Bad Dürrheim – Jetzt hat der Kurpark nicht nur einen Rosengarten, sondern auch noch einen Stelengarten. Der Verein der Kunstschaffenden und Kunstfreunde Bad Dürrheim hat jetzt ein Projekt verwirklicht, das seit eineinhalb Jahren angedacht war. Ursprünglich war einmal eine Stelenallee angedacht, jetzt ist es ein Stelengarten und es ist eine wirklich tolle Idee, die allseits auch gleich viel Aufmerksamkeit erregte. Und so schön, wie sich die Stelen im Kurpark anmuten, wäre es schade, wenn sie nach Ende ihrer Zeit dort einfach verschwinden würden. Sie würden an einem anderen Platz, wie etwa dem Hindenburgpark, auch ein schönes Bild abgeben.

Zehn Künstler des Kunstvereins Bad Dürrheim haben insgesamt 18 Stelen im Kurpark aufgestellt. Von links Ingrid Weishaupt, Jürgen Merk, Ute Hauser, Rolf Möller, Eleonore Möller, Claudia Rottler-Link, Volkmar Rinke, Madelaine Strohmeier, Angelika Bächle und Elfie Bäuerle. Bilder: Sabine Naiemi
Zehn Künstler des Kunstvereins Bad Dürrheim haben insgesamt 18 Stelen im Kurpark aufgestellt. Von links Ingrid Weishaupt, Jürgen Merk, Ute Hauser, Rolf Möller, Eleonore Möller, Claudia Rottler-Link, Volkmar Rinke, Madelaine Strohmeier, Angelika Bächle und Elfie Bäuerle. Bilder: Sabine Naiemi | Bild: Naiemi, Sabine

Am vergangenen Freitag schritten die Kunstfreunde beziehungsweise die ausstellenden Künstler mittags im Kurpark zur Tat und stellten die Stelen für die bis Ende August dauernde Freiluftausstellung auf. Sie sind direkt vor der Terrasse des Kurhauses im Rosengarten zu finden und sie geben dort ein besonders schönes Bild ab. Hierfür krempelten Andreas Nachbaur, Roland Pöllett, Jürgen Merk und Rolf Möller tatkräftig die Ärmel hoch.

Initiatorin – Projektleiterin – der Aktion ist Angelika Bächle. Mit ihr zusammen sind es zehn Künstler, die sich beteiligt haben. 18 Stelen stehen insgesamt in den Blumenbeeten. Manche haben sich also mehrfach verewigt.

Angelika Bächle mit ihren bildhauerisch ausgearbeiteten Stelen aus naturbelassenem Douglasienholz, die die Themen Harmonie und Disharmonie darstellen.
Angelika Bächle mit ihren bildhauerisch ausgearbeiteten Stelen aus naturbelassenem Douglasienholz, die die Themen Harmonie und Disharmonie darstellen.

Die einzige Grundvoraussetzung war das Maß der Stele mit neun auf neun Zentimetern. Ansonsten hatten alle Künstler freie Hand. Keiner wusste, was hinterher herauskommen würde, denn jeder ließ die eigene Fantasie walten. Das Maß lag insbesondere deshalb fest, weil es die Stahlhülsen, in denen die Stelen im Boden verankert sind, eben nur in diesem Format gibt.

Es gab coronabedingt keine offizielle Eröffnung der Ausstellung, aber dennoch hatten sich am Sonntagmittag neben zahlreichen Vereinsmitgliedern alle Künstler spontan zum Pressetermin eingefunden. Auch unter den Spaziergängern erregten die Stelen gleich Aufmerksamkeit und wurden ausführlich begutachtet. Jede Stele erzählt ihre eigene Geschichte oder sogar ganz viele Geschichten.

Ganz vorsichtig musste Jürgen Merk seine Stele spalten und spreizen, damit das Holz nicht bricht. Gekrönt ist das extravagante Werk von einem Tennisschläger mit roten Bollen.
Ganz vorsichtig musste Jürgen Merk seine Stele spalten und spreizen, damit das Holz nicht bricht. Gekrönt ist das extravagante Werk von einem Tennisschläger mit roten Bollen. | Bild: Naiemi, Sabine

„Märchen- und Geschichtenerzähler nenne ich sie“, sagt die Vereinsvorsitzende Doris Arenas. Jeder darf sich anregen lassen. Die teilnehmenden Künstler sind: Angelika Bächle, Elfie Bäuerle, Ute Hauser, Jürgen Merk, Eleonore Möller, Rolf Möller, Volkmar Rinke, Claudia Rottler-Link, Madelaine Strohmeier und Ingrid Weishaupt.

Der Garten im Garten zeigt etwa ein Werk mit dem Namen „Black Forest – relouded“. Auf der Stele thront ein Saurier im Nest. Die Arche wurde neu erfunden. Schwarzweiß bemalt oder mit unzähligen Spiegelfragmenten fangen zwei andere Stelen den Blick ein. Ein Windspiel, eine Vogelburg, Gegenpole, ein Bollenhut als Erinnerung an den Schwarzwald. Der Betrachter ist eingeladen, die Fantasie in Geschichten und Formen schweifen zu lassen und sich anregen zu lassen.

Der Kunstverein Bad Dürrheim besteht seit sechs Jahren und hat aktuell 56 Mitglieder. Jeder kann mitmachen. Monatlich finden gesellige Kunst-Treffs statt und es werden Museen und Galerien in Baden-Württemberg und den benachbarten Ländern besucht. Alle zwei Jahre findet eine große Osterausstellung statt. Mehr Informationen zum Verein gibt es im Internet unter www.kunst-bd.de.