Regelmäßig bereichert das „Four-Brothers-Saxophon- Quartett“ mit seinen Auftritten im Kurhaus das kulturelle Angebot Bad Dürrheims. Die Formation ist ein Ableger der Schwenninger „SWANO Big Band“, eine der wenigen, verbliebenen Big Bands in der Region, die noch mit Live-Musik aufspielen.

Ältere Semester in der Kurstadt werden sich bestimmt noch an die Tanzabende mit „SWANO“ erinnern, die seinerzeit das Kurhaus bis auf den letzten Platz füllten. Doch hat die Popularität der Tanzkonzerte ihren Zenit längst überschritten, auch die Band ging mit der Zeit und bietet seit etwa zehn Jahren rein musikalische Konzerte an. Bad Dürrheim und „SWANO“ verbindet dabei eine Freundschaft seit den 70ern.

Letztes Jahr feierte die Big Band ihren 50. Geburtstag. Eine fast ebenso lange Musiktradition verbindet sie mit Bad Dürrheim. 1969 gründeten Bernd Reinhardt und Manfred Foschiani das Tanzorchester mit der Absicht, gezielt einen Gegenpol zur elektronisch verstärkten und aufkommenden Rockwelle der damaligen Zeit zu setzen. Mittlere und ältere Jahrgänge sollten mit klassischer Tanzmusik einer Big Band angesprochen werden. Seinerzeit tingelte die Big Band mit ihren Gigs noch durch die ganze Region. Da ihr Repertoire dem Altersschnitt der Kurstadt entgegenkam, blieb es nicht aus, dass irgendwann auch Kontakt zur Kur- und Bäder GmbH (KuBä) geknüpft wurde.

„Irgendwann in den 70ern war es, Bad Dürrheim und wir sind praktisch alte Freunde“, so Reinhardt in der Vergangenheit schwelgend. Und was waren das noch für Zeiten, als bis zu 200 Gäste im Kurhaus auf dem Tanzparkett schwoften. Ein Flair extravaganter Bälle mit Abendkleidern und adrett sitzenden Anzügen. „Der Saal im Kurhaus war früher ja noch größer, die Trennwand zum Restaurant war nicht da, er reichte bis zum Wintergarten“, erinnert sich Reinhardt. So konnte die Band mit ihrem Repertoire aus etwa 400 eingespielten Stücken, das Spektrum reicht von Swing über Oldies und Pop zu Rock, abendfüllend jede Festgesellschaft sich quasi „schwindelig tanzen“ lassen. Das eigentliche musikalische Kerngeschäft von „SWANO“ ist und bleibt jedoch der Swing mit insbesondere der Musik solcher Ikonen wie Glenn Miller, Benny Goodman oder Duke Ellington.

Als Anfang der Nullerjahre die Veranstaltungen im Schwenninger Beethovenhaus zunehmend rarer wurden – hier fanden gar Abendbälle statt – und die Räumlichkeit schlussendlich für den regelmäßigen Konzertbetrieb geschlossen wurde, avancierte das Kurhaus praktisch zur zweiten Heimstätte der Big Band und die aus ihr hervorgegangenen Formationen. „Nimmt man alle Formationen, die aus der Big Band entstanden sind zusammen, kommen wir jährlich schon auf ein halbes Dutzend an Auftritten in Bad Dürrheim“, zählt Reinhardt auf.

Doch die großen Zeiten der Tanzabende sind vorbei, so konzentrieren sich auch die Big Band und ihre Formationen auf rein musikalische Konzertabende. „Uns sind die Tänzer ausgestorben“, bemerkt Reinhardt humoristisch. Zur KuBä habe man nach wie vor einen guten Draht. Über die Jahrzehnte hinweg arbeitete man mit vielen Leuten aus dem Organisationsteam zusammen, die aktuelle Zusammenarbeit mit Daniel Limberger funktioniere reibungslos. Neben der musikalischen Hauptwirkungsstätte Villingen-Schwenningen tritt die Band nunmehr hauptsächlich in Bad Dürrheim auf. „Das Kurhaus ist und bleibt ein sehr schöner Saal mit einer tollen Akustik. Es ist eine dankbare Gegend hier“, so Reinhardt.

Das Four-Brothers-Saxophon-Quartett und die Dixie-Stompers sind regelmäßig Gäste im Kurhaus. Zum letzten Auftritt kamen 50 Besucher, doch die Hoffnung auf die Auferstehung alter Glanzzeiten versiegt nicht.

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