Die Landesregierung von Baden-Württemberg unterstützt den Neubau eines gemeinsamen Wasserwerks für die Gemeinden Bad Dürrheim und Brigachtal im Schwarzwald-Baar-Kreis mit 1 176 000 Millionen Euro. Die Carix-Anlage zur vorgesehenen Enthärtung des Wassers ist nicht Bestandteil der Förderung.

Das alte Wasserwerk wird noch eine ganze Weile in Betrieb seine und die Bürger werden noch bis 2022 hartes Wasser haben. Nun ist die Förderzusage für das neue Wasserwerk eingetroffen. Jetzt können die Ausschreibungen erfolgen. Bild: Hans-Jürgen Götz
Das alte Wasserwerk wird noch eine ganze Weile in Betrieb seine und die Bürger werden noch bis 2022 hartes Wasser haben. Nun ist die Förderzusage für das neue Wasserwerk eingetroffen. Jetzt können die Ausschreibungen erfolgen. Bild: Hans-Jürgen Götz

Zur Erinnerung: Die Wasserhärte in Hochemmingen und der Kernstadt liegt bei derzeit 24 Grad dH (deutscher Härte), sie wird sich durch die geplante Enthärtungsanlage auf 8,2 dH reduzieren. In Sunthausen und Biesingen liegt die Härte zwischen 21 und 23 dH. Dort wird dann mit 13,5 dH zu rechnen sein. Bei einer ausschließlichen Versorgung durch eigene Quellen liegt der Wert von Ober- und Unterbaldingen bei 21 dH, bei Zumischung je nachdem bis 13,5 dH. In Öfingen liegt der Wert zwischen 13,5 und 16. Seit weit über zehn Jahren spaltet das harte Wasser die Gemüter in Bad Dürrheim und den Ortsteilen.

Die Gesamtkosten dieses interkommunalen Projekts sind mit 8,27 Millionen Euro veranschlagt. Auf die Stadt Bad Dürrheim entfallen sechs Millionen Euro, auf die Gemeinde Brigachtal 2,27 Millionen Euro.

„Die angestrebte interkommunale Zusammenarbeit entspricht dem Leitbild „Zukunftsfähige Trinkwasserversorgung“ des Landes‘“, sagte Umweltminister Franz Untersteller am vergangenen Freitag in Stuttgart. Und: „Dieses Projekt hat für uns Modellcharakter.“ Man wolle in den nächsten fünf Jahren eine landesweite Erhebung der Wasserversorgung, ähnlich wie im Schwarzwald-Baar-Kreis, in Angriff nehmen, den sogenannten Masterplan Wasserversorgung. Daraus sollen Handlungsempfehlungen resultieren, um die Wasserversorgung langfristig zu verbessern und so zukunftssicher aufzustellen.

  • Das Vorhaben: Das Wasserwerk an der alten B27 ist überaltert und soll neu gebaut werden. Dabei soll gleichzeitig eine zentrale Wasserenthärtungsanlage eingebaut werden. Das alte Wassermeisterhaus neben dem Wasserwerk wurde bereits abgerissen. Zum neuen Wasserwerk „Schabelwiesen“ gehören künftig zwei Reinwasserbehälter mit je 250 Kubikmetern und zwei Zwischenbehälter mit je 200 Kubikmetern. Inklusive gemeinsamer Aufbereitung und Enthärtung (die allerdings nicht Bestandteil der Förderung ist).
  • November 2018: Der Gemeinderat Brigachtal hat sich bei seiner Sitzung für eine interkommunale Kooperation zur Wasserenthärtung mit Bad Dürrheim ausgesprochen. Federführend soll Bad Dürrheim sein.
  • Dezember 2018: Der Gemeinerat beschließt in seiner letzten Sitzung des Jahres den Bau des neuen Wasserwerkes.
  • Juni 2019: Der damalige Bürgermeister Bad Dürrheims, Walter Klumpp, und Bürgermeister Michael Schmitt aus Brigachtal unterschreiben die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen den Gemeinden.
Der damalige Bürgermeister Bad Dürrheims, Walter Klumpp (links, sitzend), und Bürgermeister Michael Schmitt unterzeichnen die Vereinbarung zum Bau des neuen Wasserwerks. Der Vertrag wurde ausgearbeitet vom damaligen Stadtkämmerer Jörg Dieterle, dem Kämmerer Harald Maute aus Brigachtal und Ortsbaumeister Patrick Lutz (stehend von links).  Bild: Stadtverwaltung Bad Dürrheim
Der damalige Bürgermeister Bad Dürrheims, Walter Klumpp (links, sitzend), und Bürgermeister Michael Schmitt unterzeichnen die Vereinbarung zum Bau des neuen Wasserwerks. Der Vertrag wurde ausgearbeitet vom damaligen Stadtkämmerer Jörg Dieterle, dem Kämmerer Harald Maute aus Brigachtal und Ortsbaumeister Patrick Lutz (stehend von links). Bild: Stadtverwaltung Bad Dürrheim | Bild: Stadtverwaltung Bad Dürrheim
  • Oktober 2019: Stadtkämmerer Thomas Berninger informiert im Gemeinderat darüber, dass mit der Fertigstellung des neuen Wasserwerkes erst 2022 gerechnet werden könne, also ein Jahr später, als ursprünglich geplant. Der Grund hierfür: Für den Antrag auf Zuschüsse wäre zunächst ein Strukturgutachten erforderlich gewesen, das mit dem Regierungspräsidium und den Fachämtern abzustimmen war. Der Zuschuss­antrag wurde am 30. September 2019 gestellt. Erst nach Zusage der Förderungen könnten die Ausschreibungen und die Vergabe der Arbeiten erfolgen, so Berninger. Mit der Fertigstellung wird 2022 gerechnet.