Corona war ein Schock für uns alle. Rund 40 Prozent der Belegung sind uns im Vergleich zu den vergangenen Jahren sicherlich bis jetzt verloren gegangen.“ Andrea Chandoni, zuständig für das Vermietungsgeschäft im Feriendorf Öfingen, wird es bei diesen Zahlen rückblickend unwohl. Doch trotz allem sieht sie in Corona auch eine Chance. „Wir konnten in den letzten Wochen Gäste betreuen, die ohne Corona niemals den Weg nach Öfingen gefunden hätten. Und zur Überraschung all dieser Gäste: Es hat ihnen hier richtig gut gefallen.“

10 000 Übernachtungsgäste weniger

Das Feriendorf hat rund 100 Häuser, die das Jahr über vermietet werden – immer dann, wenn die Besitzer ihr Ferienhaus nicht selbst nutzen wollen. So kamen im Schnitt der vergangenen Jahre 7000 Belegungen pro Jahr zustande. Das entspricht grob 25 000 Übernachtungsgästen. Und wenn rund 40 Prozent davon wegbleiben, dann sind das mal eben 10 000 Übernachtungsgäste weniger.

Das könnte Sie auch interessieren

Gerade im April und Mai hat das Feriendorf in der Regel eine gute bis sehr gute Belegung. Die Sportler, die zum Inliner-Event in die Arena nach Geisingen kommen, nächtigen bis zu zehn Tage in Öfingen. Aussteller der Südwestmesse sind bis zu 14 Tage vor Ort und auch Ostern und Fronleichnam sind stets beliebte Zeiten. Erholung und Wandern stehen dabei im Mittelpunkt. Und durch Corona fiel das alles plötzlich weg. Dabei war nicht nur das Feriendorf selbst betroffen: „Die Bäcker, Metzger und Einzelhändler sind von dem Rückgang ebenso betroffen wie beispielsweise die Wäschereien. Das Ausmaß ist viel größer, als man auf den ersten Blick sieht“, so Chandoni.

Andrea Chandoni, Matthias Huber und Rainer Stolz blicken positiv in die Zukunft.
Andrea Chandoni, Matthias Huber und Rainer Stolz blicken positiv in die Zukunft. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Doch wer das Team vom Feriendorf kennt, der weiß, dass ihnen untätiges Rumsitzen nicht liegt. Also wurde angepackt. „Wir haben in dieser Zeit viel an der Anlage verschönert und neu gestaltet“, berichtet Betriebsleiter Matthias Huber. Eigentlich hätten sie noch viel mehr umsetzen können, doch dann kam auch noch die Kurzarbeit dazu. „Es war schon eine sehr schwierige Zeit“, betont Andrea Chandoni, die vor allem seelsorgerischen Tätigkeiten nachging. Viele Gäste riefen an, wollten wissen, wann sie endlich wiederkommen könnten oder was mit ihren bereits bezahlten Urlaubstagen passiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Heute ist das Feriendorf voll ausgebucht. Und das nicht nur kurzfristig. Die Gäste kommen hauptsächlich aus Deutschland und verbringen zwischen einer und zwei Wochen in einem der Häuser. Familie Kern aus Trier mit den Kindern Hannah und Philipp gehören auch dazu. „Wir haben unseren Urlaub tatsächlich schon vor Corona gebucht und wollten den Kindern etwas anderes als Strand und Meer bieten. Da ist der Schwarzwald eine gute Alternative.“ Über die aktuelle Entwicklung von Corona vor Ort haben sie sich gut informiert. In den Flieger wären sie dieses Jahr auf jeden Fall nicht gestiegen.

Die Rezeption soll behindertengerecht gestaltet und aufgehübscht werden.
Die Rezeption soll behindertengerecht gestaltet und aufgehübscht werden. | Bild: Wolf-Wilhelm Adam

Und wegen Corona kommen Gäste nach Öfingen, die vorher noch nie etwas von dem Feriendorf gehört haben. „Wir haben viele, die uns erzählen, dass sie unter normalen Umständen gerade in Kanada beim Wandern, in Spanien beim Baden oder in Istanbul beim Shoppen wären. Und nun sind sie in Öfingen im Feriendorf„, erzählt Andrea Chandoni. Und das Gute sei: Alle sind sie begeistert vom Team, dem Angebot und der traumhaften Landschaft. „Wir kommen so an Besucher, die ihre positiven Erfahrungen im Feriendorf mit anderen teilen und für uns die beste Werbung machen.“

Mit Bogen und Tomahawk

Gerade für das jüngere Publikum will das Team des Feriendorfes nun verstärkt neue und andere Wege gehen. Betriebsleiter Huber hat einen Bogenbauer aus der Region gefunden, der Pfeil und Bogen für das Feriendorf geliefert hat. „Nun bieten wir Bogenschießen und das Werfen des Tomahawks an“, berichtet er. Er möchte ein ganzes Portfolio an Möglichkeiten zusammenstellen, was man vor Ort und in der Region alles tun kann. Gespräche laufen derzeit mit dem Ponyhof Trippel-Trappel in Wellendingen oder einem Quad-Verleiher.

Im Herbst steht noch einiges an

Und dann sollen noch weitere Maßnahmen dafür sorgen, dass das Feriendorf noch schöner und moderner wird. So sind insbesondere an der Rezeption Maßnahmen geplant, um den kompletten Bereich behindertengerecht zu gestalten. „Eine Rampe, behindertengerechte Toiletten und vieles mehr wollen wir im Herbst errichten“, berichtet Geschäftsführer Rainer Stolz. Ein neuer Windfang und eine generelle Aufhübschung des Bereichs sind ebenso geplant.