Aufgrund des kürzlich stattgefundenen Pressegesprächs der „B.E.S.T Holding GmbH“ und der Berichterstattung in den Zeitungen sei es ihm wichtig, sich zu Wort zu melden, erklärt Bürgermeister Jonathan Berggötz in einer schriftlichen Mitteilung.

Bürgermeister Jonathan Berggötz ist seit 1. Juli 2019 im Amt.
Bürgermeister Jonathan Berggötz ist seit 1. Juli 2019 im Amt. | Bild: Naiemi, Sabine

„Zuallererst – als Stadtverwaltung unterstützen wir einen gemeinschaftlichen und guten Weg für die positive Weiterentwicklung unserer Stadt und sind im Gespräch mit der Investorengruppe, um eine gute Lösung zu finden“, so der Bürgermeister.

Die Best-Holding GmbH habe zukünftige Ideen zur Entwicklung der Stadt eingebracht, die mit anderen Themen in der Bürgerbeteiligung „Perspektiven im Herzen von Bad Dürrheim“ diskutiert wurden und in einen städtebaulichen Wettbewerb einmünden sollen. Die Bürgerbeteiligung ist abgeschlossen, und die Ergebnisse wurden vorgestellt, die auch im anstehenden städtebaulichen Wettbewerb eingebunden werden sollen. Hierbei bedürfe es nun noch der Eckpunkte, die in den städtebaulichen Wettbewerb eingebaut werden müssen.

Das Stadtoberhaupt erklärt weiter: „Eine kritische und offene Frage war, ob für „Hofen II“ eine Wohnbebauung gewünscht wird, wie sie von der Investorengruppe vorgestellt wurde. Die Mitglieder des Gemeinderats haben in der Juli-Sitzung beschlossen, dass sie eine Bebauung grundsätzlich akzeptieren, allerdings in einem deutlich kleineren Bereich als von der Best-Holding angedacht war und nur, wenn sich die Fläche im Eigentum der Stadt befindet. Ebenfalls wurde ich vom Gemeinderat beauftragt, Gespräche mit den Investoren und Grundstückseigentümern des Gebiets zu führen.“

Er habe dem Gemeinderat mitgeteilt, dass er sich vorstellen könne, dass die Stadt Bad Dürrheim die entsprechende Fläche erwirbt und im Sinne der Allgemeinheit überlegt wird, was dort entstehen soll“, so Berggötz. Persönlich könne er sich gut vorstellen, dass ein Areal entsteht, in dem sich kleinere Wohnungen befinden, in denen ältere alleinstehende Menschen und Paare, aber auch Familien leben. Sozusagen eine Fläche für mehrere Generationen. „Ein Gebiet, in dem auch Austausch stattfindet.“

Erstes Gespräch im August

„Ein erstes Gespräch zwischen Investoren und Stadtverwaltung hat im August stattgefunden. Hierbei haben die Investoren ihren Unmut mitgeteilt, auch über die ihnen sehr kurzfristig mitgeteilte Überlegung meinerseits, dass die Stadt einen Teil selbst ankaufen möchte.“ Ebenfalls teilten die Investoren mit, dass die Fläche des bisherigen Parkplatzes nicht zum Verkauf stehe.

Der Bürgermeister betont: „Mir war und ist wichtig, weiterhin eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden – und hierzu bedarf es sicherlich eines Kompromisses beider Seiten. Die Vertreter der Investorengruppe und der Stadtverwaltung sind so verblieben, dass wir alle weiter im Gespräch bleiben, zusätzlich ein Austausch mit allen Fraktionsvorsitzenden stattfindet und eine Lösung gefunden werden soll. Ich bin fest davon überzeugt – wenn sich nichts entwickeln würde, wäre es für alle Beteiligten das Schlimmste und ein Rückschlag für unsere Stadt. Das kann keiner wollen, dem Bad Dürrheim am Herzen liegt.“

Die Mitglieder des Gemeinderats und auch er würden begrüßen, dass es Investoren gibt, die an den Standort Bad Dürrheim glauben und hier investieren. Dennoch müsse allen klar sein, dass die Planungshoheit für die städtebauliche Entwicklung beim Gemeinderat, dem Hauptorgan der Stadt, liegt. „Weder will der Gemeinderat alles blockieren, noch ist es richtig, die Investorengruppe als geldgierig und böse darzustellen.“

Die Informationsbroschüre der Best-Holding mit Informationen und Fakten sei ihm bereits am Dienstag überreicht worden, erklärt Berggötz. Nach erster Durchsicht sehe er eine professionelle Broschüre mit entsprechenden Informationen und Fakten, die sich auf bestimmte Quellen stützen. Es sei aber wichtig darauf hinzuweisen, dass es sich um keine städtische Broschüre handelt, auch wenn diese im Amtsblatt der Stadt, den Bad Dürrheimer Nachrichten, ausgeteilt wurde.

Unnötige Fronten vermeiden

Der Bürgermeister fügt an: „Mir wird von Bürgern mitgeteilt, dass man den Eindruck habe, dass durch die Unterschriftenaktion die Bürgerbeteiligung ausgehebelt werden solle. Ich hoffe sehr, dass durch den Unterschriftenaufruf nicht unnötig Fronten aufgemacht werden. Durch die Unterschriftenaktion werde ich mich sicherlich nicht unter Druck setzen lassen. Ich selbst könnte sogar unterschreiben, da auch ich die Visionen der Best-Holding für die Weiterentwicklung des Gesundheits- und Tourismusstandortes unterstützen möchte. Das werden sicherlich viele so sehen. Aber das heißt nicht, dass alles eins zu eins so kommen soll und kann, wie von der Investorengruppe gewünscht. Sonst hätten wir die Bürgerbeteiligung nicht durchführen müssen und dürften im Gemeinderat keine Abweichungen beschließen. Dem Gemeinderat und mir als Vorsitzendem ging und geht es definitiv darum, die Entwicklung unserer Stadt zu unterstützen. Wir finden grundsätzlich die allgemeinen Planungen der Investorengruppe positiv und wünschenswert, sonst wäre die Bürgerbeteiligung nie angestoßen worden. Letztendlich stehen die Mitglieder des Gemeinderats dafür, dass in den Tourismus- und Gesundheitssektor investiert werden soll, damit wir so attraktiv bleiben, wie wir in der Region und weit darüber hinaus wahrgenommen werden.“

Ruhe in die Thematik bringen

Er bitte alle Beteiligten, die zugesagten und anvisierten Gespräche abzuwarten und Ruhe in die Thematik zu bringen. „Bitte lassen Sie uns zunächst weitere Gespräche zwischen der Stadtverwaltung, Investorengruppe und Mitgliedern des Gemeinderats abwarten, um dann hoffentlich eine Lösung zu finden, damit wir die restlichen Eckpunkte festlegen und der städtebauliche Wettbewerb endlich beginnen kann“, appelliert Berggötz. Dies wäre ein großer Gewinn für unsere Stadt. Auch die Bevölkerung bitte er, sich zu informieren, aber nicht zu polarisieren. „Wir müssen darauf achten, dass wir im ehrlichen und kritischen, aber fairen Gespräch miteinander bleiben.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €