Was die Stadt in Bezug auf Schulsozialarbeit tut, ist nicht schlecht. Doch in den Berichten der Schulsozialarbeiter vor dem Verwaltungsausschuss am vergangenen Donnerstag zeichnet sich auch ab, dass Arbeitsumfang und Bedarf so hoch sind, dass eine Personalaufstockung sinnvoll wäre.

  • Die Ostbaarschule: Für die Schulsozialarbeit an der Ostbaarschule gab Holger Mungenast von Mariahof in Vertretung für Nadine Backfisch den Bericht ab. Backfisch war drei Jahre an der Ostbaarschule tätig und wird ihren Aufgabenbereich wechseln.

Die Ostbaarschule ist eine offene Ganztagsschule. Zur Zeit besuchen 120 Schüler aus den Ortsgemeinden (Biesingen, Oberbaldingen, Öfingen, Sunthausen und Unterbalden sowie Aasen und Heidenhofen) die Schule. 35 Schüler besuchen die Ganztagsschule. Die Schulsozialarbeit an der Ostbaarschule ist mit zehn Stunden pro Woche angesetzt, die hauptsächlich im Vormittagsbereich geleistet werden. Die Kernaufgaben sind breit gesteckt. Die Schwerpunkte liegen in Gruppenarbeit und Projekten, Eltern-Kind-Training, Konfliktmanagement und Einzelfallhilfe und zusätzlich Anleitung von zwei Erzieherinnen in Ausbildung.

Im Rahmen der Einzelfallhilfe seien es im Schnitt fünf Fälle in der Woche, so Mungenast. Hauptthemen sind: auffälliges Sozialverhalten des Kindes, Trennungs-/Scheidungsproblematik der Eltern und Streitereien im Elternhaus, Überforderung durch Alleinerziehungsstatus, Streitereien mit Familienmitgliedern, Verluste innerhalb der Familie, Konflikte mit Mitschülern, regelmäßige Beratungszeit für Kinder mit erhöhtem Beratungs- und Gesprächsbedarf.

Aufgrund der Fallzahlen erweise sich der Stellenumfang von zehn Stunden sehr oft als nicht ausreichend, so Mungenast. Es fehle die Zeit für einen intensiven Austausch zwischen Lehrkräften und Schulsozialarbeit. Grundsätzlich sei jedoch die Zusammenarbeit mit Eltern/Sorgeberechtigten positiv. Strukturbedingt sei der Austausch mit der Schulsozialarbeit in der Kernstadt nicht so zufriedenstellend gewesen. Seitens Mariahof wolle man an der Ostbaarschule einen Neustart mit einem anderen Konzept beginnen. Die Stelle von Nadine Backfisch werde im Oktober neu besetzt, so Mungenast.

Wie Schüler und Eltern die Schließungszeit wahrgenommen hätten, beziehungsweise wie sich diese ausgewirkt habe, lasse sich momentan noch nicht beurteilen, erklärte Mungenast auf die entsprechende Frage von SPD-Stadträtin Türk-Nachbaur. Das lasse sich erst später sagen, doch momentan zeichne sich ab, dass die Situation nicht ganz so verheerend sei, wie zunächst erwartet.

Nie wirklich weg gewesen

Die Schulsozialarbeit teilt sich in der Kernstadt auf die Grund- und Werkrealschule (GWRS) und die Realschule am Salinensee (RSAS) auf. Die Schulsozialarbeit an der Grundschule nimmt seit Mai 2019 Theres Smakovic im Rahmen einer 50-Prozent-Stelle wahr. Astrid Gauggel ist für 135 Schüler an der GWRS zuständig und für 605 Schüler an der RSAS. Die Zahlen lassen es vermuten, die Besetzung ist nicht ausreichend. Das erklärten auch Smakovic und Gauggel im Rahmen ihrer Berichte vor dem Verwaltungsausschuss. Beide teilten außerdem mit, dass sie während der gesamten Schließungszeit gearbeitet hätten und erreichbar waren.

  • Grundschule: „Wir haben viele Kinderschutzfälle“, erklärte Theres Smakovic. Sie ist seit Mai 2019 an der GWRS tätig und Ansprechpartnerin für etwa 250 Schüler. Die Auswirkungen der Schließung seien deutlich sichtbar, seit der Wiedereröffnung seien vermehrt Fälle an sie herangetragen worden. Sie habe deshalb einen Fragebogen entwickelt, der an die Kinder herausgegeben wird, um deren Situation beurteilen zu können. Die Einzelfallhilfe ist eine ihrer Kernaufgaben. Cybermobbing und die Verbreitung (kinder)pornografischer Inhalte über Internet und Whatsapp seien schon im Grundschulalter große Themen. Wir berichten weiter.

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