.

Hotelier Rüdiger Schrenk brachte seine Kritik sehr deutlich zum Ausdruck. Er warf der Kur- und Bäder GmbH (KuBä) und der Stadt „Misswirtschaft“ vor. Man müsse sich mal überlegen, so Schrenk, woran das liegt, dass die Stadt in den vergangenen Jahren 1000 Betten verloren hat. Niemand denke darüber nach, wie es kommt, dass im Umfeld der Stadt die doppelte Anzahl an Betten entsteht beziehungsweise entstanden ist. Man sollte mal überlegen und hinterfragen, warum Investoren nach VS abwandern. Und er fände es einen sehr spannenden Ansatz, wenn man mal eine Meinungsumfrage machen würde, ob die Kurtaxe gewünscht ist oder nicht.

Bürgermeister Jonathan Berggötz wies auf das Aufgabenspektrum der KuBä hin: Rund 1500 große und kleine Veranstaltungen, die KuBä nehme viele Arbeiten in öffentlichem Interesse wahr, die nicht kostendeckend angeboten werden können. Und ins Ressort der KuBä falle etwa auch das Minara als Zuschussbetrieb.

Seitens der Gewerbetreibenden habe sie noch keine Reaktion auf die Erhöhungen bekommen, erklärte die Gewerbevereinsvorsitzende Tamara Pfaff auf Nachfrage des SÜDKURIER. Sie könne einerseits Rüdiger Schrenk verstehen, der als großer Unternehmer entsprechend Steuern an die Gemeinde entrichtet, aber sie sehe das andererseits auch als „Ganzes, als Clubort“. Kurz gesagt: Die Stadt hält diese Veranstaltungen vor, diese machen Bad Dürrheim attraktiv für Gäste. Ohne das große Gesamtpaket gebe es keinen Tourismus, ohne Tourismus wäre die Stadt tot und man könne beispielsweise als Mitglied in einem Verein ja auch nicht das eine oder andere vom Beitrag abziehen, weil man nicht alle Angebote in Anspruch nimmt.

Am 22. Oktober wird die neue Satzung im Gemeinderat diskutiert, am 9. November soll abgestimmt werden.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €