Eins wurde auf der jüngst abgehaltenen Vereinsvertreterversammlung zur Koordinierung der Vereinstermine klar: analog zur kommenden Fastnacht wird auch der diesjährige Weihnachtsmarkt radikal veränderte Züge haben.

Corona sollte nicht die Oberhand behalten, das weihnachtliche Bummelvergnügen gänzlich unter den Tisch fallen zu lassen. Das kam für den Verwaltungschef und die Kur- und Bäder GmbH (KuBä) nicht in Frage. Die KuBä arbeite bereits an einem „Alternativ-Event“ und wird der Veranstalter sein, hieß es. Nun streckte man die Fühler aus, um abzuschätzen, wie die Vereine der Grundidee gegenüberstehen. Denn diese stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung und sollen sich angesichts der schweren Finanzlage die Vereinskasse aufbessern können.

„Wir wollen ein kulturelles Angebot bieten und gleichzeitig den Vereinen eine Option für Einnahmen ermöglichen“, so Bürgermeister Berggötz eingangs. Bekanntlich herrscht in Baden-Württemberg für Großveranstaltungen ohne Möglichkeit der Kontaktverfolgung und Einhalten der Hygieneregeln ein generelles Verbot bis Ende Dezember 2020. Das bedeutet, dass der Christkindlemarkt in seiner ursprünglichen Form nicht stattfinden kann. So orientiert sich die KuBä an einer Veranstaltung im Ausmaß des Adventsdörfle, das bereits 2018 und 2019 im Anschluss an den Weihnachtsmarkt abgehalten wurde. Eine Woche lang konnten hier Vereine auf dem Rathausplatz in den Hütten ihre Kundschaft bewirten.

Nun existiert in Baden-Württemberg für derlei Veranstaltung neben der 500-Personen-Grenze auch die Einschränkung, wonach für jeden Besucher mindestens sieben Quadratmeter Platz eingeplant werden müssen. Und hierfür reicht die Fläche des Rathausplatzes allem Anschein nach nicht aus. Etwa 15 Hütten mit Bewirtung sollen nach dem jetzigen Konzept am zweiten und dritten Adventswochenende – zeitliche Erweiterungen werden noch diskutiert – Aufstellung finden. Diese werden entsprechend Besucher anlocken.

Doch wie diesen Besucherstrom mit Einhaltung der Hygienestandards steuern? Vor diese Frage sah sich die KuBä gestellt. Zur Einhaltung der Personenobergrenze müsste das Festgelände eine feste Markierung mit gebotener Sicherung vorweisen. Für die Hütten- und Personenzahl offeriere sich hier nur der Großraumparkplatz. Flankiert durch das Haus des Bürgers und Haus des Gastes sei das Gelände ohne größeren Aufwand abzusperren.

Eines wird bei diesem Konzept schnell klar: Spontanbesuche des alternativen Weihnachtsmarktes werden 2020 in Bad Dürrheim wegen der Hygieneverordnungen in gewohnter Form nicht möglich sein. Ein Ticket-System, wie es beim Kulturgärtle im Kurpark Anwendung fand, soll die Personenzahl auf dem Festgelände regulieren. „Im Vorverkauf könnte man die Tickets online erwerben, so etwas in der Art stellen wir uns vor“, verdeutlichte Daniel Limberger von der KuBä. Ein Ticketkauf über das Haus des Gastes sei ebenfalls möglich. Sollten nicht alle Tickets Abnahme gefunden haben, werde man über eine „Abendkasse“ das Festgelände betreten können, hieß es weiter. Drei Euro als Eintrittspreis, verwendbar als Verzehrgutschein, stehen im Raum.

„Entschuldigen Sie den Ausdruck, aber wird das eine reine Fress- und Saufveranstaltung oder kommt noch das hinzu, was einen Weihnachtsmarkt ausmacht, eben Kunsthandwerk oder etwas in der Form?“, lautete eine Frage aus den Reihen der Vereinsvertreter. Geschäftsführer Markus Spettel erklärte, dass auch das Angebot von Kunsthandwerk und anderes zum Aufkommen einer Vorweihnachtsstimmung ausdrücklich eingeplant seien.

Im Vorfeld der Diskussionen über ein Alternativ-Event zum Weihnachtsmarkt zeichnete sich auf der Versammlung ab, dass die Vereine auf Gelegenheiten für Sondereinnahmen geradezu erpicht sind. Nur wolle man durch die Hygieneanforderungen rechtlich auf der sicheren Seite sein. „Wir erstellen ein Hygienekonzept und stellen auch sicher, dass es eingehalten wird“, führte Spettel aus. Die Vereine ihrerseits sind zu einer Zusammenarbeit im Rahmen ihrer Möglichkeiten gehalten.

„Tausende Besucher waren es in der Regel auf dem Christkindlemarkt, nun werden es maximal 500 sein. Aber gar keine Alternative bieten, das wollten wir auch nicht“, zog Berggötz zum Schluss das Fazit.

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