Die Situation hat sich verbessert und auch wenn Campingplatzbetreiber Marc Tietböhl, „nicht meckern will“, hört er sich dennoch nicht so richtig glücklich an. Zu groß sind für ihn auf dem Campingplatz am See in Sunthausen noch die Einschränkungen durch die aktuellen Verordnungen.

So kann er momentan den See nicht nutzen beziehungsweise den Zugang zum See freigeben, weil die Zugangsauflagen und Personalauflagen einfach nicht zu stemmen sind. Zehn Quadratmeter pro Person müssten gerechnet werden. Der Aufwand sei einfach zu hoch, erklärt er im Gespräch mit dem SÜDKURIER. „Der Rest muss laufen, wir müssen gerade eine ziemlich hohe Personaldecke vorhalten, dadurch dass zwei Mal täglich geputzt und desinfiziert werden muss“, erklärt er.

Die Frequenz auf dem Platz sei sehr gut, sagt Tietböhl, auch wenn er den Platz wegen der Abstandsregelungen nicht voll belegen könne. Er sei jetzt gerade bei 60 Prozent, eben deswegen. „Ich kann nicht meckern“, sagt er angesichts vergangener Zeiten, in der nur „autarke“ Wohnwagen erlaubt waren. Die Dauercamper aus der Schweiz seien da, aber auch nicht ganz so viele wie sonst immer. Auch der Außenbereich des Seestübles laufe ganz gut. Der Innenbereich dagegen nicht so, einfach weil die Leute immer noch nicht gern drinnen sitzen wollten, trotz Einhaltung der Abstandsregelungen.

Bis zur ersten Septemberwoche sei der Platz ausgebucht – die 60 Prozent halt. Ab der zweiten Septemberwoche habe er wieder Potenzial, um Camper aufzunehmen. Man hört ihm den Stress an, den ihm die Lage verursacht: „Ich könnte drei oder vier Mal belegen. Aber das ist jetzt halt die Sachlage.“ Und brauchen könnte der Unternehmer die Umsätze natürlich auch. Unverständnis zeigt er für andere Landkreise. „Wir haben hier sehr strenge Auflagen und halten uns daran, aber wenn man sieht wie etwa am Bodensee und woanders die Abstände nicht eingehalten werden, ist das schon sehr ungerecht.“

Wie es weitergehen könnte, daran mag er momentan noch gar nicht denken, ob es eventuell eine zweite Welle gibt, wenn die Auslandsurlauber zurückkommen. Das ist ein Thema, das ihn sehr ärgere. „Es wäre traurig, wenn sich hier alle dran halten und wieder neue Infektionen von außerhalb eingeschleppt werden und andere wieder darunter leiden müssen.“

Angesichts der in den vergangenen Jahren durch die Betreiberfamilie auf dem Campingplatz getätigten Investitionen blickt Marc Tietböhl deshalb mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Die Tochter von Klann, Angelika Weißhaar, ersteigerte den Platz im März 2007. Das Gelände am Sunthauser See umfasst etwa acht Hektar. Etwa zwei Millionen Euro steckte Klann damals als Generalpächter in die Renovierung des Platzes. Nach mehreren Pächterwechseln übernahm Klann 2014 die Verwaltung gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Bärbel Tietböhl. Stück für Stück brachten Klann und seine Lebenspartnerin mit viel Engagement während der ganzen Jahre den Platz auf Vordermann. Der Sohn der Lebenspartnerin von Horst Klann ist seit Januar 2019 Betreiber des Campingplatzes. ,

2017 konnte der Campingplatz etwa 8000 Übernachtungen verzeichnen. Nach einer langen Bauphase wurde im Mai 2019 mit der Eröffnung die Erweiterung des Camperstüble am „Sunthauser Meer“ schlussendlich Realität. Das Stüble besteht aus zwei großen Räumen, voneinander bei Bedarf abtrennbar, mit etwa 80 Plätzen, vor einer Natursteinwand, weist das neue Camperstüble auf über 100 Quadratmetern Fläche nun vor. Durch die Glasfront bietet sich ein herrlicher Blick auf den See hinaus. Die Glasfassade bietet Zugang zur komplett neu angelegten Terrasse, an der sich nun auch ein Fahrradstellplatz befindet. Allein in die neue Gastronomieküche zur Verpflegung der Gäste investierte Klann 150 000 Euro, das gesamte Investitionsvolumen lag bei 1,2 Millionen Euro. An den Kiosk im Stüble, mit Angebot von Snacks und Getränken, gliedern sich Räume für Personal und den Betrieb.

Die Gastronomie im Camperstüble steht jederzeit auch Gästen von außerhalb des Platzes zur Verfügung, seien es Wanderer, Spaziergänger, Vereine oder Privatpersonen. Ebenso wie auf dem großzügig angelegten Spielplatz direkt am Seeufer natürlich auch die Kinder der Gäste herumtoben dürfen.

Hier kann man baden gehen

Das könnte Sie auch interessieren

Badeseen in der Region werden teilweise regelrecht überrollt:

Das könnte Sie auch interessieren

:

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.