Bei der Bürgerbefragung „Perspektiven im Herzen von Bad Dürrheim„ erregte und erregt immer noch besonders auch das geplante Baugebiet Hofen II die Gemüter. Nach der Auswertung über die Anzahl der Beiträge durch den Pressereferenten der Stadt, Alexander Stengelin, gingen zu Hofen II im Rahmen der Bürgerbeteiligung 116 Beiträge ein. Zum Entwicklungsbereich Innenstadt waren es laut Stengelin 217 Beiträge, zu den Hotels am Kurpark 182 Beiträge und für das Rathausareal 132 Beiträge.

Hinter dem Sure Hotel by Best Western liegt zur evangelischen Kirche (am oberen Bildrand links) hin das Baugebiet Hofen II. Dort sollen auf der 5000 Quadratmeter großen Fläche mehrere Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Bilder:  Hans-Jürgen Götz
Hinter dem Sure Hotel by Best Western liegt zur evangelischen Kirche (am oberen Bildrand links) hin das Baugebiet Hofen II. Dort sollen auf der 5000 Quadratmeter großen Fläche mehrere Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. | Bild: Hans-Jürgen Götz

Von den 116 Beiträgen zu Hofen II äußerten sich 55 für einen Grünflächenerhalt. 21 Beiträge war für die Wohnraumnutzung, davon 19, die sich unter Berücksichtigung des Grünflächenerhaltes für kleine, günstige Einfamilienhäuser aussprachen.

Das Areal befindet sich zwischen dem heutigen Sure Hotel by Best Western und dem Johanniterweg unterhalb der evangelischen Kirche. Es umfasst eine Größe von rund 5000 Quadratmetern. Die Bad Dürrheimer Investorengruppe „B.E.S.T. Holding“ will in diesem Baugebiet vier Einfamilienhäuser und zwei Mehrfamilienhäuser errichten. Die Pläne dazu wurden bei dem der Bürgerbefragung vorgeschalteten Informationsabend im vergangenen Jahr vorgestellt.

Hier die Ansicht auf Hofen II von der evangelischen Kirche (links) aus.
Hier die Ansicht auf Hofen II von der evangelischen Kirche (links) aus.

Unter den Defiziten für das Gebiet wurden bei der Bürgerbefragung in der Kategorie Erscheinungsbild bezogen auf die Architektur und Gebäude Kommentare abgegeben wie: kein schöner Baustil, Betonklötze der 70er-Jahre, viel zu dicht und zu eng. In der Kategorie „Verkehrssituation“ wurde die Zufahrt über den Johanniterweg als kritisch betrachtet. Die sehr enge Straße ist durch die Wohnsituation und bei kirchlichen Veranstaltungen bereits jetzt teilweise überfrequentiert und ausgelastet, die Parkmöglichkeiten oft jetzt schon unzureichend.

In der Kategorie „Wohnen“ wurde der mangelnde bezahlbare Wohnraum für junge Menschen und Familien thematisiert und anstatt einer „Protzbebauung“ die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auf dieser Fläche angeregt.

Die Kategorie „Freiräume und Grünflächenverbrauch“ wurde am häufigsten angesprochen. In 55 der Beiträge wurden der Erhalt „der grünen Lungen und Erholungsflächen in Bad Dürrheim„ und die Weiterentwicklung der Grünflächen angesprochen.

Potenziale sahen die Kommentare in einer Erschließung und Erweiterung der Grünflächen als Parkanlage und deren Verknüpfung mit dem Hindenburgpark. Vorgeschlagen wurde die Aktivierung des Grünraums mit Funktionen wie Cafe oder Bistro sowie Spiel-, Rast- und Ruheplätzen. Andere Beiträge wiederum thematisierten dagegen, dass der Bereich „verwildert“ und eine „seit Jahrzehnten ungepflegte Wiese“ sei, und dass genügend Grünanlagen zur Naherholung in der Nähe vorhanden seien.

Im aktuellen Flächennutzungsplan ist das Gebiet noch als „Grünanlage/Park“ ausgewiesen. Die Stadt müsste – und könnte auch jederzeit – den Flächennutzungsplan ändern und einen Bebauungsplan aufstellen. „Es wird dort eine Wohnbebauung geben müssen“, erklärte Bürgermeister Jonathan Berggötz bereits Anfang dieses Jahres im Gemeinderat im Rahmen der Diskussion über die Ergebnisse der Bürgerbefragung.

Dass das Baugebiet Hofen II nicht im Eckpunktepapier auftaucht, liegt in der Tatsache begründet, als dass diese Fläche sich nicht in städtischem Besitz befindet und deshalb für die Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs nicht relevant ist. Das Eckpunktepapier soll innerhalb einer halbtägigen Bürgerwerkstatt Ende Juni/Anfang Juli nochmals diskutiert werden.

Einen virtuellen Rundgang über das Gebiet sehen Sie hier:

Video: Hans-Jürgen Götz

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