40 Jahre hatte das Minara auf dem Buckel, als der Gemeinderat im November 2017 nach langem und zähem Ringen die Sanierung beschloss und Ende September 2019 die Arbeiten dazu begannen. Über 100 Tonnen Material wurden entsorgt, bis das Gebäude komplett entkernt war, und bevor es wieder Schräubchen für Schräubchen neu ausgestattet wurde. 8,9 Millionen Euro war die vom Gemeinderat festgesetzte Obergrenze des Kostenrahmens, er wurde eingehalten. 467 000 Euro Fördermittel erhielt die Stadt für die energetischen Maßnahmen.

Wie berichtet, ist noch nicht alles fertig. Für die restliche Saison wurde das Gerüst im Außenbereich abgebaut. Die Attika werde nach der Saison fertiggestellt, erklärte Kur- und Bäder-Geschäftsführer Markus Spettel. Bis Jahresende soll auch der innere Kleinkindbereich fertiggestellt sein. Nächstes Jahr werden im Freibereich weitere Spielgeräte aufgebaut, so Spettel, und es seien kleinere Veranstaltungen geplant.

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Nun ist seit Mittwoch, 1. September das Minara wieder in Betrieb. Alle sind froh, auch wenn das eine oder andere noch ein wenig verbesserungswürdig sein mag und sich einspielen muss. Die Kinder und Jugendlichen genießen sichtlich das Toben im Wasser. Dicht drängten sich am Samstag die Badenden im Becken. Der Sprungturm ist „die“ Attraktion. Die Kleineren toben auf dem Wasserspielplatz und schnell hatten die ganz Kleinen entdeckt, dass die mit Sand abgedeckte Liegefläche des ehemaligen Außenbeckens ein einziger großer Sandkasten ist.

Dicht drängen sich die Badegäste im ganzen Schwimmbecken, hier laufen gerade die Vorbereitungen für eine Demonstration des SSC über das Baby-Schwimmen.
Dicht drängen sich die Badegäste im ganzen Schwimmbecken, hier laufen gerade die Vorbereitungen für eine Demonstration des SSC über das Baby-Schwimmen.

Bekanntermaßen gibt es auch kritische Stimmen dazu, dass das Bad in größerem Umfang hätte saniert werden sollen. Der Bad Dürrheimer Markus Horn sagt zum Beispiel, dass er nicht verstehen kann, dass die Rutsche nicht eingehaust wurde. Dadurch falle in der kalten Jahreszeit ein großer Anziehungspunkt weg, was – wenn man mal vergleichend nach Tuttlingen oder ins Schwarzwaldparadies schaue – das Minara im Winter für Kinder und Familien uninteressant mache.

„Wir sind froh, wieder ins Bad zu können“, erklärt Thorsten Hennig, der Vize-Vorsitzende des Schwimm- und Ski-Club (SSC). „Wir haben am neuen Minara überhaupt nichts zu meckern.“ Allerdings werden die Schwimmkurse weiterhin nicht im Minara, sondern bei der Lebenshilfe in Schwenningen stattfinden. Es stehen nicht genügend Zeitfenster zur Verfügung. Die Kur- und Bäder GmbH nutzt das Minara auch für Kurse. Und ob das Baby-Schwimmen im Minara stattfinden kann sei wohl unsicher.

Der frühere Bürgermeister Walter Klumpp, dem das Minara zu seiner Amtszeit manche schlaflose Nacht bereitet hatte, erklärte: „Ich freue mich riesig zu erleben, dass nach solch einem Prozess und nach so langer Zeit das Minara – ein Bad für alle – wieder geöffnet und gut für die Zukunft aufgestellt ist.“

Nach so vielen Jahren Projektlaufzeit ist die Eröffnung des Hallen- und Freizeitbades Minara ein richtiger Grund zum Feiern.
Nach so vielen Jahren Projektlaufzeit ist die Eröffnung des Hallen- und Freizeitbades Minara ein richtiger Grund zum Feiern.

Das Minara

Alle wichtigen Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen finden sich im Internet unter https://badduerrheim.de/minara/. Aktuell gelten für einen Besuch im Minara die 3-G-Regeln (geimpft, getestet, genesen). Entsprechende Nachweise müssen vorgelegt werden.