Das Mehrgenerationenhaus Generationentreff Lebenswert ist eine zentrale Begegnungsstätte für alle Generationen und Schichten. Ständig werden neue Projekte in Angriff genommen oder initiiert. Selbst als coronabedingt auch der Generationentreff für den öffentlichen Publikumsverkehr schließen musste, lief hinter den Kulissen der Geschäftsbetrieb weiter. Wo es ging, wurde auf digitale Angebote umgeschaltet.

Im Mehrgenerationenhaus Generationentreff Lebenswert sind etliche Angebote für alle Generationen gebündelt.  Bild: SK-Archiv Adam
Im Mehrgenerationenhaus Generationentreff Lebenswert sind etliche Angebote für alle Generationen gebündelt. Bild: SK-Archiv Adam

Nun konnte Angelika Strittmatter vom Vorstandsteam jetzt den Verwaltungsausschuss der Stadt Bad Dürrheim darüber informieren, dass der Generationentreff in das Bundesprogramm „Miteinander – Füreinander“ – also in eine neue Förderphase – aufgenommen ist. Die Voraussetzungen für diese erfolgreiche Bewerbung hatte der Gemeinderat am 23. Juli 2020 mit dem Beschluss geschaffen, das Mehrgenerationenhaus weiter zu fördern.

Dieses Bundesprogramm, das seine digitale Premiere am 23. Februar hatte, bietet rund 530 Mehrgenerationenhäusern für acht Jahre Planungssicherheit. Das heiße jedoch nicht, dass man jetzt auf acht Jahre hinaus einfach Geld bekomme, so Strittmatter. Das Geld muss jedes Jahr neu beantragt werden mit Nachweis der dazu entsprechenden Voraussetzungen.

Das Ziel des Bundesprogramms und der Mehrgenerationenhäuser ist dabei das gleiche: gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen schaffen und fördern, Stärkung der Teilhabe (leicht zugängliche, niedrigschwellige Angebote) für Menschen in deren jeweiligen Sozialraum.

Ein wichtiges Ziel des Generationentreffs ist es zum Beispiel, dass gerade ältere Menschen mithilfe von digitalen Geräten ihre Lebensqualität im Hinblick auf eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessern. Alleine die IT-Angebote der Gruppe „Silver-Surfer“ und die digitale Sprechstunde haben in den letzten Jahren über 80 Personen erreicht – über die Stadtgrenzen hinaus. Was die digitale Bildung betrifft, ist der Generationentreff Lebenswert als eine von 100 Institutionen Deutschlands seit 2016 „Digitaler Kompass vor Ort“. Das Mehrgenerationenhaus hat unter anderem die Aufgabe übernommen, mit den ehrenamtlichen Internetlotsen Hilfe und Unterstützung für interessierte Bürgerinnen und Bürger zu bieten, damit diese sich auf der Bürger-App registrieren und somit auch digital am Stadtgeschehen teilhaben können. Hier sind Einzelberatungen und Schulungen vorgesehen.

Unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses treffen soziale Beratungsangebote auf bürgerschaftliches Engagement. Gemeinsamkeit und
Zusammenhalt wird gepflegt, gegenseitige Unterstützung und Hilfe angeboten. Mehr als 14 Gruppen beziehungsweise Angebote sind unter dem Dach des Generationentreffs beheimatet.

Der Workshop von 2019 zum Demografieprozess soll fortgesetzt werden.  Bild: Gemeindenetzwerk
Der Workshop von 2019 zum Demografieprozess soll fortgesetzt werden. Bild: Gemeindenetzwerk | Bild: Gemeindenetzwerk

So ist ein weiteres zentrales Thema die Gestaltung des demografischen Wandels in der Kommune. Angelika Strittmatter zeigte anhand einer Grafik die Entwicklung der Altersgruppen von 2015 bis 2035 auf. Demnach soll der Anteil der 60- bis 85-jährigen Bürger hochgerechnet um 18,8 Prozent zunehmen, der Anteil der 40- bis 60-Jährigen dagegen um 9,1 Prozent sinken und der Anteil der 20- bis 40-Jährigen um 1,7 Prozent sinken. Der Anteil der über 85-Jährigen soll gemäß dieser Berechnung um 31,8 Prozent steigen, der Anteil der unter 20-Jährigen dagegen nur um 9,5 Prozent.

Einen Dialog fortsetzen will das Mehrgenerationenhaus mit dem nächsten Generationen-Workshop, der in Zusammenarbeit mit der Familienforschung Baden-Württemberg stattfindet. Jüngere und ältere Menschen entwickeln in dem Workshop gemeinsam Lösungsansätze und konkrete Projektideen für das generationenübergreifende Zusammenleben vor Ort. Der Aufruf zur Suche nach Mitwirkenden sei erfolgreich gewesen, und man sei sicher, einen erfolgreichen Workshop auf die Beine stellen zu können.

Bürgermeisterstellvertreter Heinrich Glunz sprach nach dem ausführlichen Bericht Dank und Anerkennung aus. Es sei wertvoll zu sehen, wie breit gefächert die Angebote des Mehrgenerationenhauses sind.

Angelika Strittmatter schloss ihre Ausführungen damit, dass sie hervorhob, das das Mehrgenerationenhaus zur Standortattraktivität der Kommune beitrage.